Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft muss nach ihrer Aktion für Menschenrechte vor dem Island-Spiel keine Sanktionen des Weltverbands FIFA befürchten.
Klares Statement: Die DFB-Elf protestiert vor dem Spiel gegen Island gegen die Arbeitsbedingungen in Katar. Foto: Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa
Klares Statement: Die DFB-Elf protestiert vor dem Spiel gegen Island gegen die Arbeitsbedingungen in Katar. Foto: Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Spieler präsentierten sich in Shirts mit der Aufschrift «Human Rights».
  • Dafür muss der DFB nicht mit einer Strafe von der FIFA rechnen.
  • Am Mittwoch protestierten bereits die Norweger gegen die WM 2022 in Katar.

«Die FIFA glaubt an die Meinungsfreiheit und an die Kraft des Fussballs, den positiven Wandel voranzutreiben». Dies teilte der Weltverband der Deutschen Presse-Agentur mit.

Es werde – wie auch bei einem Protest von Norwegens Nationalspielern am Vortag – kein disziplinarisches Verfahren eingeleitet. Die Äusserung von Botschaften zum Beispiel politischer Natur war im Weltfussball in den vergangenen Jahren immer wieder ein Streitthema gewesen.

Die Nationalspieler hatten sich vor dem Qualifikationsspiel gegen Island in Shirts präsentiert, die die Aufschrift «Human Rights» (Menschenrechte) ergaben. Damit zielte das Team auch auf die Arbeitsbedingungen in Katar ab.

Island
Gegen Island gewann die deutsche Nationalmannschaft am Donnerstag mit 3:0. - dpa

«Es ist ziemlich eindeutig gewesen, wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen. Wir haben natürlich die WM vor uns, darüber wird immer wieder diskutiert. Das möchten wir der Gesellschaft klarmachen, dass wir das nicht ignorieren. Dass wir ganz klar sagen, was für Bedingungen da herrschen müssen», sagte Nationalspieler Leon Goretzka.

Am Mittwoch hatten die Norweger vor ihrem Spiel T-Shirts mit der Aufschrift «Respect – On and off the pitch» getragen.

Norwegen FIFA
Die Spieler von Norwegen protestieren vor dem Gibraltar-Spiel. Auch sie werden von der FIFA nicht bestraft. - keystone

Katar steht als WM-Gastgeber 2022 immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des «Guardian» sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Gastarbeiter aus fünf asiatischen Ländern gestorben. Katars Regierung erklärte, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Menschenrechtler räumen Fortschritte ein, mahnen aber, die Reformen würden unzureichend umgesetzt.

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