Studie: Beruf und Gesellschafts-Rollen prägen Gender-Vorurteile
Eine Studie der Universität Bern zeigt: Unsere Vorstellungen von Frauen und Männern werden stark durch ihren Beruf und gesellschaftlichen Rollen geprägt.

Das Wichtigste in Kürze
- Was über Frauen und Männer gedacht wird, hängt von ihren Jobs und Gesellschafts-Rollen ab.
- Das zeigt eine neue Studie der Universität Bern zu Geschlechterstereotypen.
- Die geschlechtsspezifischen Stereotypen variieren je nach Land.
Was Menschen über Männer und Frauen denken, hängt stark von deren Jobs und Rollen in der Gesellschaft ab. Das zeigt eine neue Studie der Universität Bern zu Geschlechterstereotypen.
Zu verstehen, wie die soziale Struktur einer Gesellschaft Stereotype präge, sei wichtig. Das schrieb die Universität Bern in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Denn Stereotype begünstigten Vorurteile und Diskriminierung gegenüber einzelnen Frauen und Männern, wenn diese von den Stereotypen abwichen.

Untypische Personen würden teilweise nicht nur als überraschend, sondern auch als befremdlich wahrgenommen. Als Beispiel dafür nennt die Universität unter anderem einen Mann, der ein ausserordentlich fürsorglicher Kita-Betreuer ist.
Für die im Fachblatt «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlichte Studie werteten die Forschenden Umfragedaten aus.
Die Daten stammen von mehr als 25'000 Befragten. Die Umfragen wurden im Jahr 1995 in 22 Ländern und im Jahr 2023 in 40 Ländern durchgeführt.
Männer werden als mutiger wahrgenommen
Die Resultate zeigen, dass Männer länderübergreifend als ehrgeiziger und mutiger wahrgenommen werden. Frauen werden hingegen Eigenschaften wie Wärme und soziale Kompetenz zugeschrieben.
Bei Kompetenzeigenschaften wie Intelligenz und Kreativität sahen die Befragten in den meisten Ländern keine Unterschiede.

Die Stärke dieser Überzeugungen variiert jedoch je nach Land.
Und wo ist der Glaube, dass Frauen gemeinschaftsorientierter sind, besonders ausgeprägt? In Ländern, in denen Frauen überdurchschnittlich häufig in Pflege- und Dienstleistungsberufen tätig sind.
Dass Frauen und Männer gleich kompetent sind, ist häufiger dort anzutreffen, wo Frauen mehr Hochschulabschlüsse erwerben.
Die Studie kommt zum Schluss: Die Verteilung von Frauen und Männern auf soziale Rollen ist entscheidend für die Entstehung von Geschlechterstereotypen.
Die Positionen von Frauen und Männern in der Gesellschaft müssten sich angleichen. Nur so könne eine Forderung zur Beseitigung von Stereotypen erfolgreich sein.












