Donald Trump: Ex-US-Verteidigungsminister zerpflückt Iran-Taktik
Der frühere US-Verteidigungsminister Leon Panetta sieht Donald Trump für die Eskalation im Iran-Krieg verantwortlich. Er spricht von kindlicher Naivität.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Ex-US-Verteidigungsminister sieht Trump als Verantwortlichen für die Iran-Krise.
- Der Ex-CIA-Chef spricht von Naivität – und sieht die USA in einer Sackgasse.
- Besonders kritisch sieht er die strategische Vorbereitung in Bezug auf die Hormus-Strasse.
Der ehemalige US-Verteidigungsminister und Ex-CIA-Direktor Leon Panetta rechnet scharf mit Donald Trump ab. Der 87-Jährige sieht die Verantwortung für die aktuelle Iran-Krise klar beim US-Präsidenten. «Niemand sonst ist verantwortlich», sagte Panetta in einem Interview mit dem «Guardian».
Besonders kritisch beurteilt Panetta demnach die strategische Vorbereitung des Konflikts. Seit Jahrzehnten sei bekannt, dass Iran im Falle einer Eskalation die Strasse von Hormus blockieren könne. Genau dieses Szenario sei nun eingetreten. Entsprechend steigen die Ölpreise – und mit ihnen die Angst vor einer globalen Wirtschaftskrise.
Panetta, der unter Barack Obama gedient hat, wirft Trump vor, diese Gefahr unterschätzt oder ignoriert zu haben. Er beschreibt den Präsidenten als naiv im Umgang mit geopolitischen Risiken. «Wenn er etwas sagt und es immer wieder wiederholt, besteht immer die Hoffnung, dass es irgendwann wahr wird. Aber so verhalten sich Kinder – nicht Präsidenten.»
«Donald Trump hat Verbündete vernachlässigt»
Für Panetta ist es eine Krise, die der Präsident selbst verursacht hat. «Es ist wirklich keine Raketenwissenschaft zu verstehen, dass – wenn man einen Krieg gegen den Iran führt – eine der grossen Schwachstellen die Strasse von Hormus ist und sie eine massive Ölkrise auslösen kann, die die Treibstoffpreise in die Höhe schiessen lässt.»
Hinzu komme die militärische Sackgasse. Donald Trump stehe nun vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder den Konflikt weiter eskalieren, um die Meerenge militärisch zu öffnen, oder einen Rückzug als vermeintlichen Sieg verkaufen. Ohne Waffenstillstand bleibe ihm jedoch keine echte Exit-Strategie.

Auch diplomatisch sieht Panetta grosse Defizite. Donald Trump habe Verbündete vernachlässigt und teilweise brüskiert – etwa mit Kritik an der Nato. Nun fehle ihm genau diese Unterstützung. Allianzen seien jedoch entscheidend für militärische Operationen, betont der Ex-Minister.
Das Fazit des ehemaligen Spitzenpolitikers fällt zum Schluss entsprechend vernichtend aus: «Die Hühner kommen zurück auf die Stange» – sprich: Die Fehler rächen sich nun.
















