Daniel Arn (FDP): «Unser Kunstmuseum steht auf dem Spiel»

Daniel Arn
Daniel Arn

Bern,

Am 14. Juni geht es um viel mehr als ein Sanierungsprojekt – es geht um den Erhalt einer bedeutenden Institution, so Daniel Arn im Gastbeitrag.

Grossrat Daniel Arn (FDP / Muri b. Bern)
Grossrat Daniel Arn (FDP / Muri b. Bern). - zVg

Viele von uns sind mit dem Kunstmuseum Bern aufgewachsen. Wir haben das Museum mit der Schule besucht, eine Führung genossen oder Kunstwerke abgezeichnet – einige von uns kamen dank des Museums erstmals mit Kunst in Kontakt.

Wir lernten Ferdinand Hodler, Albert Anker, Meret Oppenheim, Paul Klee, Pablo Picasso, Claude Monet und Sophie Täuber-Arp kennen. Seit Generationen ist das Museum ein Ort der Begegnung mit unserer Geschichte, unserer Kunst und unseren Werten – vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.

Es ist das Zuhause von 500 Jahren Berner Kunstgeschichte. Am 14. Juni geht es um Ganze fürs Kunstmuseum Bern.

Die Bernerinnen und Berner entscheiden über die Zukunft ihres Kunstmuseums. Dabei geht es nicht nur um eine bauliche Sanierung, sondern um den Erhalt einer bedeutenden Kulturinstitution und eines Stücks Berner Identität.

Kunstmuseum BernKunstmuseum Bern
Das Kunstmuseum Bern soll saniert werden. - keystone

Der Grosse Rat hat dem Projekt im Herbst 2025 parteiübergreifend deutlich zugestimmt – nun liegt der richtungsweisende Entscheid bei der Bevölkerung.

Eine dringend nötige Sanierung

Die Ausgangslage ist klar: Die Gebäude des Kunstmuseums weisen gravierende Mängel auf. Dächer und Fassaden sind in schlechtem Zustand, die Erdbebensicherheit ist ungenügend, und zentrale technische Anlagen sind veraltet.

Besonders kritisch ist der Zustand des Erweiterungsbaus: Er musste 2019 notgesichert werden und darf aus statischen Gründen nur noch bis Ende 2030 genutzt werden. Ohne Sanierung steuern wir auf eine Teilschliessung des Museums zu. Das kann und darf keine Option sein.

Auch der Schutz der Kunstwerke ist nicht mehr ausreichend gewährleistet. Werke können teilweise nicht mehr gezeigt werden, weil sie unter den aktuellen Bedingungen kaum noch versichert werden können.

Ein durchdachtes und breit abgestütztes Projekt

Das vorliegende Projekt ist das Ergebnis eines langjährigen Prozesses. Mehrere Varianten wurden geprüft, sodass heute eine Lösung vorliegt, die insbesondere beim Kosten-Nutzen-Verhältnis überzeugt.

Es geht nicht um Prestige, sondern um eine notwendige, verantwortungsvolle Erneuerung. Das Museum wird modernisiert, funktional verbessert und endlich vollständig barrierefrei gestaltet.

Gleichzeitig wird es energetisch auf den neuesten Stand gebracht – nachhaltig und zukunftsgerichtet.

Solide Finanzierung und echte Partnerschaft

Auch in punkto Finanzierung überzeugt das Projekt. Sie wird durch eine öffentlich-private Partnerschaft sichergestellt.

Über 50 Millionen Franken werden von privaten Spenderinnen und Spendern beigesteuert – mehr als ein Drittel der Gesamtkosten.

Besuchst du oft das Kunstmuseum Bern?

Ein solches Engagement ist alles andere als selbstverständlich und ein starker Vertrauensbeweis. Diese Mittel sind jedoch an das konkrete Projekt gebunden.

Ein Nein würde bedeuten, diese aussergewöhnliche Unterstützung zu verlieren. Eine vergleichbare Finanzierung wäre in absehbarer Zeit kaum mehr realistisch.

Ein Nein wird teurer

Wer glaubt, ein Nein spare Geld, irrt. Im Gegenteil: Es würde private Mittel verspielen, jahrelange Verzögerungen verursachen und am Ende zu höheren Kosten führen.

Gleichzeitig droht die schrittweise Schliessung des Museums – mit negativen Folgen für Kultur, Bildung und den Standort Bern.

Ein Gewinn für Wirtschaft und Standort

Das Kunstmuseum Bern ist ein wichtiger kultureller und wirtschaftlicher Standortfaktor für die Region. Mit rund 100'000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr zieht es Menschen aus der Stadt, dem Kanton sowie aus dem In- und Ausland an.

Diese Gäste bleiben jedoch selten nur für den Museumsbesuch: Viele verbinden ihren Aufenthalt mit weiteren Aktivitäten. Dazu gehören Restaurantbesuche, ein Einkaufsbummel durch die Berner Altstadt, eine Übernachtung im Hotel oder ein zusätzlicher Ausflug in der Region.

Dadurch entsteht ein bedeutender Mehrwert für die lokale und regionale Wirtschaft – insbesondere für Berner KMU.

Jetzt die richtige Entscheidung treffen

Bereits vor 150 Jahren hat sich Albert Anker für den Bau des Kunstmuseums eingesetzt. Heute liegt es an uns, dieses Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Ein Nein bedeutet Unsicherheit, steigende Probleme und letztlich den Verlust von Substanz. Ein Ja hingegen steht für Verantwortung, Weitsicht und Zusammenhalt.

Ich bin überzeugt: Dieses Projekt ist richtig für Bern. Deshalb bitte ich Sie am 14. Juni, Ja zum Kunstmuseum Bern zu stimmen.

Zum Autor

Daniel Arn (61) ist Unternehmer und Berner Grossrat (FDP). Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Hans Christen AG.

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