Regenbogen-Fan-Artikel sind in den Stadien der WM 2022 in Katar nicht erlaubt. Das geht selbst der Fifa zu weit: Sie konfrontiert das Austragungsland.
Der Regenbogen-Hut darf nicht ins Stadion. Eine Frau wird gebeten, ihn am Stadioneingang abzugeben. - Twitter /@NewyddionS4C
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Das Wichtigste in Kürze

  • Fans müssen Regenbogen-Fan-Artikel vor den Stadien in Katar abgeben.
  • In den Sozialen Medien werden mehrere Berichte davon heiss diskutiert.
  • Jetzt schreitet sogar die Fifa ein.

Die WM 2022 in Katar gibt viel zu reden, Katar und die Fifa werden heftig kritisiert. Die Fussball-Weltmeisterschaft hätte niemals in diesem Land durchgeführt werden dürfen, heisst es in einigen Kreisen.

Vor allem der Umgang mit der LGBTQ-Community sorgt für einen Aufschrei. Jetzt hat offenbar auch die Fifa genug – sie schreitet ein.

Wie der britische «Guardian» nun berichtet, zeigt sich die Fifa unter Gianni Infantino «besorgt» über die jüngsten Ereignisse.

Die Fifa habe am Dienstag ein «Krisen-Gespräch» einberufen. Da habe der Weltfussballverband das Gastgeberland an sein ursprüngliches Versprechen erinnert. Nämlich, dass alle an der WM 2022 willkommen seien – und Regenbogen-Fahnen erlaubt sein würden.

Innerhalb der nächsten 24 Stunden soll das Oberste Komitee von Katar eine Erklärung dazu abgeben.

Katar verbietet an WM 2022 offiziellen Merchandise

Hintergrund: Beim Eröffnungsspiel der Gruppe B zwischen Wales und den USA wurden den Fans jegliche Artikel mit Regenbogen weggenommen. Auf einem Video ist beispielsweise zu sehen, wie eine Frau von Security-Ordnern gebeten wird, ihren Regenbogen-Hut abzugeben.

Katar
Viele Fussball-Fans kommen mit Regenbogen-Motiven an die WM 2022 in Katar. So auch dieser England-Fan.
WM 2022
Einige werden eingelassen, so wie die dänische Ex-Premierministerin Helle Thorning-Schmidt.
Katar
Andere müssen all ihre Regenbogen-Farben draussen lassen.
Regenbogen
Weil immer wieder Regenbogen-Verbote für Wirbel sorgen, wird es nun auch der Fifa unter Gianni Infantino zu bunt.
katar
Katar muss nun innerhalb von 24 Stunden ein Statement zu den Regenbogen-Verboten abgeben. Abgebildet: Staatschef Hamad bin Khalifa Al Thani.

Und das, obwohl noch letzte Woche von der Fifa zugesichert wurde, dass alle willkommen seien. Auf die Frage, ob auch Regenbogenfahnen in den Stadien zugelassen seien, meinte die Leiterin der Fifa-Abteilung für Marketing, Gerdine Lindhout: «Nur zu, bei dieser Veranstaltung geht es nur ums Feiern!»

Worte, die in Katar aber anscheinend nicht angekommen sind.

Verfolgen Sie die WM 2022 in Katar?

Nach dem Regenbogenhut-Vorfall nach dem ersten Gruppenspiel erklärte der walisische Fussballverband öffentlich seine Enttäuschung. Er kündigte an, die Vorfälle mit der zu Fifa besprechen. Die teilweise konfiszierten Hüte und Fan-Artikel waren Teil des offiziellen Merchandise für die WM 2022.

Die Kritik hat sich die Fifa offenbar zu Herzen genommen. Bleibt abzuwarten, wie das Oberste Komitee von Katar entscheidet.

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