In Österreich gilt ab Montag ein Lockdown wegen des Coronavirus. Bereits seit einer Woche gibts ihn für Ungeimpfte. Eine betroffene Schweizerin erzählt.
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Anna Oberholzer lebt als Schweizerin in Voralberg. Sie ist vom Lockdown für Ungeimpfte betroffen. - Zvg/Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Österreichs Bundeskanzler Schallenberg verhängt ab Montag einen landesweiten Lockdown.
  • Bereits seit Anfang dieser Woche gilt ein solcher für Ungeimpfte.
  • Eine betroffene Schweizerin in Österreich erzählt, wie es ihr damit ergeht.

Am Montag geht Österreich für mindestens zehn Tage in den Lockdown. Bereits seit einer Woche gilt dieser für Ungeimpfte wie Anna Oberholzer. Die Schweizerin lebt in Österreich und ist nicht gegen das Coronavirus geimpft. Anders als alle Geimpften und Genesenen kann sie aber nicht so bald mit einem Ende des Lockdowns rechnen.

Regelmässige Tests aufs Coronavirus

Die österreichische Regierung rief am vergangenen Montag den Lockdown für alle Ungeimpfte ins Leben. Damit wollte man die Pandemie eindämmen. Offenbar reichte diese Massnahme nicht, weshalb Kanzler Alexander Schallenberg am Freitag einen mindestens zehntägigen Lockdown für alle Einwohner ankündigte.

Klar ist: Für Geimpfte dauert der Lockdown maximal 20 Tage. Für Ungeimpfte gibt es hingegen keine Perspektive, wann sie sich wieder frei bewegen dürfen.

Anna Oberholzer erklärt, wie in Österreich dieser Lockdown aussieht. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, der wird bestraft. Ein unerlaubtes Verlassen des Hauses kann bis zu 1450 Euro kosten.

Die «Virus-Polizei» patrouilliert ständig. Ob im Park oder bei herkömmlichen Verkehrskontrollen – jeder muss das Covid-Zertifikat vorweisen können.

Coronavirus
Eine Frau testet sich selbst auf das Coronavirus. Die Selbsttests bleiben kostenpflichtig. - keystone

Für Anna unverständlich. «Nur weil ich mich noch nicht impfen lassen wollte, werde ich jetzt dafür bestraft», sagt sie gegenüber Nau.ch.

Sie verstehe diesen Schritt nicht. Fühle sich diskriminiert.

«Ich lasse mich ja regelmässig testen, halte Abstand und versuche so die Ausbreitung von Corona zu vermeiden», so Anna. Wenn ein Lockdown ausgerufen werde, dann sollte er unter gleichen Bedingungen für alle gelten, findet sie.

Auch für Geimpfte. «Denn auch Geimpfte können Corona verbreiten und daran erkranken.» Wenn auch weniger stark.

Kein normales Alltagsleben

In Österreich ist es derzeit nicht-immunisierten Personen nicht erlaubt, die Wohnung ohne triftigen Grund zu verlassen. Spazieren gehen oder zur Arbeit fahren darf Anna noch. Auch Lebensmitteleinkäufe kann sie noch tätigen.

Gastronomie, Kino und Schwimmbad sind aber tabu. Auch eine Shoppingtour liegt jetzt nicht mehr drin.

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Kino, Clubs oder Shopping – wegen des Lockdown für Ungeimpfte in Österreich nicht mehr möglich. - Keystone

«Aufgrund dieser Massnahmen kann ich Familie und Freunde nicht mehr wirklich sehen. Und ich darf nicht mehr am normalen Alltag teilnehmen», sagt Anna. Während ihre Freunde derzeit noch ausgehen, bleibt sie zu Hause.

«Ausgegrenzt und unerwünscht»

Anna spielte von Anfang an nie mit dem Gedanken, sich impfen zu lassen. «Ich bin jung und gesund und der Meinung, dass mein Körper mit der Krankheit fertig werden würde.»

Doch der Lockdown zeigt die von der Regierung erhoffte Wirkung: «Trotzdem werde ich mich wahrscheinlich in den kommenden Wochen impfen lassen», sagt sie.

Was halten Sie von einem Lockdown für Ungeimpfte?

Die Regierung löse mit dieser Massnahme definitiv einen Impfzwang aus. «Ausgegrenzt und unerwünscht», fühle sie sich. Denn: Während der Kurz-Lockdown nach maximal 20 Tagen endet, wird für sie der Lockdown einiges länger gelten.

Darum meint sie: Am Leben teilnehmen, die Jugend geniessen – «das ist, glaub ich, nur noch mit der Impfung möglich».

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