Deutschland: Erlebe die deutsche Küche und ihre Besonderheiten
Deutschlands Kulinarik beschränkt sich auf Sauerkraut, Bratwurst und Bier? Nicht doch! Wir zeigen dir, dass unser nördlicher Nachbar viel mehr zu bieten hat.

Das Wichtigste in Kürze
- Die deutsche Küche ist dank internationaler Einflüsse besonders vielfältig.
- Deutschland hat 341 Sternerestaurants, darunter zwölf mit drei Sternen.
- Über 3000 Brotarten gibt es in Deutschland, von Laugenbrezel bis Pumpernickel.
Die deutsche Küche zeichnet sich durch ihre herzhaften und traditionellen Gerichte aus. Häufig werden Fleischgerichte mit klassischen Beilagen wie Brot oder Kartoffeln kombiniert, die für eine sättigende und bodenständige Mahlzeit sorgen.
Doch das ist definitiv nicht alles!
Deutschland hat kulinarisch viel mehr zu bieten. Die typisch deutsche Küche ist geprägt von internationalen Einflüssen. Sie ist leicht, kreativ und abwechslungsreich. Tatsächlich sind auch viele Michelin-Sterne-Restaurants und innovative Spitzenköche in unserem nördlichen Nachbarsland zu finden.
So vielfältig ist die deutsche Küche
Werfen wir einen Blick zurück: Früher wurde gekocht, was vor Ort verfügbar war – Kartoffeln, Gemüse, Fleisch, Fisch und Brot. In Deutschland erzählt auch heute noch jede Region ihre eigenen Genussgeschichten. Ein frisches Fischbrötchen am Hafen, eine gemütliche Brotzeit im Biergarten oder handgemachte Spezialitäten vom Wochenmarkt – in Deutschland erzählt jede Region ihre eigenen Genussgeschichten.
An Deutschlands Küste standen früher Fisch und Meeresfrüchte häufig auf dem Speiseplan und das ist auch noch heute so. Dies schon rein durch die geografische Lage bedingt. In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern werden deutschlandweit die meisten Fische gegessen.
Im zentralen Westen der Bundesrepublik kommen besonders die rheinische, pfälzische, hessische und saarländische Küche zum Tragen. Man greift eher zu deftiger Hausmannskost – dazu gehören beispielsweise der Sauerbraten, die Frankfurter Grüne Sauce, Leberknödel oder Himmel un Ääd (Kartoffelstock und Apfelmus mit Brat- oder Blutwurst), wie man sie unter anderen auch in Köln isst.

Der Süden ist derweil bekannt für Klassiker wie Weisswurst, Bratwurst, Schweinshaxe mit Sauerkraut und warmen Leberkäse. Diese Gerichte werden oft ganz unkompliziert im Biergarten serviert, wo man an warmen Tagen unter freiem Himmel zusammensitzt und regionale Spezialitäten in geselliger Atmosphäre geniesst.
Und Achtung: Aus Stuttgart und Württemberg kommen nicht nur die Maultaschen oder die Spätzle. In diesem Bundesland befinden sich knapp ein Drittel aller Sternerestaurants in Deutschland.
Sternerestaurants – regionale Vielfalt und inspirierende Persönlichkeiten
Laut dem offiziellen Guide Michelin 2025 sind in Deutschland 341 Sternerestaurants gemeldet – das ist ein Rekordwert! Die Breite der gehobenen Gastronomie wird also stärker. Zu finden sind zwölf Restaurants mit drei Sternen, das ist die höchste Kategorie.
Möchtest du also ein Sternerestaurant besuchen? Kein Problem – in deiner unmittelbaren geografischen Nähe wirst du bestimmt fündig.

Die hohe Zahl Sternerestaurants zeigt: Viele junge Köche bringen neue, zugänglichere Konzepte mit japanischen, nordischen oder vegetarischen Einflüssen. Sie lösen sich bewusst von der klassischen, oft sehr opulenten französisch geprägten Küche. Es entsteht eine neue Fine-Dining-Kultur.

Gleichzeitig gewinnt die vegetarische und pflanzenbasierte Küche auch in deutschen Sternerestaurants an Gewicht. Gemüse steht im Mittelpunkt und wird nicht mehr nur als Beilage serviert. So entstehen ganze Gerichte um Sellerie oder Karotte. Fleischjus werden ersetzt durch Gemüsefonds.

Vegetarische und vegane Gastronomie entwickelt sich auch im Bereich des Street Food immer weiter. Was früher auf einige wenige Gerichte beschränkt war, ist heute vielfältig und kreativ. In vielen Städten ist pflanzenbasierte Ernährung auf Reisen kein Problem mehr. Einige Städte wie Heidelberg, Frankfurt, Hamburg oder Freiburg zeichnen sich durch besonders lebendige und innovative Szenen aus und eignen sich gut für kulinarische City-Trips.
Einen wichtigen Teil in der Essenskultur nehmen auch Wochenmärkte, wie beispielsweise der Münchner Viktualienmarkt, der Hamburger Isemarkt oder der Freiburger Münstermarkt ein. Sie bieten frische, regionale und oft nachhaltige Produkte und laden zum Probieren und Verweilen ein.
Deutschland verfügt über 13 grosse Weinanbaugebiete. Viele Weinregionen liegen entlang von Flüssen wie Rhein, Mosel oder Main und profitieren von einem milden Klima, das den Weinbau begünstigt. Gleichzeitig haben die Regionen oft eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht.
Die Weinanbaugebiete laden mit ihren Rebenlandschaften zu Spaziergängen, kleinen Wanderungen und Picknicks mit Aussicht ein. Am Abend reicht das kulinarische Angebot vom gemütlichen Gasthaus bis zur ambitionierten Küche.

Brotzeit – die wohl beliebteste Mahlzeit der Deutschen
Für viele Deutsche gehört sie fest zur Essultur: Die Brotzeit, auch als Abendbrot bezeichnet. Mehr als 3000 verschiedene Brote und Backwaren gehen laut dem Deutschen Brotinstitut täglich in Deutschland über die Ladentheken.

Die Auswahl und die Vielfalt an Brot ist derweil grandios. Von der weltbekannten Laugenbrezel, über gehaltvolle Vollkorn- und Mischbrote bis hin zu Zwieback oder Pumpernickel – Deutschlands Brotkultur hält für jeden Geschmack das passende Brot bereit. Lust auf eine Kostprobe?
Üblicherweise reicht man zur Brotzeit Wurstaufschnitt, Schinken oder Käsespezialitäten, saure Gurken, frische Radieschen, Rettich oder anderes frisches Gemüse.
Willst du auch mehr über Deutschland und seine kulinarischen Besonderheiten erfahren?
Museum Brot und Kunst
Übrigens: In Ulm gibt es sogar ein Museum, das sich mit Brot beschäftigt. Das «Museum Brot und Kunst – Forum Welternährung» hat zwei Teile. Auf der einen Seite steht die Kunst, auf der anderen die Themen rund um Brot, Alltag, Ernährung und Konsum.













