Todesstrafe

Todesstrafe in Israel stösst auf breite internationale Kritik

Esada Kunic
Esada Kunic

Israel,

Das Gesetz zur Wiedereinführung der Todesstrafe in Israel sorgt international für heftige Reaktionen.

israel todesstrafe
Itamar Ben-Gvir (M.), rechtsextremer Polizeiminister in Israel, und Abgeordnete feiern, nachdem das Parlament in der Knesset einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt hat. - keystone

Die Knesset in Israel hat sich für die Wiedereinführung der Todesstrafe entschieden, berichtet «BR24». Mit knapper Mehrheit von 62 zu 48 Stimmen verabschiedete das Parlament am Montag das Gesetz.

Die europäischen Aussenminister sprechen von einem «de facto diskriminierenden» Charakter, schreibt die «Jüdische Allgemeine».

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Deutschland, Frankreich, Italien sowie das Vereinigte Königreich äusserten ihre «tiefe Besorgnis» in einer gemeinsamen Erklärung. Sie kritisieren das Gesetz als unmenschlich und erniedrigend.

EU und UN kritisieren Wiedereinführung der Todesstrafe in Israel

Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas teilte im Namen aller 27 Mitgliedstaaten mit, dass die Verabschiedung in Israel einen schwerwiegenden Rückschritt darstelle. Man sei zutiefst besorgt über den faktisch diskriminierenden Charakter des Gesetzes, berichtet «Deutschlandfunk».

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk warnt vor massiven Verstössen gegen das Völkerrecht, berichtet «BR24». Das Gesetz treffe besonders Palästinenser in den besetzten Gebieten und verstosse gegen internationale Konventionen.

«Es ist zutiefst enttäuschend, dass dieser Gesetzentwurf von der Knesset verabschiedet wurde», sagte Türk. Eventuelle Vollstreckungen seien Kriegsverbrechen.

Todesstrafe faktisch auf Palästinenser beschränkt

Sowohl israelische Juristen als auch die Vereinten Nationen haben das Gesetz kritisiert, schreibt «Euronews». Kritiker sehen darin eine Hierarchie der Gerichtssysteme, die die Todesstrafe faktisch auf Palästinenser beschränkt.

Israel Knesset
Der Plenarsaal der Knesset in Israel. (Archivbild) - keystone

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft lehnt die Todesstrafe grundsätzlich ab, wie «BR24» berichtet. Sie begründet dies mit ethischen, menschenrechtlichen und verfassungsrechtlichen Argumenten.

Nach ihrer Auffassung verstösst die Todesstrafe gegen die Menschenwürde. Zudem verletze sie das Grundrecht auf Leben und gelte als grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe.

Kommentare

User #1466 (nicht angemeldet)

Genozid Völkermord Vertreibung Apartheid Landraub Massenmord geht weiter an Palestina durch faschistische rassistisch shovinistische Israel mit Hilfe von USA&EU&GB

User #4910 (nicht angemeldet)

Das ist deren Sache, auch wenn ich dagegen bin. Strafen die nicht Rückgängig gemacht werden können sind heikel.

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