Donald Trump bei Strasse von Hormus isoliert – ist er überfordert?
Die Nato hat Donald Trump beim Hilferuf für die Strasse von Hormus eine Absage gegeben. Postwendend teilt er wieder aus. Wie stark hat er sich verkalkuliert?

Das Wichtigste in Kürze
- Trump will die von Iran blockierte Strasse von Hormus befreien.
- Er scheint überrascht, dass Teheran den Seeweg für Öl-Transporte abklemmt.
- Ist er überfordert mit der Situation? US-Experte Thomas Greven schätzt ein.
Der deutsche Kanzler, der britische Premier, Italiens Aussenminister oder die EU-Chefdiplomatin: Allesamt haben sie Donald Trump bei der Aufforderung nach Hilfe in der Strasse von Hormus eine Absage erteilt.
Also hat Trump nach seiner Aufforderung trotzig hinterhergeschoben: «Wir brauchen niemanden. Wir sind die stärkste Nation der Welt.»
Und er warnte: Die Nato mache einen «sehr dummen Fehler.»
Denn dieser Fall wäre sogleich ein Test für das Militär-Bündnis gewesen, so Donald Trump.
Experte nennt Forderung von Donald Trump heuchlerisch
Lässt der US-Präsident die Nato nun fallen? US-Experte Thomas Greven sagt es so: «Trump hat immer wieder Zweifel an der Bündnistreue der USA geweckt – Die aktuellen Spannungen verstärken zumindest diese Zweifel.»
Es sei heuchlerisch von Trump, nun Hilfe zu fordern, so der Politikwissenschaftler der Freien Universität Berlin. Denn «Trump hat die Nato und ihre Mitgliedstaaten in keiner Weise in die Entscheidung, diesen Krieg zu beginnen, einbezogen.»
Aber der «Schutz der Rohstoffwege» sei durchaus im Interesse der US-Partner. Und im Interesse der US-Partner sei es wohl auch, den Iran an der nuklearen Bewaffnung zu hindern.
Darum folgert er: «Möglicherweise wird man Trump am Ende doch etwas entgegenkommen.»
«Trumps Beratungsresistenz rächt sich jetzt»
Weil die Strasse von Hormus blockiert ist, steigen die Ölpreise weiter an. Das macht Donald Trump nervös. Hat er sich hier verkalkuliert?
«Trump hat den Widerstandswillen und das Druckpotenzial des iranischen Regimes offensichtlich unterschätzt. Und die militärischen Fähigkeiten der USA überschätzt», so Thomas Greven.

Er zeigte sich vor den Medien gar überrascht, dass der Iran nach den US-israelischen Angriffen derart grossflächig reagierte. Und dabei sogar US-Militärbasen in den Golfstaaten attackierte.
Ein Zeichen von Überforderung?
«Trump ist ein Instinktpolitiker und hat oft richtig gelegen. Nicht zuletzt sind ihm immer wieder Ablenkungsmanöver gelungen», erläutert Greven und wirft die Frage auf: «Was ist zum Beispiel mit den Epstein-Akten?»
Nun glaube Trump offenbar, dass er auch als Instinktstratege und -feldherr jederzeit reüssieren könne. «Doch seine Beratungsresistenz rächt sich jetzt.»




















