Informationen zur Justizinitiative in der Schweiz

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    Bern,

    Die Justizinitiative sieht vor, dass künftig das Los über das Amt der Bundesrichterinnen und Bundesrichter entscheidet.

    Justizinitiative
    Sprache und Erfahrung sollen bei zukünftigen Richterwahlen des Parlaments stärker gewichtet werden. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Justizinitiative will, dass künftig das Los über das Bundesgericht entscheidet.
    • Bisher wurden die Bundesrichter von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt.

    Am 28. November 2021 entschied die Schweizer Stimmberechtigten über die sogenannte Justizinitiative ab. Sie soll die Verflechtung zwischen Politik und Justiz vermindern.

    Justizinitiative
    Die Justizinitiative will die Wahl des obstersten Gerichts der Schweiz abschaffen. - keystone

    Das Schweizer Bundesgericht entscheidet als letzte Instanz über Rechtsstreitigkeiten im zivilrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Bereich. Auch hat es bei Uneinigkeiten zwischen Kantonen oder zwischen Kantonen und dem Bund das letzte Wort.

    Justizinitiative sieht keinen Partei-Proporz vor

    Gemäss dem Bundesgerichtsgesetz besteht das Bundesgericht aus 35 bis 45 ordentlichen und nebenamtlichen Richterinnen und Richtern. Sie werden alle sechs Jahre durch die Vereinigte Bundesversammlung gewählt. Dabei wird freiwillig auf sprachliche, regionale und parteipolitische Kriterien geachtet. Auch das Geschlecht der gewählten Personen hat einen Einfluss auf die Wahl.

    Justizinitiative
    Diese Bild zeigt die Innenansicht des Blauen Saals im Bundesgericht in Lausanne. - keystone

    Das Parlament versucht ausserdem, auf die Proporzansprüche der grössten politischen Parteien Rücksicht zu nehmen. Somit stellt die grösste Partei die meisten Bundesrichter. Entsprechend zählt die SVP momentan elf, die Mitte sowie FDP je sieben und die SP sechs Richter. Grüne und GLP sind mit drei oder weniger Richtern vertreten.

    Das Initiativkomitee um den Multimillionär Adrian Gasser behauptet, dieser Prozess verletze die Gewaltentrennung zwischen Legislative und Exekutive. Richter seien nicht wirklich unabhängig von ihren Parteien.

    Auslosen statt Wählen

    Statt einer Wahl soll deswegen künftig das Los über die Bundesrichterinnen und -richter entscheiden. Eine unabhängige Fachkommission entscheidet im Vorfeld, wer sich persönlich und fachlich für das Amt eignet. Zufällig werden dann aus den geeigneten Personen die künftigen Richter ausgewählt.

    Justizinitiative
    Portraits früherer Bundesrichter hängen an einer Wand im Roten Saal des Bundesgerichts in Lausanne. - keystone

    Die Justizinitiative sieht weiterhin vor, dass Bundesrichter sich künftig keiner Wiederwahl mehr stellen müssen. Sie würden ihr Amt bis maximal fünf Jahre über das ordentliche Rentenalter hinaus ausführen können. Sollten Richter ihre Amtspflicht schwer verletzen oder dauerhaft nicht mehr im Stande sein, ihr Amt auszuüben, würden diese abberufen.

    Abstimmungsresultat

    Die Justizinitiative wurde am 28. November 2021 mit 68,1 Prozent der Stimmen abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 64,6 Prozent.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Bundesgericht
    10 Interaktionen
    Justizinitiative
    Schweizerisches Bundesgericht Sexarbeit
    2 Interaktionen
    Laut Bundesrat
    Bundesgericht
    15 Interaktionen
    Gerichtskommission:

    MEHR JUSTIZINITIATIVE

    adrian gasser justizinitiative
    61 Interaktionen
    Nach Nein
    justitzinitiative
    1 Interaktionen
    Bern
    aebischer justizinitiative
    6 Interaktionen
    Bei Justizinitiative

    MEHR AUS STADT BERN

    Philip Kohli
    1 Interaktionen
    Philip Kohli
    Dr. Sarah Schläppi
    «Sarah hat Recht»
    Die Berner Zytglogge-Uhr. - Daniel Zaugg
    Zytglogge-Zeitrichter