Roger Federers Förderer und Entdecker Peter Carter starb 2002 bei einem Autounfall. Federer hat sich an der Tragödie offenbar eine Mitschuld gegeben.
Roger Federer
Roger Federer war nach dem tragischen Tod von Peter Carter von Trauer und Schuldgefühlen geplagt. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Roger Federer wird als Junior von Peter Carter entdeckt und gefördert.
  • Auch als der Australier nicht mehr Rogers Trainer ist, bleiben die beiden gute Freunde.
  • Doch dann stirbt Carter bei einer Südafrika-Reise, an der Federer nicht unbeteiligt ist.

Peter Carter wandert 1993 nach einer mässig erfolgreichen Karriere in die Schweiz aus und wird in Basel zum Tennistrainer. Bei den Old Boys Tennis entdeckt er dann einen erstaunlichen Junioren. Er nimmt den jungen Roger Federer unter seine Fittiche und wird zu dessen grösstem Förderer.

Peter Carter stirbt bei Autounfall in Südafrika

Mit der Hilfe des Australiers findet Roger den Anschluss im Welttennis und schafft es schnell unter die besten 100. Als 19-Jähriger trennt sich Federe dann bewusst von seinem Trainer Carter. Trotzdem bleibt dieser ein sehr guter Freund und eine absolute Vertrauensperson für Roger.

Peter Carter
Peter Carter schaut seinem Schützling Roger Federer beim Training zu. (Archivbild) - Keystone

Bis Carter im August 2002 bei einem Autounfall während seinen Flitterwochen in Südafrika stirbt. Ein Schicksalsschlag der Federer offenbar nicht nur mit Trauer, sondern auch Schuldgefühlen zurücklässt.

In der neuen Biografie «The Master» wird nämlich aufgedeckt, dass Federer seinen Anteil am Südafrika-Aufenthalt von Carter hatte.

Roger ist in Südafrika-Reise involviert und fühlt sich schuldig

Denn: Roger hat Peter und seiner Schweizer Frau Silvia immer wieder eine Reise nach Südafrika empfohlen. Seine Mutter Lynette Federer hatte dann beim Buchen der Flitterwochen ihre Finger entscheidend im Spiel. Aufgrund dieser Umstände sollen Federer nach der Tragödie Schuldgefühle geplagt haben.

Peter Carter
Beim nächsten DavisCup-Spiel nach Carters Tod gedenkt das Schweizer Team um Roger Federer dem ehemaligen DavisCup-Kapitän der Schweiz. - Keystone

Roger ist gerade bei einem Turnier in Toronto, als er die schlimme Nachricht vom Tod seines Förderers und Freundes bekommt. Von Trauer und Schuldgefühlen übermannt, ist Federer danach auch auf dem Tennisplatz völlig von der Rolle. Aber er kämpft sich aus dem Tief und legt danach bekanntermassen eine unglaubliche Karriere hin.

Federer spielt danach auch für Carter

Aber klar ist: Carter begleitet Roger die ganze Zeit und bleibt ein extrem wichtiger Teil. Federer betont mehrfach, wie viel er dem Australier zu verdanken haben. Auch viele Jahre später kämpft Federer beim Gedanken an das Unglück seines Ex-Trainers mit den Tränen.

Roger Federer bricht während einem Interview mit CNN in Tränen aus - CNN

Für «The Master»-Autor Clarey könnte Carters tragischer Unfall sogar ein Schlüsselmoment in Federers Karriere gewesen sein. Federer habe verstanden, dass er dem zu kurzen Leben von Carter mit seinem Erfolg einen grösseren Sinn geben kann. Das sei bei der Entwicklung vom Talent zum grössten Spieler aller Zeiten entscheidend gewesen.

Mehr zum Thema:

Trainer Mutter Roger Federer Tod