Acht Jahre lang befand sich Natascha Kampusch in Gefangenschaft. 15 Jahre danach bringt die Corona-Pandemie die Einsamkeit zurück – stören tut sie es nicht.
natascha Kampusch
Als Kind wurde Natascha Kampusch entführt, heute blickt sie positiv ihrer Zukunft entgegen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Natascha Kampusch wurde im Alter von zehn Jahren entführt.
  • Heute steht die 33-jährige Österreicherin wieder voll im Leben.
  • Die Corona-Isolation erinnert sie an ihre Gefangenschaft – doch schwer fällt es ihr nicht.

Die Geschichte ging um die Welt. Natascha Kampusch wurde als zehnjähriges Mädchen auf dem Schulweg entführt und war danach acht Jahre lang verschwunden. Mit 18 gelang der Österreicherin die Flucht.

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Natascha Kampusch wurde 1998, im Alter von zehn Jahren, entführt. - keystone

Nun, 15 Jahre später, findet sich die Autorin in einer ähnlichen Situation wider. Im Interview mit der «Kronen Zeitung» erzählt sie, wie sie mit der Corona-Isolation klarkommt: «Mit dieser Situation bin ich gut vertraut.» Darum könne sie jetzt damit viel besser umgehen als andere. Gleichzeitig könne sie aber auch die Verzweiflung der Menschen verstehen.

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Natascha Kampusch steht heute wieder voll im Leben. - keystone

Derweil geniesst sie ihr Leben in Freiheit in vollen Zügen. Kampusch wohnt in einer kleinen, hellen und gemütlichen Wohnung mit Balkon. Um den Haushalt kümmere sie sich selbst: «Ich schaue doch nicht zu, wenn jemand anderer für mich putzt!» Dazu versuche sie gerade ihre Ernährung von vegetarisch auf vegan umzustellen.

Natascha Kampusch: «Es ist erstaunlich, wie wichtig dick oder dünn für die Menschen ist»

Auch mit ihrem Körper ist sie im Reinen – obwohl sie vieles über sich ergehen lassen muss. In einem ihrer Bücher schildert die heute 33-Jährige, wie sie auf der Strasse als «Walross» bezeichnet wurde. «Es ist erstaunlich, wie wichtig dick oder dünn für die Menschen ist», so die Autorin.

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Natascha Kampusch bei der Premiere des Films «3096 Tage», basierend auf ihrer gleichnamigen Autobiografie. - Keystone

«In der Gefangenschaft war Nahrungsentzug ein Machtmittel. Ich habe immer Hunger gehabt und wog gerade einmal 38 Kilo.» Nach der Flucht habe Essen Freiheit und Trost bedeutet.

Erst durch ihr Übergewicht habe sie realisiert, dass ihr das egal sei. «Man kann sich ja trotzdem nett anziehen.»

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