Iran-Ticker: Trump geht nach Papst-Kritik auf Meloni los
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA brachten vorerst kein Ergebnis. Derweil geht Donald Trump auch auf Giorgia Meloni los.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran und die USA haben sich auf eine Feuerpause geeinigt.
- Am Samstag begonnene Gespräche wurden jedoch ohne Ergebnis beendet.
- Donald Trump sagt in einem Interview, er sei von Giorgia Meloni «schockiert».
- Hier im Ticker verpasst du keine neue Entwicklung.
Letzte Woche einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen.
Erste Gespräche zwischen einer US-Delegation um Vizepräsident JD Vance und iranischen Vertretern in Pakistan brachten zwar keine Ergebnisse. Die Bemühungen der Vermittler laufen jedoch weiter – und Vance spricht plötzlich gar von «echten Fortschritten».
Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.
Trump geht nach Papst-Kritik auf Meloni los
18.10: Nach den Angriffen von Donald Trump gegen Papst Leo XIV. teilt der US-Präsident nun auch gegen Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni aus. «Sie ist es, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob der Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte», sagte Trump der Zeitung «Corriere della Sera». Zuvor hatte Meloni seine harsche Kritik am Papst als «inakzeptabel» bezeichnet.
Trump zeigte sich in dem nach Angaben des «Corriere della Sera» telefonisch abgehaltenen Interview überhaupt enttäuscht von Meloni. «Ich bin schockiert über sie. Ich dachte, sie hätte Mut. Ich habe mich geirrt», sagte er. Sie leiste «keinerlei Hilfe, um Öl zu beschaffen», warf Trump ihr mit Blick auf den Konflikt mit dem Iran vor. Er könne sich nicht vorstellen, dass dies den Italienern gefalle.

Immer wieder kritisiert Trump internationale Partner, dass sie sich nicht aktiver im Iran-Krieg einbringen. Streitpunkte waren unter anderem die Nutzung von Militärstützpunkten sowie eine Mission zur Öffnung der Strasse von Hormus.
Meloni ihrerseits lehnte mit Blick auf den Iran-Krieg von Anfang an eine italienische Beteiligung ab. Zuletzt hatte Italien auch US-Flugzeugen die Landung auf einem Stützpunkt auf der Mittelmeerinsel Sizilien verweigert.
Italiens rechte Ministerpräsidentin zählt in Europa eigentlich zu den Regierungschefs, die einen guten Draht zu Trump haben. Meloni hatte immer wieder versucht, als Brückenbauerin zwischen der EU und der Trump-Regierung zu agieren. Trump wiederum lobte die Politikerin mehrfach. Unter anderem nannte er sie «unglaublich» und eine «sehr erfolgreiche Politikerin».
Gespräche zwischen Israel und Libanon
17.55: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind israelische und libanesische Vertreter zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen.
Auf Bildern aus Washington zum Auftakt des Treffens war US-Aussenminister Marco Rubio an der Seite der libanesischen Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und dem israelischen Vertreter in Washington, Jechiel Leiter, zu sehen. Laut libanesischen Regierungskreisen soll das Treffen rund eine Stunde dauern.
Offiziell sind die beiden Nachbarstaaten im Kriegszustand. Bei den Gesprächen handelt es sich um die ersten direkten politischen Gespräche seit 1983. Israel strebt nach Worten des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert zudem eine Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist.

