Gianni Infantino soll Marokko den WM-Final 2030 versprochen haben
Englische Medien erheben den nächsten Vorwurf gegen Gianni Infantino: Der Fifa-Präsident soll Marokko den WM-Final 2030 angeboten haben – gegen Unterstützung.

Das Wichtigste in Kürze
- Gianni Infantino brachte am Mittwoch in Rabat die Fifa-Spitze wieder auf seine Linie.
- Der umstrittene Fifa-Präsident soll in Marokko aber auch ein anderes Ziel verfolgt haben.
- Laut englischen Medien will er den WM-Final gegen Rückhalt für die Wiederwahl tauschen.
Wird nun auch der Austragungsort des nächsten WM-Finals zum Spielball in der Fifa-Krise? Am Mittwoch tagte die Führungsetage des Fussball-Weltverbands zum Krisengipfel in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.
Der umstrittene Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte angesichts des steigenden Drucks auf ihn dorthin geladen.
Das Resultat war keine Überraschung: Die Fifa-Führungsetage habe Infantino ihren Rückhalt zugesichert, teilte der Weltverband am Abend mit.
Unter anderem heisst es in der Stellungnahme: «Der Fifa-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder des Fifa-Vorstands bekräftigten ihre volle Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino.»

Der Standort für das Krisentreffen der Fifa-Spitze hatte dennoch viel Symbolkraft: In Rabat findet im März 2027 der nächste Kongress statt.
Dort will sich Infantino der Wiederwahl als Präsident stellen und seine zehnjährige Amtszeit weiter verlängern. Nach wie vor ist unklar, ob Infantino mit Gegenkandidaturen rechnen muss.
Gianni Infantino sucht nach Unterstützern
Englische Medien berichten nun aber, dass Marokko als Standort für den Krisengipfel noch eine zweite Bedeutung hatte.
Gemäss der «Times» soll Infantino dem marokkanischen Verband nämlich ein Angebot gemacht haben: Den WM-Final 2030 in Casablanca – im Austausch für die Unterstützung Marokkos für die Wiederwahl 2027.

Beim afrikanischen Kontinentalverband geniesst Infantino – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – stärkeren Rückhalt als in den meisten anderen Konföderationen.
Dass sich die afrikanischen Länder am Fifa-Kongress gegen den umstrittenen Präsidenten stellen könnten, gilt als unwahrscheinlich.
Fifa beharrt: «Entscheidung zu gegebener Zeit»
Dennoch wäre ein WM-Final in Casablanca in vier Jahren eine solide «Rückversicherung» für Infantino. Marokko ist zwar mit Portugal und dem neuen Weltmeister Spanien Co-Gastgeber der nächsten Endrunde.
Die überwiegende Mehrzahl der Spiele findet aber in Spanien statt. Entsprechend war auch der WM-Final in Spanien erwartet worden.

Die Fifa dementiert die Vorwürfe, Infantino wolle mit der Final-Zusage die Unterstützung von Marokko sichern.
Es sei «falsch und irreführend zu behaupten», dass Infantino «irgendwelche Zusagen» gemacht habe, so ein Fifa-Sprecher zu «Sky». «Die Fifa wird zu gegebener Zeit über die Ausrichtung des WM-Finals entscheiden.»
















