WM 2026

    WM 2026: So hart geht Frankreichs Presse mit Kylian Mbappé um

    Simon Binz
    Simon Binz

    USA,

    Nach dem 0:2 im Halbfinal der WM 2026 gegen Spanien rechnet Frankreichs Presse ab. Besonders Captain Kylian Mbappé bekommt teilweise sein Fett weg.

    WM 2026
    Ratlose Gesichter bei den Bleus: Der Traum vom dritten WM-Final in Folge ist geplatzt. - Kesytone

    Das Wichtigste in Kürze

    • «L'Équipe» spricht nach dem französischen WM-Aus von einem klar deklassierten Team.
    • Laut «Le Parisien» sei der Leistungsabstand zu Spanien riesig geblieben.
    • Auch Captain Kylian Mbappé kommt in der französischen Presse eher schlecht weg.

    Der Traum von der dritten Frankreich-Krone bei der WM 2026 ist geplatzt. Wer hat daran Schuld? Frankreichs Medien ordnet die Pleite gegen Spanien auf ganz unterschiedliche Weise ein.

    WM 2026
    Für Kylian Mbappé ist der Traum vom Titel an der WM 2026 geplatzt. - keystone

    Während «L'Équipe» eher eine ganze Fussball-Ära zu Grabe trägt, nehmen «Le Parisien» und andere Fussballportale Captain Kylian Mbappé ins Visier.

    L'Équipe: «Von Spanien deklassiert»

    Schon im Titel wird «L'Équipe» deutlich: Die «équipe de France» sei von Spanien deklassiert worden. Das Blatt beschreibt ein Team, das in allen Belangen unterlegen war und praktisch nie ein ausgeglichenes Spiel zustande brachte.

    Auffällig ist, dass Mbappé darin nicht einzeln an den Pranger gestellt wird. Er wird lediglich mit zwei Torschüssen erwähnt, die nichts einbrachten.

    Steht Spanien verdient im WM-Final?

    Als eigentliches Sinnbild der Niederlage an der WM 2026 wählt «L'Équipe» stattdessen Verteidiger Lucas Digne, der den Foul-Elfmeter verursachte.

    Auch personell zieht die Zeitung eine grosse Zäsur: Mit der Niederlage ende die Ära Deschamps – zumindest vorläufig – mit einem enttäuschenden kleinen Final am Samstag in Miami.

    Le Parisien: «Im Labyrinth verloren»

    Deutlich schärfer wird «Le Parisien» zum Ausscheiden der Franzosen bei der WM 2026. Journalist Dominique Sévérac beschreibt eine Mannschaft, die von der spanischen Angriffswelle regelrecht überrollt worden sei: «Geschockt, überwältigt, verletzt.»

    Mbappé selbst attestiert er, im spanischen Abwehr-Labyrinth schlicht verloren gegangen zu sein. Auch Michael Olise und Ousmane Dembélé hätten gegen die spanische Defensive etwas ausrichten können.

    WM 2026 Kylian Mbappé
    Kylian Mbappé nach dem 0:2 gegen Spanien im Halbfinal der WM 2026: Sein Team wurde in allen Belangen deklassiert. - Keystone

    Bemerkenswert ist auch ein Seitenhieb auf die Zukunft: Sévérac schreibt, der Leistungsabstand zu Spanien sei riesig geblieben. Und das sei eine Aufgabe, die schon bald der nächste Nationaltrainer Zinédine Zidane angehen müsse.

    Zusätzlich rechnet die Zeitung mit der gesamten Mannschaft ab: Zu zaghaft habe man die Spanier nie früh unter Druck gesetzt. Verteidiger Lucas Digne habe mit seinem Foul an Lamine Yamal einen unnötigen Elfmeter «provoziert».

    Und Einwechselspieler wie Manu Koné oder Désiré Doué hätten der Mannschaft nicht den nötigen Schub gegeben.

    Fussballportale: Schulnote 2 für den Captain

    Noch schärfer urteilen die grossen Online-Fussballportale in Einzelbewertungen nach der Pleite bei der WM 2026. «Foot Mercato» vergibt Mbappé nur die Note 2 von 10 – die tiefste Bewertung eines Feldspielers im ganzen Bericht.

    «Goal.com» formuliert es so: «Ein Captain, der nur mit Worten führt.» Sein Spiel wird als «seelenlos» und «nervös» beschrieben, seine Chancen auf den Ballon d'Or würden mit diesem Auftritt schwinden.

    WM 2026 Kylian Mbappé
    Désiré Doué hilft Mbappé auf die Beine – trotz zweier Torschüsse blieb der Captain glücklos. - Keystone

    «Maxifoot» vergibt immerhin eine 3,5 und würdigt zumindest den Einsatz: «Er war in seinem Einsatz für die Mitspieler untadelig», so das Portal. Offensiv sei er aber von den spanischen Verteidigern gut in den Griff genommen worden.

    Das Portal «Dicodusport» nimmt Mbappé dagegen explizit in Schutz: «Die Hauptvorwürfe werden sich klar nicht gegen ihn richten», heisst es dort.

    Mbappé übt Selbstkritik nach Aus bei WM 2026

    Mbappé selbst ging nach der Partie ungewohnt offen mit sich ins Gericht. Gegenüber dem Sender «M6» sagte er, man habe weder taktisch noch technisch das Spiel abgeliefert, das man sich vorgenommen habe. «Wer in einem WM-Halbfinal nicht das leistet, was nötig ist, gewinnt eben nicht», so der Top-Stürmer.

    Spanien sei seiner Spielidee treu geblieben, während Frankreich technische Ungenauigkeiten gezeigt habe. Er ergänzte: «Wenn man ehrlich ist, haben wir schlicht nicht die nötigen Zutaten mitgebracht, um ins Final einzuziehen.»

    WM 2026
    Frankreich findet gegen Spanien keine Mittel. - keystone

    Die grosse Enttäuschung war ihm aber anzumerken: «Es war unser Traum, unserem Land ein weiteres grosses Kapitel zu schenken.» Für Mbappé ist es das erste Karriere-Aus im WM-Halbfinal nach zwei vorherigen Endspiel-Teilnahmen.

    Kommentare

    User #5524 (nicht angemeldet)

    Gekauft alle,ja alle

    User #5030 (nicht angemeldet)

    Die Schiedsrichter Leistungen sind schlicht und einfach eine Katastrophe! Und das aller Schlimmste, null Selbstkritik!

    Weiterlesen

    a
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