Schweizer Lösung: Giftige Kassenzettel sollen jetzt Bio werden

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Lausanne,

Das neue Thermopapier der ETH Lausanne kommt ohne Bisphenol und bedenkliche Alternativen aus. Erste Tests zeigen: Die Druckqualität stimmt.

Kassenzettel
Viele Kassenzettel enthalten noch immer gesundheitsschädliches Bisphenol S. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Kassenzettel enthalten weiterhin gesundheitsschädliches Bisphenol S.
  • Die EPFL hat nun ein neues Thermopapier aus Holzbestandteilen und Zucker entwickelt.
  • Ein Start-up soll das Produkt zur Marktreife bringen.

In vielen Kassenzetteln steckt weiterhin Bisphenol S. Ein hormonaktiver Stoff, der über die Haut aufgenommen werden kann und gesundheitsschädlich ist.

Zwar sind Bisphenole in der Schweiz seit 2020 verboten. Dennoch fand eine Studie ein Jahr später noch in etwa 20 Prozent der untersuchten Thermopapiere Spuren der chemischen Verbindung. Auch Alternativen wie Pergafast gelten gesundheitlich und ökologisch als potenziell bedenklich.

ETH Lausanne entwickelt neue Thermopapier-Beschichtung

Ein Forschungsteam der ETH Lausanne (EPFL) hat nun eine umweltfreundlichere Lösung entwickelt, berichtet SRF.

Wie im Fachmagazin «Science Advances» beschrieben, basiert ihre neue Thermopapier-Beschichtung auf Lignin, einem Bestandteil von Holz, sowie pflanzlichen Zuckern. Diese Substanzen lassen sich aus ungeniessbarer Biomasse gewinnen.

Die neue Beschichtung liefert laut EPFL fast gleich gute Druckqualität wie herkömmliches Thermopapier. Tests zeigten, dass auch nach einem Jahr gedruckte Logos noch gut lesbar sind. Ein klarer Vorteil gegenüber anderen biologischen Alternativen, die oft verblassen.

Jeremy Luterbacher, Co-Leiter des Forschungsteams, schätzt, dass die Kosten der neuen Lösung langfristig mit herkömmlichem Thermopapier vergleichbar sein könnten.

Marktreife noch nicht erreicht – Start-up geplant

Der bereits patentierte Bio-Farbentwickler soll weiter verbessert und für die industrielle Produktion vorbereitet werden. Ein eigenes Start-up ist laut EPFL ebenfalls in Planung.

Nimmst du den Kassenzettel mit nach Hause?

Bis ein umweltfreundlicher Kassenzettel marktreif ist, bleibt als sichere Alternative: Keine Quittung ausdrucken lassen.

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Kommentare

User #2656 (nicht angemeldet)

Von wegen keine Quittung ausdrucken lassen! Grad kürzlich wurde ein Artikel doppelt berechnet, dank der Quittung hatte ich die 10 Franken wieder zurück!

User #3892 (nicht angemeldet)

Giftig sind in rotgrün Zürich vor allem die unverschämt hohen Steuern

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