Donald Trump & Iran stimmen zweiwöchiger Waffenruhe zu
Der pakistanische Premier verhinderte in letzter Sekunde, was Experten als Kriegsverbrechen bezeichnet hätten. Die Welt atmet auf. Vorerst.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 90 Minuten vor Ablauf seines Ultimatums verkündete Trump einen Waffenstillstand.
- Der Iran akzeptierte die Feuerpause und erklärte sich intern zum Sieger.
- Ab Freitag verhandeln beide Seiten in Islamabad über ein dauerhaftes Abkommen.
Der Tag begann mit einer Drohung, die selbst für Trump-Verhältnisse ungewöhnlich war. «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben – und nie wieder zurückgebracht werden können», schrieb der US-Präsident auf Truth Social.
Wenn der Iran die Strasse von Hormus nicht bis 20 Uhr Ortszeit Washington öffne, werde er den Befehl geben, sämtliche Brücken und Kraftwerke des Landes zu zerstören.
Experten bezeichneten dies als potenzielles Kriegsverbrechen. Selbst Papst Leo XIV. meldete sich zu Wort und nannte die Drohung laut «CBS News» «zutiefst inakzeptabel».
90 Minuten vor Ablauf des Ultimatums lenkte Trump ein
Während die Uhr tickte, arbeitete Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif intensiv an einem Last-Minute-Ausweg. Laut «NBC News» war US-Vizepräsident JD Vance der amerikanische Ansprechpartner in den Verhandlungen – Pakistan fungierte als Vermittler zwischen Washington und Teheran.
Sharif wandte sich gar öffentlich auf X an Trump und bat ihn, die Frist um zwei Wochen zu verlängern, «damit die Diplomatie ihren Lauf nehmen kann». Gleichzeitig forderte er den Iran auf, die Strasse von Hormus als Geste des guten Willens vorübergehend zu öffnen.

Rund 90 Minuten vor Ablauf des Ultimatums – laut «NBC News» etwa um halb sieben Uhr abends Washingtoner Zeit – erschien schliesslich der entscheidende Post auf Truth Social. Trump verkündete den zweiwöchigen Waffenstillstand, auf Intervention von Sharif und Armeechef Asim Munir hin.
Als Bedingung gab der US-Präsident die Hormus-Öffnung durch Iran an – er erwähnte aber auch einen 10-Punkte-Vorschlag der Regierung in Teheran, den er als «verhandelbare Grundlage» bezeichnete. Ausserdem war Trump darum bemüht, die Waffenruhe als Sieg zu verkaufen.
Teheran öffnet Hormus-Strasse – Ölpreise sinken rasant
Der Iran reagierte prompt und seinerseits kämpferisch. Aussenminister Seyed Abbas Araghchi erklärte laut «ABC News», die iranischen Streitkräfte würden ihre Verteidigungsoperationen einstellen, falls die USA ihre Angriffe stoppten.
Die Strasse von Hormus werde für zwei Wochen unter Koordination des iranischen Militärs für den Schiffsverkehr geöffnet. Diese Ankündigung sorgte sofort dafür, dass der zuvor enorm stark angestiegene Rohölpreis um ganze 16 prozent einsackte. Die Börsen im asiatischen Raum öffneten deutlich im Plus.

Irans Oberstem Nationalen Sicherheitsrat zufolge akzeptiere Teheran den Waffenstillstand – und erklärte den Ausgang intern zum Sieg. Auch Israel stimmte der Feuerpause zu, wie das Weisse Haus laut «NBC News» bestätigte. Der Waffenstillstand gilt ausserdem auch für den Libanon, wie Pakistans Sharif mitteilte.
Was fordert der Iran?
Über den genauen Inhalt des iranischen 10-Punkte-Plans hat die Regierung in Teheran offiziell noch nichts preisgegeben. Doch mehrere Nachrichtenagenturen, die den mächtigen Revolutionsgarden nahestehen, berichten bereits über erste Details.
So enthält er unter anderem: Die Forderung nach einer dauerhaften Einstellung von Aggressionen, Kriegsschadenersatz, die vollständige Aufhebung aller Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen sowie den Abzug aller US-Streitkräfte aus der Region. Weiter solle der Krieg an allen Fronten enden – einschliesslich im Libanon.

Ausserdem will die iranische Regierung die Durchfahrt durch die Strasse von Hormuz künftig unter Koordination ihrer Streitkräfte geregelt haben – was dem Iran eine einzigartige geopolitische Stellung verschaffen würde, wie «CBC» schreibt.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars würde sich der Iran im Gegenzug verpflichten, niemals Atomwaffen herzustellen. Auch die Urananreicherung soll nach Verhandlungen eingeschränkt werden. Teheran stimme ausserdem zu, mit anderen Ländern in der Region über Friedensabkommen zu sprechen.
Bereits am Montag hatte Trump den Plan als «bedeutenden Schritt» bezeichnet – aber noch «nicht gut genug» befunden. Innert 24 Stunden änderte er seine Einschätzung.
Wie geht es jetzt weiter?
Pakistan lud beide Seiten für Freitag, den 10. April, zu direkten Gesprächen nach Islamabad ein. «Beide Parteien haben bemerkenswerte Weisheit bewiesen», schrieb Sharif auf X.
Weisse-Haus-Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte laut «CBS News», es gebe Gespräche über persönliche Treffen – «aber nichts ist final, bis es der Präsident oder das Weisse Haus bekannt gibt».

Offen bleibt, ob die Revolutionsgarden, die im Iran operativ das Sagen haben – den Befehl zur Feuerpause tatsächlich umsetzen werden. Laut «PBS News» haben individuelle Kommandanten während des gesamten Krieges weitgehend autonom gehandelt, die politische Führung wurde oft übergangen.
Auch nach der Ankündigung wurden laut «CBS News» Raketenalarme in Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst. Die zwei Wochen haben begonnen – was danach kommt, ist offen.
