Die Schiitenmiliz lehnt dies jedoch ab. Sie rief die Regierung in Beirut dazu auf, die Gespräche abzusagen. Zum Auftakt des Treffens feuerte sie nach eigenen Angaben Raketensalven in Richtung in Israel. Israels Armee warnte am Abend, dass es möglich sei, dass sich der Beschuss der Hisbollah auf Nordisrael ausweite.
Die libanesische Regierung will vor allem zunächst eine Waffenruhe durchsetzen und fordert einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanons erreichen.
17.30: In der von Israels Armee umstellten südlibanesischen Ortschaft Bint Dschubail gibt es weiter heftige Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der Hisbollah-Miliz. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, es habe im Laufe des Tages wegen schweren Beschusses erhebliche Schäden gegeben.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden in der Nacht bei einem Angriff der Hisbollah in dem Grenzort Bint Dschubail zehn Soldaten teils schwer verletzt. Der Ort gilt als Hochburg der Hisbollah. Demnach eröffneten drei Mitglieder der vom Iran unterstützten Miliz das Feuer auf israelische Soldaten. Die Angreifer seien getötet worden.
Aus Hisbollah-Kreisen hiess es, Kämpfer der Hisbollah hätten einen israelischen Panzer mit einer Selbstmordattacke angegriffen. Zuletzt habe es am Morgen Kontakt zu den eingeschlossenen Hisbollah-Mitgliedern gegeben, danach sei er abgerissen. In dem Ort sollen noch Dutzende Kämpfer eingeschlossen sein.
14.57: Aus Sorge vor Kerosin-Knappheit und weiteren Folgen des Irankriegs fordern europäische Fluggesellschaften Notfallmassnahmen von der EU-Kommission.
So spricht sich der Verband Airlines for Europe (A4E) dafür aus, die Verfügbarkeit von Kerosin auf EU-Ebene mit direkten Informationen von den Lieferanten zu überwachen, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Darüber hinaus setzt sich der Verband für finanzielle Entlastung ein: Er will etwa eine vorübergehende Aussetzung des Treibhausgashandelssystems und eine Abschaffung der Luftverkehrsteuern. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen Fluglinien Zertifikate für den Ausstoss klimaschädlicher Gase erwerben.
Ausserdem fordert der Verband rechtliche Klarheit und Sicherheit bei bestehender Gesetzgebung, etwa hinsichtlich der sogenannten Slots. Diese Zeitfenster zum Starten und Landen muss eine Fluggesellschaft an beliebten Flughäfen nutzen, um sie zu behalten. Der Verband spricht sich unter anderem dafür aus, dass durch Luftraumsperrungen infolge des Konflikts die nicht wahrnehmbaren Slots nicht als ungenutzt gelten.
Konferenz für Hormus-Mission von Verbündeten am Freitag
12.50: Frankreich und Grossbritannien organisieren an diesem Freitag eine Konferenz für eine mögliche Mission westlicher Partner in der Strasse von Hormus. Das teilten beide Regierungen am Mittag mit.
Vorangetrieben werden sollen die Arbeiten an einem «koordinierten, unabhängigen und multinationalem Plan» zur Sicherung der internationalen Schifffahrt nach dem Iran-Krieg, sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer.
Wie es aus dem Élysée-Palast in Paris hiess, solle das Treffen als Videokonferenz von nicht am Konflikt beteiligten Ländern organisiert werden, «die bereit sind, an unserer Seite zu einer multilateralen und rein defensiven Mission beizutragen, deren Ziel es ist, die Freiheit der Schifffahrt in der Strasse von Hormus wiederherzustellen, sobald die Sicherheitslage dies zulässt».

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Montag auf der Plattform X mitgeteilt, gemeinsam mit anderen Ländern solle an einem solchen friedlichen Einsatz gearbeitet werden. «Diese strikt defensive Mission, die von den Kriegsparteien getrennt ist, soll durchgeführt werden, sobald die Situation es ermöglicht.»
Macron hatte zuletzt von einem guten Dutzend Länder gesprochen, die sich an einer solchen Initiative beteiligen wollten. Wer genau bei der Konferenz dabei ist, blieb zunächst unklar.
China nennt US-Blockade «gefährlich und unverantwortlich»
12.15: China hat die teilweise Blockade der Strasse von Hormus durch die USA scharf kritisiert. Das sei «gefährlich und unverantwortlich», sagte ein Sprecher des Pekinger Aussenministeriums.
In einer Lage, in der die beteiligten Seiten bereits eine vorläufige Waffenruhe erreicht hätten, würden die verstärkte Militärpräsenz der USA und gezielte Blockademassnahmen Konflikte verschärfen, Spannungen erhöhen, die fragile Waffenruhe untergraben und die Sicherheit der Passage durch die Meerenge zusätzlich beeinträchtigen.
11.41: Die iranische Regierung schätzt die Kriegsschäden nach mehr als fünf Wochen der Bombardierungen auf umgerechnet gut 229 Milliarden Euro. Es handele sich dabei um eine vorläufige Schätzung. Das sagte Irans Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti in einem Interview.
USA und Iran sollen Donnerstag erneut in Pakistan verhandeln
08.38: Nach Angaben pakistanischer Beamter soll es noch vor Ablauf des Waffenstillstands zu einer zweiten Gesprächsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in Islamabad kommen. Laut Informationen aus Islamabad ist ein weiteres Treffen für Donnerstag geplant. Demnach befinden sich Unterhändler beider Seiten weiterhin vor Ort.
Auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei seien mit beiden Kriegsparteien im Gespräch. Die Länder hätten den Vorschlag eingebracht, noch in dieser Woche in Islamabad weiterzuverhandeln, hiess es.
Den Angaben zufolge hat China dem Iran geraten, weitere Gespräche einzugehen.

Tanker passiert Strasse von Hormus
07.30: Trotz bestehender US-Sanktionen ist ein chinesischer Tanker laut der Nachrichtenagentur «Reuters» durch die Strasse von Hormus gefahren. Das Schiff «Rich Starry» transportierte demnach rund 250'000 Barrel Methanol, wie aus Navigationsdaten hervorgeht.
Trump nimmt Kuba ins Visier: «Vielleicht schauen wir vorbei»
06.40: Trotz des laufenden Konflikts mit dem Iran drohte der US-Präsident nun Kuba: «Vielleicht werden wir in Kuba vorbeischauen, wenn wir hiermit fertig sind», sagte Trump mit Blick auf den Krieg im Iran.

