Coronavirus: Nur 12 Personen für Impf-Fake-News verantwortlich

    Eine NGO sieht Online-Netzwerke in der Pflicht, gegen Desinformation vorzugehen. Denn nur 12 Personen sorgen für einen Grossteil der Impf-Fake-News im Netz.

    Die Wirkung von «Fake News» im Internet wird nach Ansicht des Politwissenschaftlers Simon Hegelich überschätzt. Foto: Jens Kalaene
    Die Wirkung von «Fake News» im Internet wird nach Ansicht des Politwissenschaftlers Simon Hegelich überschätzt. Foto: Jens Kalaene - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gemäss Studie sind 12 Personen für 65 Prozent der Desinformationen im Netz verantwortlich.
    • Eine konsequente Löschung von Konten wird gefordert.
    • Auch US-Präsident Joe Biden sieht Facebook und Co. in der Pflicht.

    Schon mal von Ty und Charlene Bollinger, Sherri Tenpenny, Rizza Islam oder Rashid Buttar gehört? Sie zählen zur kleinen, aber einflussreichen Gruppe, welche im Netz für Desinformationen bezüglich Impfungen und Coronavirus sorgen.

    Insgesamt ein Dutzend Personen zählen zu dieser Verschwörer-Truppe. Sie sind aber für rund 65 Prozent der Desinformationen auf Social-Media-Kanälen verantwortlich.

    Facebook, Google Twitter coronavirus
    Die Icons der Internetunternehmen Facebook (l-r), Google und Twitter sind auf dem Display eines iPhones zu sehen. - dpa

    Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Center for Countering Digital Hate (CCDH). Die in London beheimatete Non-Profit-Organisation hat sich dem Kampf gegen Hass im Internet verschrieben.

    In der Studie wurden dazu 812'000 Anti-Impf-Beiträge auf Facebook und Twitter zwischen Februar und März analysiert. Demnach erreichten die zwölf Persönlichkeiten online rund 59 Millionen Nutzer. Alleine auf Facebook seien sie für 73 Prozent der Anti-Impf-Inhalte verantwortlich.

    Auch Neffe von JFK zählt zum «Desinformations-Dutzend»

    Im Internet würde vor den Augen der Öffentlichkeit eine kleine Gruppe von Personen die Social-Media-Plattformen missbrauchen, sagt CCDH-Gründer Imran Ahmed. Dies, «um die Bedrohung durch das Coronavirus falsch darzustellen und Fehlinformationen über die Sicherheit von Impfstoffen zu verbreiten.»

    Falschinformationen wie etwa solche, wonach Corona-Impfstoffe Frauen unfruchtbar machen würden oder wonach Microsoft-Gründer Bill Gates hinter der Pandemie stecke.

    bill gates coronavirus
    Microsoft-Gründer Bill Gates. Er steht immer wieder einmal inmitten von Verschwörungstheorien bezüglich des Coronavirus. - Keystone

    Zu dem illustren Kreis des «Desinformations-Dutzend» zählt auch Robert F. Kennedy Junior. Ein Neffe des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

    Gemäss CCDH brachte er etwa Corona-Impfstoffe mit Autismus und die Pandemie mit der Mobilfunktechnologie 5G in Verbindung.

    Desinformation wegen Coronavirus: CCDH verlangt konsequente Löschung

    CCDH fordert ein umgehendes Handeln der Social-Media-Plattformen. Zwar haben Facebook, Instagram, Twitter und Youtube einzelne Konten gesperrt. Dennoch seien 95 Prozent der gemeldeten Corona-Fehlinformationen nicht entfernt worden, wie es in der Studie heisst.

    Die Kanäle hätten Richtlinien eingeführt, um Fehlinformationen über Impfstoffe zu verhindern. «Doch bis heute haben alle bei der Durchsetzung versagt», so Imran Ahmed. Er fordert darum die konsequente Löschung der Konten. So liesse sich eine Menge an Desinformationen erheblich reduzieren.

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    US-Präsident Joe Biden sieht die Online-Netzwerke in der Pflicht. - Keystone

    Auch US-Präsident Joe Biden sieht die Online-Netzwerke in der Pflicht. Die Verbreitung von Falschinformationen sei für den Tod vieler Menschen verantwortlich. Seine Regierung erklärte letzten Donnerstag die Desinformation offiziell zu einem Gesundheitsrisiko.

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