Indien verzeichnet einen Rekord bei den täglichen Neuinfektionen. Neben Sauerstoff und Medikamenten wird nun auch der Impfstoff knapp.
Coronavirus - Indien
Corona-Patienten liegen in Betten in einem Bankettsaal, der vorübergehend als Corona-Isolierstation umgewandelt wurde. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Indien verzeichnet einen neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen.
  • Gleichzeitig wird der Impfstoff knapp.

In Indien ist ein weltweiter Höchstwert an neuen Corona-Infektionen binnen eines einzigen Tages erfasst worden. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 386'000 Infektionen registriert, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums von Freitag hervorgeht. Im selben Zeitraum starben weitere 3498 Menschen am Virus.

In dem südasiatischen Land mit insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern sind Krankenhäuser und Krematorien überfüllt. Medizinischer Sauerstoff ist knapp.

Impfstoff wird knapp

Zugleich berichteten mehrere indische Bundesstaaten, dass ihnen die Impfdosen ausgehen. Nach dem Plan der Regierung sollen sich von diesem Samstag an eigentlich alle Erwachsenen impfen lassen können. Dem Land, das auch als «Apotheke der Welt» bekannt ist und selbst massenhaft Corona-Impfstoff herstellt, fehlt es jedoch an Impfstoffen.

In der Hauptstadt Neu Delhi ist unklar, wann wirklich alle Menschen über 18 Jahren geimpft werden. In der Finanzmetropole Mumbai wurden am Freitag die Impfzentren für mindestens drei Tage geschlossen.

Bislang erhielten weniger als zehn Prozent der Inder mindestens eine Impfdosis. Etwa zwei Prozent sind vollständig geimpft. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 18,7 Millionen. Zudem starben seit Beginn der Pandemie mehr als 200 000 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

Zuerst noch Impfstoff exportiert

In den ersten drei Monaten des Jahres hatte Indien noch Dutzende Millionen Dosen überwiegend an ärmere Länder exportiert. Der Gesundheitsminister verkündete damals, dass sich Indien im «Endspiel» der Corona-Pandemie befinde. Damals kehrte das Leben wieder mehr oder weniger zur Normalität zurück. Es gab grosse religiöse Feste und Wahlkampfveranstaltungen.

Der neue Anstieg wird auch mit der Virusmutante B.1.617 in Verbindung gebracht.

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