Auf dem Weg in die Formel 1 sind Test-Einsätze für Nachwuchsfahrer äusserst wertvoll. Bald könnten sie verpflichtend werden – anstelle des Freitags-Trainings.
Roy Nissany Formel 1
Roy Nissany (Williams) beim Freien Training zum Bahrain-GP der Formel 1. - F1.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Nachwuchsfahrer ist es schwierig, den Einstieg in die Formel 1 zu schaffen.
  • Aufgrund der Testbegrenzungen sind Einsätze in aktuellen Autos selten geworden.
  • Künftig könnten die Junioren daher im Freien Training zum Einsatz kommen.

Ausserhalb der Rennwochenenden gelten in der Formel 1 strenge Beschränkungen für Testfahrten. Mindestens drei Jahre alt müssen die eingesetzten Rennwagen sein. Ausgenommen sind «Filmtage», die aber auf 100 Kilometer begrenzt sind.

Sollten im Freien Training verpflichtend Nachwuchsfahrer zum Einsatz kommen?

Ein Problem stellt das vor allem für Nachwuchstalente dar, die nur wenige Chancen auf wertvolle Testkilometer haben. Nur bei den Vorsaison-Testfahrten und jenen am Saisonende kommen die Formel-1-Zukunftshoffnungen noch zum Zug.

Zwei Gründe für Nachwuchs am Freitag

Rennserien-Chef Stefano Domenicali möchte das ändern – und zwar vorzugsweise schon kommende Saison. Das bestätigt der Ex-Ferrari-Teamchef am Donnerstag vor dem Italien-GP gegenüber «Motorsport.com».

Stefano Domenicali Formel 1
Stefano Domenicali, CEO der Formel 1. - F1.com

«Das Thema der Nachwuchsfahrer ist sehr wichtig für uns», so Domenicali. «Deshalb werden wir bei den nächsten Meetings mit den Teams einige Ideen besprechen. Vor allem möchten wir den Einsatz von Nachwuchsfahrern im Freien Training verpflichtend machen.»

Domenicali sieht dabei zwei Vorzüge. «Es würde den Teams weniger Zeit lassen, sich auf das eigentliche Rennen vorzubereiten. Das macht das Ganze am Sonntag noch einmal zusätzlich spannend», so der Formel-1-Chef.

Kaum Junioren-Einsätze in der Formel 1

«Aber es würde den Junioren auch die Chance geben, sich in einem dynamischen und kompetitiven Kontext zu erproben. Wir werden uns das ansehen, weil es für die gesamte Formel 1 wichtig ist», so Domenicali.

Callum Ilott Formel 1
Callum Ilott (Alfa-Sauber) beim Freien Training zum Portugal-GP der Formel 1. - Alfa Romeo Racing

Aktuell kommen in der Königsklasse nur selten Nachwuchspiloten zum Zug. Callum Ilott durfte an zwei Rennwochenden für Alfa-Sauber ins Steuer greifen. Bei Williams kam Roy Nissany dreimal zum Einsatz. Alpine setzte beim Österreich-GP Guanyu Zhou ein.

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