Ausnahmezustand

    Bangladesch im Ausnahmezustand wegen schwerem Masernausbruch

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Bangladesh,

    Innerhalb weniger Wochen sind in Bangladesch über 500 Kinder an Masern gestorben. Die Spitäler sind überlastet, eine Notimpfkampagne läuft.

    Rohingya bangladesch masernausbruch
    Es mehren sich die Hinweise, dass der Masernausbruch in Bangladesch seinen Ursprung in den Rohingya-Flüchtlingslagern im Südosten des Landes hatte. (Archivbild) - keystone

    In Bangladesch hat ein schwerer Masernausbruch innerhalb weniger Wochen mehr als 500 Kinderleben gefordert, wie die «Salzburger Nachrichten» berichten. Allein seit Freitag kamen 13 weitere Todesfälle hinzu, seit Mitte März sind es insgesamt 512 tote Kinder.

    Die Spitäler der Hauptstadt sind mit dem Ansturm an Patientinnen und Patienten überfordert, auf den Intensivstationen fehlen ausreichend Betten. Besonders stark betroffen sind laut offiziellen Daten Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.

    Bist du gegen Masern geimpft?

    Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die bleibende Schäden verursachen oder tödlich enden kann. Laut UNICEF entfielen 72 Prozent aller Fälle auf ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Kinder, berichtet die «Junge Welt».

    Impflücken als Ursache von Masernausbruch in Bangladesch

    SRF-Südasien-Korrespondentin Maren Peters erklärt: «Wegen der Covid-Pandemie ist die spezielle Masernimpfung für Kinder im Alter von neun Monaten im Jahr 2020 erstmals ausgefallen.» «2024 ist die Impfung ebenfalls ausgefallen, diesmal aufgrund politischer Unruhen, die zum Rücktritt der Regierung führten», so Peters weiter.

    Auch unter der Übergangsregierung von Muhammad Yunus sei die Impfung in der Masse nicht nachgeholt worden. Zudem hätten die USA unter Präsident Donald Trump die Entwicklungshilfsgelder 2025 drastisch gekürzt, was UNICEF und WHO stark beeinträchtige.

    Die WHO hält fest, dass der aktuelle Ausbruch im Zusammenhang mit einer suboptimalen Bevölkerungsimmunität stehe, wie das «SRF» berichtet. Ein Drittel der Infizierten seien ungeimpfte Kinder unter neun Monaten gewesen.

    Notimpfkampagne gestartet

    Um die Ausbreitung einzudämmen, startete Bangladesch eine landesweite Impfkampagne, berichtet «heute.at». Nach Angaben von UNICEF wurden dabei bereits rund 18 Millionen Kinder gegen Masern geimpft.

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    Masern sind eine hochansteckende Krankheit mit teils tödlichen Folgen. In Bangladesch starben bei einem schweren Masernausbruch binnen weniger Wochen über 500 Kinder. (Symbolbild) - keystone

    Doch die nationalen Vorräte an Masern-Röteln-Impfstoffen seien erschöpft. Das Gesundheitswesen sei schwerst überlastet, was eine erhöhte Ansteckungsgefahr für gefährdete Kinder zur Folge habe, so die «Junge Welt».

    Zudem verdichten sich die Hinweise, dass die Epidemie ihren Ursprung in den Rohingya-Flüchtlingslagern im Südosten des Landes hatte.

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