Experte: Gericht könnte israelisches Todesstrafe-Gesetz kippen
Ein juristischer Experte rechnet damit, dass Israels höchstes Gericht das umstrittene Gesetz über die Einführung der Todesstrafe für Terroristen kippen könnte. Das israelische Parlament hatte das Gesetz am Montag mit knapper Mehrheit gebilligt.

Gegen Palästinenser, die vor Militärgerichten in den besetzten Gebieten wegen eines terroristisch motivierten Mordes verurteilt werden, müssen Richter demnach die Todesstrafe verhängen.
Gerade daraus ergibt sich nach Ansicht von Amir Fuchs vom israelischen Demokratie-Institut ein juristisches Problem. «So etwas gibt es in keiner demokratischen Rechtsordnung: Eine Todesstrafe, die zwingend ist», sagte Fuchs dem israelischen TV-Sender N12. «Es muss immer einen Ermessensspielraum für das Gericht oder die Staatsanwaltschaft bei der Strafbeantragung geben», sagte er.
Das neue Gesetz gehöre daher für ihn zu «den Dingen, die Gerichte in der Regel aufheben». Selbst in demokratischen Staaten mit Todesstrafe, wie den USA, gebe es keine Todesstrafe als Zwang. Selbst bei der bisher in Israel geltenden Todesstrafe für NS-Verbrecher sei die Hinrichtung die Höchststrafe, aber nicht zwingend.
Das neue Gesetz richte sich ausschliesslich gegen Terroristen, die Juden angreifen, erklärte Fuchs weiter. Seinen Worten zufolge würde diese Bestimmung einer gerichtlichen Überprüfung wegen Diskriminierung nicht standhalten. Der israelische Bürgerrechtsverband hatte direkt nach der Verabschiedung des Gesetzes beim höchsten Gericht Klage dagegen eingereicht.
Vertreter der Opposition hatten der rechtsreligiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorgeworfen, sie schade mit dem Gesetz wissentlich und ohne Not dem internationalen Ansehen Israels – obwohl es auch ihr klar sei, dass das höchste Gericht es mit hoher Wahrscheinlichkeit kippen werde.














