Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen steigt in Afrika derzeit massiv an. Trotzdem mussten viele der Länder die ersten Corona-Massnahmen wieder lockern.
Ruanda
Bisher sind 5,5 Prozent der afrikanischen Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. In Kenia, Ruanda und Südafrika verzögert sich die Impfkampagne. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt in Afrika derzeit enorm an.
  • Trotzdem haben einzelne Länder mit der Lockerung der Corona-Massnahmen begonnen.
  • Denn der grosser Teil der Bevölkerung kann sich keinen Corona-Lockdown leisten.

Diverse Länder in Afrika haben ihre Corona-Massnahmen bereits wieder gelockert. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt jedoch von Tag zu Tag. Dass der Kontinent Afrika vom Coronavirus weniger betroffen wäre, sei ein Gerücht, wie SRF berichtet.

Der Virologe Oyewale Tomori aus Nigeria erklärt gegenüber SRF, dass die Kurve bisher nicht abgeflacht sei. Er sagt, der Grund für die tiefen Zahlen seien vor allem auch die fehlenden Corona-Tests.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass auf dem Kontinent ohne Corona-Massnahmen innerhalb von einem Jahr 190'000 Menschen sterben könnten. Und obwohl die Zahlen der Corona-Infizierten in Afrika im Moment steigen, haben einzelne Länder bereits mit den Lockerungen begonnen.

Afrika
In Afrika können sich nicht viele einen Lockdown leisten. - Keystone

Der Kontinent kämpft mit einer hohen Arbeitslosenrate und der Corona-Lockdown hat diese Situation nur verschlimmert. Für den grossen Teil der Bevölkerung ist der Shutdown eine sehr missliche Lage. Nicht viele können es sich erlauben, einfach nicht zur Arbeit zu gehen.

Zum Schluss sagt Tomori gegenüber SRF: «Man hat die Wahl: will man an Hunger sterben, oder an der Krankheit.».

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