Krieg

    Ultimatum läuft aus: Steht Iran-Krieg vor dramatischer Eskalation?

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    Iran,

    Im Iran-Krieg zeichnet sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran keine Einigung ab.

    Iran-Krieg
    Das Ultimatum von Donald Trump läuft aus. Droht nun eine dramatische Eskalation? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Donald Trump droht Iran mit Angriffen, falls die Strasse von Hormus nicht geöffnet wird.
    • Erste Angriffe und Explosionen deuten auf eine mögliche Eskalation hin.
    • Eine diplomatische Lösung ist ungewiss, militärische Schritte bleiben möglich.

    Das Ultimatum, das Donald Trump dem Iran gegeben hat, läuft kommende Nacht um 2 Uhr (Schweizer Zeit) aus.

    Der US-Präsident hält daran fest – er hat es heute Dienstagnachmittag mit drastischen Worten bekräftigt. «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zurückkehren», schreibt der US-Präsident bei Truth Social.

    Er wolle nicht, dass dies geschehe, aber wahrscheinlich werde es so kommen. Trump kündigt an, die Nacht werde «einer der wichtigsten Momente der langen und komplexen Geschichte der Welt».

    47 Jahre «der Erpressung, Korruption und des Todes» würden endlich enden.

    Ein Sprecher der iranischen Militärführung verspottete dies als «haltlose Drohungen» eines «wahnhaften» Präsidenten. Sollte es nicht in letzter Minute doch noch zur Einigung kommen, droht eine dramatische Eskalation des Kriegs mit unabsehbaren Folgen.

    Einen Vorgeschmack auf eine solche Eskalation hat die Welt bereits im Verlauf des Dienstags erhalten. Von der strategisch wichtigen Ölinsel Charg wurden Explosionen gemeldet; beim Angriff auf eine Eisenbahnbrücke im Iran wurden zwei Menschen getötet.

    Beide Seiten drohen immer heftiger

    Bereits im Vorfeld warnte Trump, dass die USA Irans Brücken und Kraftwerke innerhalb von vier Stunden zerstören könnten. Man wolle zwar nicht, dass das passiert. Trump betonte aber zugleich: «Wir haben einen Plan.»

    Irans Regierung rief Künstler und Sportler derweil dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden.

    «Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen.»

    Im Verlauf des Dienstags übergab Teheran ein zehn Punkte umfassendes Papier mit eigenen Forderungen. Dazu zählen die Beendigung des Kriegs, Kriegsreparationen sowie die vollständige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen das Land.

    Die Revolutionsgarden, die das eigentliche Sagen im Iran haben, fordern zudem das Recht auf Uran-Anreicherung. Uran wird zur Herstellung von nuklearen Waffen wie Atombomben verwendet.

    Weiter verlangen sie den Abzug aller US-Stützpunkte aus dem Persischen Golf sowie die Kontrolle der Strasse von Hormus.

    Trump will die Eskalation eigentlich nicht

    Donald Trump sagte zu dem Vorschlag: «Es ist ein bedeutender Schritt. Aber es ist nicht gut genug.» Ob Irans Vorschlag eine diplomatische Lösung ermöglicht, bleibt daher unklar.

    Und damit auch, was nach Ablauf des Ultimatiums um 2 Uhr (Schweizer Zeit) tatsächlich passieren wird. Schwere militärische Schläge der USA und Israel scheinen ebenso möglich wie ein erneutes Verschieben des Ultimatums.

    Eskaliert die Lage in Nahost nach Ablauf des Ultimatums weiter?

    Denn, so der Eindruck, den Trump zuletzt erweckte: Grosses Interesse hat der US-Präsident an einer Eskalation nicht. Auch deshalb hatte er den Ablaufzeitpunkt des Ultimatums in den vergangenen Tagen schon zweimal nach hinten verschoben.

    UN-Generalsekretär António Guterres forderte die USA und Israel derweil auf, von Angriffen auf Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur abzusehen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstossen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric.

    Experte: Kapitulation mit Druck allein ist «Wunschdenken»

    Und sie würden wohl auch nichts bringen: Auch schwere Angriffe auf Irans Infrastruktur würden «keine Kapitulation herbeiführen», schreibt der renommierte Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X.

    Im Gegenteil: Sie würden Vergeltung provozieren, die Entschlossenheit der iranischen Führung stärken und wahrscheinlich eine Eskalation in der ganzen Region auslösen.

    Donald Trump
    Steckt im Dilemma: US-Präsident Donald Trump - keystone

    «Die Annahme, dass allein Druck Teheran brechen kann, ist keine Strategie, sondern Wunschdenken», schrieb Citrinowicz weiter.

    Washington stehe nun vor einem Dilemma: «ein unvollkommenes Abkommen akzeptieren» oder in eine zeitlich unbegrenzte Konfrontation «ohne klaren Ausweg abrutschen».

    Eine erste Antwort auf das weitere Vorgehen der USA dürfte die Nacht auf Mittwoch liefern.

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    Kommentare

    User #1520 (nicht angemeldet)

    Ein Volk regiert und die anderen haben zu Gehorchen,und zu sagen so einfach ist dass. Ich meine nicht Amerika

    Sugus Experte

    Trump kann gar keine Verträge abschließen. Er ist unzurechnungsfähig und Dement. Zudem ist er mehrfach vorbestraft. Er war gar nicht wählbar. Warum geht so etwas in den USA?

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