Studie: Raben merken sich, wo Wölfe oft Beute reissen
Raben verfolgen Wölfe nicht ständig, um etwas von ihrer Beute abzubekommen. Eine neue Studie zeigt: Sie merken sich Orte, an denen Wölfe häufig Beute reissen.

Das Wichtigste in Kürze
- Um etwas von der Beute der Wölfe abzubekommen verfolgen Raben die Wölfe nicht ständig.
- Eine neue Studie zeigt: Raben merken sich Orte, an denen Wölfe häufig Beute reissen.
Raben sind Strategen: Anders als bisher angenommen verfolgen die Vögel Wölfe nicht aktiv, um von deren Beute zu naschen. Stattdessen merken sie sich, wo die Raubtiere oft Hirsche und andere Huftiere reissen und suchen diese Orte regelmässig auf.
Für ein Stück Kadaver nehmen die Vögel Flüge von bis zu sechs Stunden und 155 Kilometern in Kauf. Das zeigt ein Forschungsteam in einer Studie im Fachjournal «Science».
«Wenn ein Wolfsrudel seine Beute erlegt, sind oft Raben als Erste zur Stelle.» So wird der an der Studie beteiligte Forscher Matthias Loretto von der Universität Wien in einer Mitteilung zitiert.
Für die Studie wurden Raben mit GPS-Sender verfolgt
«Noch bevor die Beutegreifer Zeit haben zu fressen, warten die Vögel bereits darauf, von den Fleischresten zu profitieren.» Bisher glaubten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Raben den Wölfen dafür ständig hinterherfliegen.
Der Wiener Forscher hat mit Kollegen im Yellowstone Nationalpark in den USA 69 Kolkraben (Corvus corax) winzige GPS-Sender umgehängt. Damit erfasste er ihre Aufenthaltsorte und Wege zweieinhalb Jahre lang, genauso wie jene von 20 Grauwölfen (Canis lupus) mittels GPS-Halsbändern.
Nur in einem einzigen Fall bewegten sich ein Rabe und ein Wolf gemeinsam: Also mehr als einen Kilometer weit und über eine Stunde lang in dieselbe Richtung, berichten die Forschenden.
Bei der detaillierten Analyse der Bewegungsmuster hat sich herausgestellt, dass die Vögel eine andere, «weitaus interessantere Strategie verfolgen»: «Die Aasfresser nutzen offensichtlich ihr räumliches Gedächtnis und ihre Navigationsfähigkeiten, um gezielt Gebiete aufzusuchen, in denen Wölfe häufig Beute machen.»




















