WM 2026: So hart geht Frankreichs Presse mit Kylian Mbappé um
Nach dem 0:2 im Halbfinal der WM 2026 gegen Spanien rechnet Frankreichs Presse ab. Besonders Captain Kylian Mbappé bekommt teilweise sein Fett weg.

Das Wichtigste in Kürze
- «L'Équipe» spricht nach dem französischen WM-Aus von einem klar deklassierten Team.
- Laut «Le Parisien» ist der Leistungsabstand zu Spanien riesig geblieben.
- Auch Captain Kylian Mbappé kommt in der französischen Presse eher schlecht weg.
Der Traum von der dritten Frankreich-Krone bei der WM 2026 ist geplatzt. Wer hat daran Schuld? Frankreichs Medien ordnet die Pleite gegen Spanien auf ganz unterschiedliche Weise ein.
Während «L'Équipe» eher eine ganze Fussball-Ära zu Grabe trägt, nehmen «Le Parisien» und spezialisierte Fussballportale Captain Kylian Mbappé ins Visier.
L'Équipe: «Von Spanien deklassiert»
Schon im Titel wird «L'Équipe» deutlich: Die «équipe de France» sei von Spanien deklassiert worden. Das Blatt beschreibt ein Team, das in allen Belangen unterlegen war und praktisch nie ein ausgeglichenes Spiel zustande brachte.
Auffällig ist, dass Mbappé darin nicht einzeln an den Pranger gestellt wird. Er wird lediglich mit zwei Torschüssen erwähnt, die nichts einbrachten.
Als eigentliches Sinnbild der Niederlage an der WM 2026 wählt «L'Équipe» stattdessen Verteidiger Lucas Digne, der den Foul-Elfmeter verursachte. Auch personell zieht die Zeitung eine grosse Zäsur: Mit der Niederlage ende die Ära Deschamps – zumindest vorläufig – mit einem enttäuschenden kleinen Final am Samstag in Miami.
Le Parisien: «Im Labyrinth verloren»
Deutlich schärfer wird «Le Parisien» zum Ausscheiden der Franzosen bei der WM 2026. Journalist Dominique Sévérac beschreibt eine Mannschaft, die von der spanischen Angriffswelle regelrecht überrollt worden sei: «Geschockt, überwältigt, verletzt.»
Mbappé selbst attestiert er, im spanischen Abwehr-Labyrinth schlicht verloren gegangen zu sein. Auch Michael Olise und Ousmane Dembélé hätten gegen die spanische Defensive etwas ausrichten können.

Bemerkenswert ist auch ein Seitenhieb auf die Zukunft: Sévérac schreibt, der Leistungsabstand zu Spanien sei riesig geblieben. Und das sei eine Aufgabe, die schon bald der nächste Nationaltrainer Zinédine Zidane angehen müsse.
Zusätzlich rechnet die Zeitung mit der gesamten Mannschaft ab: Zu zaghaft habe man die Spanier nie früh unter Druck gesetzt. Verteidiger Lucas Digne habe mit seinem Foul an Lamine Yamal einen unnötigen Elfmeter «provoziert».
Und Einwechselspieler wie Manu Koné oder Désiré Doué hätten der Mannschaft nicht den nötigen Schub gegeben.
Fussballportale: Schulnote 2 für den Captain
Noch schärfer urteilen die grossen Online-Fussballportale in Einzelbewertungen nach der Pleite bei der WM 2026. «Foot Mercato» vergibt Mbappé nur die Note 2 von 10 – die tiefste Bewertung eines Feldspielers im ganzen Bericht.
«Goal.com» formuliert es so: «Ein Captain, der nur mit Worten führt.» Sein Spiel wird als «seelenlos» und «nervös» beschrieben, seine Chancen auf den Ballon d'Or würden mit diesem Auftritt schwinden.

«Maxifoot» vergibt immerhin eine 3,5 und würdigt zumindest den Einsatz: «Er war in seinem Einsatz für die Mitspieler untadelig», so das Portal. Offensiv sei er aber von den spanischen Verteidigern gut in den Griff genommen worden.
Das Portal «Dicodusport» nimmt Mbappé dagegen explizit in Schutz: «Die Hauptvorwürfe werden sich klar nicht gegen ihn richten», heisst es dort.
Mbappé übt Selbstkritik nach Aus bei WM 2026
Mbappé selbst ging nach der Partie ungewohnt offen mit sich ins Gericht. Gegenüber dem Sender «M6» sagte er, man habe weder taktisch noch technisch das Spiel abgeliefert, das man sich vorgenommen habe. «Wer in einem WM-Halbfinal nicht das leistet, was nötig ist, gewinnt eben nicht», so der Top-Stürmer.
Spanien sei seiner Spielidee treu geblieben, während Frankreich technische Ungenauigkeiten gezeigt habe. Er ergänzte: «Wenn man ehrlich ist, haben wir schlicht nicht die nötigen Zutaten mitgebracht, um ins Final einzuziehen.»

Die grosse Enttäuschung war ihm aber anzumerken: «Es war unser Traum, unserem Land ein weiteres grosses Kapitel zu schenken.» Für Mbappé ist es das erste Karriere-Aus im WM-Halbfinal nach zwei vorherigen Endspiel-Teilnahmen.
















