Der Pharmariese Merck hat ein Covid-Medikament entwickelt, das den Krankheitsverlauf schwächt. Das Medi soll aber zu einer 40-fachen Marge verkauft werden.
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Das Corona-Medikament Molnupiravir wird teuer verkauft. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Pharma-Riese Merck hat das erste Medikament gegen Corona hergestellt.
  • Nun verlangt der Hersteller aber das 40-fache vom Herstellungspreis.
  • Auch Impf-Hersteller Moderna profitiert von einem Preisaufschlag.

Es ist nach der Impfung einer der grössten Hoffnungsschimmer am Corona-Horizont: Das Medikament Molnupiravir des US-amerikanischen Pharma-Riesen Merck. Das Medikament soll das Risiko von Spitalaufenthalten oder Todesfällen um etwa die Hälfte reduzieren.

Obwohl das Medikament eine Impfung nicht ersetzen wird, sind die Studienergebnisse vielversprechend. Doch die guten Neuigkeiten erhielten kürzlich einen Dämpfer: Die Herstellung eines Molnupiravir-Generikums kostet nicht einmal 18 Dollar pro Therapie.

Laut übereinstimmenden US-Medienberichten verlangt Hersteller Merck jedoch 712 Dollar für eine fünftägige Kur gegen das Coronavirus.

Merck bezahlt 44 Cents pro Tablette

44 Cents kostet eine Tablette in der Produktion, 40 davon müssen während der Behandlung eingenommen werden. Somit kommt man auf einen Gesamt-Preis von rund 18 Dollar. Bedeutet: Patienten und Patientinnen müssen einen 40-fachen Preisaufschlag zahlen!

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Der Schriftzug des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA steht vor dem Innovationszentrum des Unternehmens. (Archivbild) - Keystone

Dies gibt zu Denken, denn: Merck wurde grosszügig von der US-Regierung unterstützt. Die US-Regierung hat den Entwicklern 29 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, wie die US-Nachrichtenseite «The Intercept» berichtet.

Medikament gegen Coronavirus zum Wucherpreis

Entwickelt wurde das Medikament vom US-Biotechunternehmen Ridgeback Biotherapeutics. Hersteller Merck erwarb die exklusiven Rechte für Herstellung, Vertrieb und Verkauf weltweit. Mit dem Preisregime kann also ein hoher Profit eingefahren werden.

Finden Sie den hohen Preisaufschlag fair?

«Wenn man den generischen Preis betrachtet, der bei rund 20 Dollar pro Behandlung liegt, ist der Preis absolut unverschämt.» Dies sagte Leena Menghaney von Ärzte ohne Grenzen dem Newsportal RT. «Pharmakonzerne müssen davon absehen, aus der Pandemie Profit zu schlagen.»

Impf-Hersteller profitieren von reichen Ländern und Steueroasen

Doch Merck ist nicht der einzige Pharmakonzern, der in der Pandemie eine Goldgrube zu finden wusste: Auch Hersteller der Impfungen gegen das Coronavirus verdienen sich eine goldene Nase.

Moderna liefert sein Präparat dabei fast ausschliesslich an reiche Länder. Der Pharma-Riese lasse ärmere Länder absichtlich warten und erziele dabei Milliardengewinne. Dies berichtet die «New York Times».

Ausserdem verlagere der Konzern seine Gewinne in Steueroasen, wie das Investigationsnetzwerk «Somo» weiss. Dazu gehören der US-Bundesstaat Delaware und auch die Schweiz.

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