Trump warf der Regierung in Havanna vor, US-Bürger kubanischer Herkunft schlecht zu behandeln, und bezeichnete Kuba als «gescheiterten Staat».
Trump: Iran will «unbedingt einen Deal machen»
06.35: Nach zunächst gescheiterten Gesprächen hätten Vertreter aus Teheran laut Trump Kontakt zu USA aufgenommen: «Sie wollen einen Deal machen» – und zwar unbedingt, sagte er. Und weiter: «Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden», sagte Trump am Mittag (Ortszeit) in der US-Hauptstadt Washington.
Zentraler Streitpunkt bleibt demnach die Forderung Washingtons, dass Iran niemals Atomwaffen besitzen dürfe. Trump zeigte sich überzeugt, dass Teheran letztlich zustimmen werde – andernfalls werde es kein Abkommen geben.

Börsen in Ostasien starten optimistisch in den Handelstag
04.35: Die Börsen in Ostasien sind nach Spekulationen über eine baldige Fortsetzung der US-iranischen Friedensgespräche mit deutlichen Kursanstiegen in den Handelstag gestartet. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg bis zum Vormittag (Ortszeit) um 2,5 Prozent.
Der südkoreanische Kospi lag zum selben Zeitpunkt knapp 3,3 Prozent im Plus. Der Hongkonger Hang Seng Index stieg unmittelbar nach Handelsstart um 1,1 Prozent. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte um 0,5 Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zum Mittag knapp 0,7 Prozent.

Damit scheinen die Märkte auf einen baldigen Deal zwischen Washington und Teheran zu setzen. Nach bisher unbestätigten US-Medienberichten soll Präsident Donald Trump zu einer Fortsetzung der vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bereit sein.
Medien: USA fordern 20 Jahre keine Urananreicherung vom Iran
03.13: Die USA haben den Iran Medienberichten zufolge dazu aufgefordert, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Einen entsprechenden Vorschlag hätten sie Teheran bei den Verhandlungen am Wochenende vorgelegt, berichten das Nachrichtenportal «Axios» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle beziehungsweise mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Der Iran hat nach Informationen von US-Medien seinerseits vorgeschlagen, für einen kürzeren Zeitraum auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. «Axios» sprach von einem Zeitraum im «einstelligen» Bereich, das «Wall Street Journal» von wenigen Jahren.

Auch die US-Forderung, dass das hochangereicherte Uran, das sich tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, aus dem Land entfernt werden solle, lehnten die Iraner den Berichten zufolge ab.
Irans Präsident wirft USA mangelnden politischen Willen vor
03.00: Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat erneut die US-Seite für das Scheitern der Friedensgespräche zwischen den beiden Kriegsparteien in Islamabad verantwortlich gemacht.
Übertriebene Forderungen und der «mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter» hätten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Vance: Haben in Iran-Gesprächen echte Fortschritte gemacht
02.17: Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran haben nach der Darstellung von US-Vizepräsident JD Vance zu echten Fortschritten geführt – jetzt liege der Ball aber bei den Iranern.
Trotz bestehender Differenzen sei vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. «Wir haben grosse Fortschritte gemacht.» Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, bei dem wichtigsten Punkt aus US-Sicht Zugeständnisse zu machen – nämlich deren Atomprogramm.

Vance: Iran hat sich bei Urananreicherung nicht genug bewegt
Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran ausser Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. «Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt», sagte Vance.
Wann und ob es zu weiteren Verhandlungen kommt, liess Vance offen. «Im Grunde genommen ist das eine Frage, die man den Iranern stellen sollte, denn der Ball liegt in ihrem Feld.»
UN-Chef Guterres zu Iran-Krieg: Einigung nicht über Nacht möglich
01.27: UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende in Pakistan zu einer Fortsetzung der Gespräche gemahnt.
Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die «Ernsthaftigkeit des Engagements» betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UN-Chefs mit.

«Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden, und der Generalsekretär ruft dazu auf, die Gespräche konstruktiv fortzusetzen, um eine Einigung zu erreichen», so der Sprecher.
Hisbollah-Chef fordert Absage der Verhandlungen mit Israel
21.52: Hisbollah-Chef Naim Kassim hat kurz vor einem historischen Treffen israelischer und libanesischer Vertreter zum Abbruch der anstehenden Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aufgerufen. Kassim rief die Regierung in Beirut in einer im Fernsehen übertragenen Rede dazu auf, eine «historischen Haltung» einzunehmen. Sie solle das Treffen absagen.
















