Papst und seine Enzyklika zu KI ernten breiten Zuspruch
Papst Leo XIV. und seine erste Enzyklika zu KI «Magnifica humanitas» ernten breiten Zuspruch von Bischöfen und Experten.

An Pfingstmontag veröffentlichte Papst Leo XIV. sein erstes Lehrschreiben «Magnifica humanitas». Es widmet sich der Bewahrung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, wie «katholisch.de» berichtet.
Die Enzyklika ist bewusst auf den 15. Mai datiert, wie das Nachrichtenportal «evangelisch.de» festhält. Das ist der 135. Jahrestag der wegweisenden Sozialenzyklika «Rerum novarum» von Leo XIII.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, bezeichnete das Dokument als «ein wegweisendes Dokument für die Menschlichkeit», so «katholisch.de». Er würdigte besonders den Vorstoss, für KI einen Ethikkodex zu schaffen, der auf sozialer Gerechtigkeit basiert.
«Papst Leo kann Technik»
Wilmer betonte laut «katholisch.de», der Papst sei kein Technikfeind. «Papst Leo kann Technik – und er kann Menschen», sagte der künftige Bischof von Münster.
Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hob laut «domradio.de» hervor, dass der Papst einen neuen Begriff präge. Er fordere die KI-Entwafnung und verbinde dies mit einer Vergebungsbitte für die Mitschuld der Kirche an der Sklaverei.
Für den Hamburger Erzbischof Stefan Hesse lädt die Enzyklika die Weltgemeinschaft zur aktiven Mitgestaltung ein, so «katholisch.de». «Haltet euch nicht raus, sondern engagiert euch», zitiert das Portal Hesse aus einer Videobotschaft.
Stimmen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft
Die Freiburger Sozialethikerin Ursula Nothelle-Wildfeuer sieht in der Enzyklika die Namenstradition Leos XIV. bestätigt. Die KI stelle einen tiefen Umbruch in der Menschheitsgeschichte dar, Technologie brauche aber ethische Leitplanken, sagte sie laut «katholisch.de».
Der Kölner Sozialethiker Elmar Nass deutet das Lehrschreiben als «Rückkehr zu einer systematischen Soziallehre», wie «domradio.de» berichtet. Die Abkehr von der Theorie des gerechten Krieges setze einen Kontrapunkt zur Macht- und Gewaltlogik heutiger Machthaber, so Nass.

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp bezeichnete die Enzyklika laut «evangelisch.de» als ein «starkes Zeichen». «Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz geht es mehr denn je um den Menschen», erklärte sie.
Papst: KI nicht moralisch neutral
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa sprach laut «evangelisch.de» von einem «unüberhörbaren» Appell gegen Ausbeutungs-Dynamiken.
Entscheidungen über Leben und Tod dürften nie allein von KI getroffen werden.
Beim Vatikan-Event zur Präsentation der Enzyklika war auch Christopher Olah anwesend, ein Mitgründer des KI-Unternehmens Anthropic, so «evangelisch.de». Laut Leo brauche es moralische Stimmen, die sich nicht von Anreizen beirren lassen.
















