WM 2022: Sascha Ruefer über WM-Protest: «Kommt nicht in Frage»

    Angelika Meier
    Angelika Meier

    Qatar,

    Weil die «One Love»-Armbinde an der WM 2022 verboten wurde, protestierten mutige Moderatorinnen im Live-TV. SRF-Mann Sascha Ruefer lässt die Hände davon.

    wm 2022 Sascha Ruefer
    SRF-Mann Sascha Ruefer will an der WM 2022 nichts von Toleranz-Aktionen in Katar wissen. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine BBC-Expertin trat mit der verbotenen «One Love»-Armbinde im Katar-Stadion auf.
    • Eine ZDF-Kollegin trug derweil ein Regenbogen-Shirt.
    • SRF-Mann Sascha Ruefer lässt von solchen Aktionen die Finger - und erklärt, warum.

    «One Love» gibt’s an der WM 2022 nicht. Die Fifa sprach kurz vor dem ersten WM-Spiel am Montag ein Verbot aus. Und stiess damit sieben Nationen vor den Kopf – darunter auch die Schweiz.

    Doch im Stadion in Katar regt sich Widerstand gegen die Toleranz-Zensur: ZDF-Moderatorin Claudia Neumann (58) streifte sich am Montagabend kurzerhand ein Regenbogen-Shirt über. Kommentierte so das Spiel zwischen USA und Wales (1:1).

    WM 2022
    Starkes Zeichen von ZDF-Moderatorin Claudia Neumann im Ahmed bin Ali Stadium: Sie trägt ein Regenbogen-Shirt und eine -Armbinde als Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt. - Twitter

    Auch BBC-Kollegin Alex Scott (38) zeigte sich mutig: Die Expertin trat im Live-TV sogar mit der verbotenen Armbinde auf.

    srf sascha ruefer
    BBC-Fussballexpertin Alex Scott (r.) trug am Montagabend die verbotene Armbinde im Live-TV. - Screenshot BBC

    Was machen die Schweizer? SRF-Mann Sascha Ruefer (50) sitzt an der WM 2022 in Katar im Stadion – und winkt ab.

    Gegenüber Nau.ch erklärt Ruefer: «Als Journalist bin ich zur Unabhängigkeit verpflichtet. Ich berichte, ordne ein, aber beteilige mich nicht an Aktionen. Darum kommt das für mich nicht infrage.»

    Hätte auch die SRF-Crew nach dem Bindenverbot an der WM protestieren sollen?

    Ruefer ist grundsätzlich aber bekannt dafür, dass er kritisch kommentiert. Im WM-Eröffnungsspiel thematisierte er beispielsweise, dass die Bilder der leeren Ränge im Stadion nicht eingeblendet wurden.

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    Rainer Maria Salzgeber. (Archivbild) - SRF

    Sein Kollege Rainer Maria Salzgeber (53) hielt gestern auf dem Sender mit Kritik nicht zurück. «Man hat das Gefühl, die Fifa macht hier einfach das, was Katar genehm ist», sagte er. «Sport und Politik lassen sich hier bei diesen Rahmenbedingungen nicht trennen.»

    Es zeige halt, wie es hier zu und her gehe, findet Salzgeber. Auch mit dem Bierverbot sei das der Fall.

    WM 2022: Drei Beanstandungen bei SRF

    «10vor10»-Kollege Arthur Honegger (43), bekannt für seine politischen Statements, geht noch weiter. Er postet ein Bild der «One Love»-Binde und schreibt: «Noch wäre ja etwas Zeit, um sich das auf den Unterarm tätowieren zu lassen.» Denn: Dagegen habe die Fifa keine Regel in der Hand.

    Fest steht: Diese Kritik wird nicht überall gern gehört. Die Ombudsstelle der SRG sagt gegenüber Nau.ch, dass bereits drei Beanstandungen zu Ruefer eingegangen sind. Der Schlussbericht folgt Ende der WM 2022.

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