Nahost-Konflikt

    Hilfsorganisationen mit Blick auf Gaza: «Und wir versagen»

    Keystone-SDA
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    Mehrere Hilfsorganisationen appellieren an die UN, den Israel-Hamas-Konflikt zu beenden.

    Immer mehr Palästinenser fliehen nach Dschabalia.
    Die Hilfsorganisationen werfen der internationalen Gemeinschaft weiter vor, es versäumt zu haben, zu handeln. (Gaza-Krieg, Archivbild) - dpa

    Kurz vor Beginn der UN-Vollversammlung in New York rufen Hilfsorganisationen die internationale Gemeinschaft auf, sich intensiv für ein Ende des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas einzusetzen.

    «Die Staaten müssen alle ihnen zur Verfügung stehenden politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Mittel einsetzen, um zu intervenieren», hiess es in einer im Namen von rund zwei Dutzend Hilfsorganisationen von «Save the Children» veröffentlichten Mitteilung.

    «Unsere Warnungen wurden ignoriert, und Tausende weitere Menschenleben stehen weiterhin auf dem Spiel», hiess es angesichts der verstärkten Angriffe Israels auf die Stadt Gaza weiter.

    Die Organisationen monieren, wenn die UN-Mitgliedstaaten die aus dem Völkerrecht resultierenden rechtlichen Verpflichtungen weiterhin als optional betrachteten, machten sie sich nicht nur mitschuldig, sondern schafften auch einen gefährlichen Präzedenzfall für die Zukunft.

    Kommende Woche beginnt Vollversammlung

    «Die Geschichte wird diesen Moment zweifellos als eine Bewährungsprobe für die Menschheit beurteilen. Und wir versagen. Wir versagen gegenüber den Menschen in Gaza, wir versagen gegenüber den Geiseln, und wir versagen gegenüber unserer eigenen kollektiven moralischen Verpflichtung», hiess es weiter.

    Kommende Woche beginnt die UN-Vollversammlung in New York. Zu den rund zwei Dutzend Organisationen, die die Forderung unterzeichneten, zählen unter anderem auch Ärzte ohne Grenzen, Care International, der Norwegische Flüchtlingsrat und Oxfam International.

    Eine von den UN bestellte Kommission von Menschenrechtlern war in einem am Dienstag vorgestellten Bericht zu dem Schluss gekommen, die Kriegsführung Israels gegen die Hamas im Gazastreifen ziele auf die Zerstörung der Palästinenser ab. Israel begehe Völkermord. Israel verurteilte den Bericht als skandalös.

    Katastrophale Lage im Gazastreifen

    Die Hilfsorganisationen werfen der internationalen Gemeinschaft weiter vor, es versäumt zu haben, zu handeln. Fakten würden ignoriert. Zeugenaussagen würden beiseitegeschoben. Und als direkte Folge davon würden immer mehr Menschen getötet, hiess es weiter.

    Die Organisationen wiesen auf die ohnehin schon katastrophale Lage im Gazastreifen hin. «Wir haben Familien getroffen, die Tierfutter essen, um zu überleben und Blätter kochen, um ihre Kinder zu ernähren». Sie hätten unzählige Palästinenser getroffen, die durch Bombardierungen Israels Gliedmassen verloren hätten.

    Israel betont stets, es bekämpfe im Krieg im abgeriegelten Gazastreifen nicht nur Hamas, sondern auch Zivilbevölkerung. Die Hamas missbrauche die Zivilisten immer wieder als «menschliche Schutzschilde». Der Krieg könne sofort enden, wenn die Hamas die 48 verbliebenen Geiseln freilasse und die Waffen niederlege.

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