«Arena»

    «Arena» – FDP-Müller: «Müssen über das Rentenalter sprechen»

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Zürich,

    Wie soll die 13. AHV-Rente finanziert werden? Darüber wurde am Freitag in der «Arena» debattiert.

    «Arena»
    In der «Arena» wurde über die Finanzierung der 13. AHV diskutiert. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Sommersession wollen sich die Räte über die Finanzierung der 13. AHV einigen.
    • Thema in der «Arena» waren nun etwa eine Mehrwertsteuer-Erhöhung und Lohnabzüge.
    • Auch über ein Lebenszeitarbeitsmodell wurde debattiert.

    Das Parlament lasse sich nicht unter Druck setzen, sagte Sozialministerin Elisabeth Baume-Schneider anlässlich der Vorstellung ihrer AHV-Pläne.

    Wie ein Druckversuch klang es trotzdem: Sollten sich National- und Ständerat bei der Finanzierung der 13. AHV-Rente nicht einigen, müsse der Bundesrat handeln. Denn ohne Mehrwertsteuer-Erhöhung und/oder Lohnabzüge gerate dann die ganze AHV aus dem Lot.

    Elisabeth Baume-Schneider
    Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider präsentierte zuletzt die AHV-Reform 2030. - keystone

    Noch reicht das Geld im AHV-Topf: Im Dezember 2026 wird die 13. AHV-Rente erstmals ausbezahlt. In der «SRF Arena» rüsteten sich die Gäste aber für die anstehende Debatte in der Sommersession.

    Und man packte heisse Eisen an wie das Rentenalter und die Allzweck-Waffe Mehrwertsteuer.

    Geteilte Meinungen zur Mischfinanzierung

    Der Nationalrat will eben diese Mehrwertsteuer befristet erhöhen. Der Ständerat hingegen befürwortet eine Mischung aus höheren Lohnabzügen und einer Erhöhung der Mehrwertsteuer.

    Hinter diesem Lösungsvorschlag stellt sich in der «Arena» die Berner SP-Ständerätin Flavia Wasserfallen. Das führe zu einer Solidarität zwischen Erwerbstätigen und Rentnern bei der Mehrwertsteuer und einer Solidarität zwischen tieferen und höheren Löhnen bei den Lohnbeiträgen. Eine Mischfinanzierung sei verträglich und ausgewogen.

    Arena
    Flavia Wasserfallen, Ständerätin SP/BE. - SRF

    Auch der Solothurner Mitte-Ständerat Pirmin Bischof kann sich diese Mischfinanzierung gut vorstellen und will auch andere Einnahmequellen berücksichtigen. Der Bundesrat mache es sich zu einfach.

    SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr (Thurgau) bezeichnet die Finanzierung der 13. AHV-Rente durch höhere Lohnabgaben als schädlich. Es führe zu einer höheren Belastung für Arbeitnehmer und -geber.

    Als einzige in der Runde findet sie, dass eine Zusatzfinanzierung nicht nötig sei. «Wir müssen die Gesamtfinanzierung der AHV anschauen und nicht einfach einen Teil daraus.»

    Arena
    Diana Gutjahr, Nationalrätin SVP/TG. - SRF

    Gutjahr sagt: «Der Nationalratsvorschlag mit der befristeten Mehrwertsteuererhöhung bis 2033 ist ein Kompromissvorschlag, damit man danach über eine gesamthafte Sanierung der AHV diskutieren kann.»

    Diesbezüglich hat sie den Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller an ihrer Seite. «Wir müssen die Probleme angehen, sprich über das Rentenalter sprechen.» Das Rentenalter könne an den AHV-Fonds geknüpft werden.

    Arena
    Damian Müller, Ständerat FDP/LU. - SRF

    Höhere Steuern und Lohnabgaben gehe nicht, findet Müller.

    Mitte-Bischof für Lebenszeitarbeitsmodell

    Die Erhöhung des Rentenalters sieht auch Mitte-Ständerat Bischof langfristig als unausweichlich an. Er fragt sich aber, wer in welchem Alter pensioniert werden soll.

    Arena
    Pirmin Bischof, Ständerat Die Mitte/SO und Mitglied Parteipräsidium Die Mitte. - SRF

    Von fix bestimmten Alterszahlen hält Bischof nicht viel, von einem Lebenszeitarbeitsmodell hingegen schon. «Eines, bei dem man schaut, wie viele Jahre ein einzelner Mensch in vollen Beitragsjahren gearbeitet hat.»

    Einigen sich National- und Ständerat in der Sommersession?

    Mit Gutjahr findet sich in der «Arena» eine weitere Sympathisantin für diese Lösung. Für Müller hingegen klingt das Lebenszeitarbeitsmodell nur auf dem Papier gut.

    Rund um die Finanzierung der 13. AHV wird ab kommender Woche in der Sommersession weiter debattiert.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2887 (nicht angemeldet)

    Solche Vorschläge sollten sofort beendet werden! Es wäre an der Zeit, dass es nicht nur eine Deckelung bei den Finanzausgaben des Bundes gibt, sondern auch eine Deckelung Geld ins Ausland zu verschenken, wenn die CH-Bevölkerung solche Probleme hat, dass man ihnen immer mehr Geld wegnehmen will!

    User #443 (nicht angemeldet)

    Am besten mindestens bis 80, nur weil irgendwann mal eine Beizbesitzerin mit 70 am Tresen stand. Diese sind dann die Brandstifterlein, welche die Stimmung anheizen. Zuerst sollte man mal schauen, was der Arbeitsmarkt und v.a. die Arbeitslosigkeit, welche in BL bei 3% verharrt, macht. Was bringt es, wenn man das Rentenalter in die Höhe schiessen lässt, aber gleichzeitig zig Leute entlassen werden, wo man heutzutage schon mit 30 zu alt ist??? Völlig kopflos das Ganze.

    Weiterlesen

    Elisabeth Baume-Schneider AHV 2030
    1'148 Interaktionen
    Rentenalter tabu
    Finanzierung 13. AHV-Rente Mehrkosten
    4'341 Interaktionen
    13. AHV-Rente
    alters- und hinterlassenenversicherung
    29 Interaktionen
    Mehr Rentner

    MEHR «ARENA»

    a
    668 Interaktionen
    «Mit Waffen in Hand»
    a
    232 Interaktionen
    Verkehrs-«Arena»
    -
    159 Interaktionen
    «Arena»
    Pfister Rutz Badran Arena
    402 Interaktionen
    Nationalräte gefragt

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Teaser
    3 Interaktionen
    Richtungswahl
    a
    2 Interaktionen
    Frecher Penalty
    Zürich: Velo-Route sorgt für Ärger bei Anwohnenden
    17 Interaktionen
    Widerstand
    FCZ
    2 Interaktionen
    Sieg nach Cup-Aus