Formel 1: Brachte Strategie Ferrari in Melbourne um den Sieg?
Beim ersten Saisonrennen der Formel 1 hält Ferrari in den ersten Runden mit Mercedes mit. Ein verpasster Boxenstopp wirft die Scuderia schliesslich zurück.

Das Wichtigste in Kürze
- Ferrari hinterlässt im ersten F1-Rennen der Saison einen starken Eindruck.
- Charles Leclerc kämpft bis zum Virtual Safety Car um die Führung.
- Ein später Boxenstopp wirft die Scuderia zurück.
Das erste Saisonrennen der Formel 1 ist Geschichte.
Favorit Mercedes feiert in Melbourne mit George Russell und Kimi Antonelli einen Doppelsieg. Die Ränge drei und vier gehen an die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton.
Seit Monaten gilt Mercedes als Favorit für den Start in die neue Ära. Spätestens seit den Tests in Bahrain traut die F1-Welt aber auch Ferrari einiges zu.
Am Sonntag beweist der italienische Rennstall, dass die Lücke zu Mercedes womöglich kleiner ist als erwartet.
Am Start prescht Leclerc von Position vier gleich an die Spitze, Hamilton geht von Startplatz sieben aus als Dritter in die erste Kurve.
In der Folge liefert sich Leclerc ein packendes Duell mit Russell – und scheint im Vergleich mit dem Mercedes kein offensichtliches Defizit zu haben.

Die Renn-Entscheidung fällt dann beim ersten Virtual Safety Car (VSC). Nur die Mercedes gehen an die Box, Ferrari bleibt draussen.
Als es ein zweites VSC gibt, müssen Leclerc und Hamilton wegen einer geschlossenen Boxengasse draussen bleiben. Sie wechseln die Reifen schliesslich unter normalen Bedingungen.
Die verlorenen Sekunden macht die Scuderia später nicht mehr wett. Bitter: Bis zum Mercedes-Stopp kämpft Leclerc um die Führung.
Ferrari-Boss: «Mercedes war stärker»
Kostet ein Strategie-Missgeschick die Italiener womöglich gar den Sieg?
Nein, findet Teamchef Fred Vasseur: «Ich weiss nicht, ob eine Diversifizierung unserer Strategie uns geholfen hätte, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Ich habe keine Kristallkugel, aber ich glaube nicht», kommentiert der Franzose bei Sky.

Man habe damit gerechnet, dass Mercedes nach dem frühen Stopp nochmal an die Box kommen müsse. Ferrari wollte daher «einen einzigen Boxenstopp viel später im Rennen» machen, so Vasseur.
Aber: «Dann hatten wir Pech mit dem zweiten Virtual Safety Car, als sie die Boxengasse geschlossen haben. Aber so ist es nun mal gelaufen. Ich denke, Mercedes war das ganze Wochenende über stärker als wir.»
Norris: Ferrari «ganz klar das beste Auto»
Immerhin: Nach der deutlichen Qualifying-Niederlage am Samstag scheint Ferrari in Sachen Renn-Pace näher an den Silberpfeilen zu sein.

Weltmeister Lando Norris sieht in der «roten Göttin» sogar das beste Auto im Feld. «Meiner Meinung nach hat Ferrari, nach dem, was wir sehen, ganz klar das beste Auto. Ihre Kurvengeschwindigkeiten sind unglaublich», sagt der McLaren-Pilot zu Sky.
Norris beendet das Rennen auf Rang fünf.
















