Formel 1: Denkt Weltmeister-Team McLaren an Mercedes-Trennung?
McLaren sieht in der Motoren-Beziehung zu Mercedes in der Formel 1 erstmals einen Nachteil. Denkt der Konstrukteurs-Weltmeister über eigene Triebwerke nach?

Das Wichtigste in Kürze
- McLaren leidet bei der Umstellung auf das neue Reglement unter der Rolle als Motor-Kunde.
- Der Konstrukteurs-Weltmeister bezieht seine Triebwerke von Mercedes – mit viel Erfolg.
- Nun könnte sich aber eine Kehrtwende anbahnen. Vielleicht mit eigenen McLaren-Motoren?
Bahnt sich beim amtierenden Weltmeister-Team der Formel 1 in absehbarer Zeit ein Umbruch an? McLaren kämpft nach der überragenden Vorsaison mit Fahrer- und Konstrukteurs-WM-Titel aktuell noch um den Anschluss. Der englische Traditions-Rennstall hat mit dem Kampf um den Titel derzeit nichts zu tun.
Ein Faktor dabei ist die dramatische Regel-Umstellung vor dieser Saison: 2026 gelten neue Motoren-Vorschriften, auch auf Chassis-Seite wurde umfassend umgebaut. Diese Umstellung ist Mercedes am besten geglückt, auch Ferrari liegt als Gesamtpaket klar vor McLaren. Mit dem Ex-Titelrivalen Red Bull liegt die Papaya-Truppe in etwa gleichauf.

Ist einer der Gründe dafür vielleicht Der Status von McLaren als Motoren-Kunde? Vier der mittlerweile elf Teams bauen ihre Motoren und ihr Chassis selbst: Mercedes und Ferrari sind zwei davon, Red Bull und Audi die anderen. Die letzteren zwei sind 2026 aber Neulinge im Motoren-Metier – Startschwierigkeiten inklusive.
Rolle als Mercedes-Kunde schadet McLaren erstmals
McLaren hingegen bezieht seine Antriebseinheit von Mercedes – was zuletzt blendend funktioniert hat. «Noch nie zuvor hatten wir das Gefühl, als Kundenteam im Nachteil zu sein», so Teamchef Andrea Stella nach dem Monaco-GP. Die Umstellung auf 2026 hat die Zusammenarbeit aber erschwert, weil man stets auf den Zulieferer warten musste.

«Das liegt nicht daran, dass wir für Mercedes eine geringere Priorität haben», stellt der Italiener klar. «Es liegt daran, dass man weniger Möglichkeiten hat, sich zu integrieren, auf dem gleichen Zeitplan zu bleiben. Man kann auch nicht die Kräfte bündeln, wenn man Experimente auf der Chassis-Seite durchführen will.»
McLaren in der Formel 1 irgendwann mit eigenem Motor?
«Es gibt viele Gründe, warum es in Sachen Antriebsstrang ein Vorteil ist, ein Werksteam zu sein», so Stella weiter. Man habe zwar eine grossartige Beziehung zu Mercedes und könne Zuverlässigkeitsprobleme mit dem deutschen Hersteller abarbeiten. «Aber wenn man nicht weiss, was auf einen zukommt, reicht es nicht aus, einfach nur Punkt für Punkt anzugehen.»

Kommt es für McLaren vielleicht irgendwann in Frage, einen eigenen Motor für die Formel 1 zu bauen? CEO Zak Brown schliesst das nicht aus – vielleicht sogar schon mit Einführung der V8-Motoren ab 2031. «Wenn es eine Motorenformel gäbe, die finanziell tragfähig wäre? Ja, dann würden wir das in Betracht ziehen», so der Amerikaner zuletzt.
















