Die Bibel ist das wichtigste Buch in seinem Leben. Davor empfand unser Halleluja-Kolumnist die «Heilige Schrift» aber dreissig Jahre lang als Bedrohung.
Sam Urech
Sam Urech besucht die Freikirche FEG Wetzikon. - Fotograf: Sebastian Heeb

Das Wichtigste in Kürze

  • Sam Urech aus dem Zürcher Oberland ist Halleluja-Kolumnist auf Nau.ch.
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Mein Vater war Pastor in einer Freikirche und schon als Säugling wurden mir Geschichten aus der Bibel erzählt.

Aufwachsen in der «Freien Missionsgemeinde Wetzikon» hatte viel Gutes. Zum Beispiel auch Freundschaften, die bis heute halten.

Paulus-Kapelle
In dieser Paulus-Kapelle wuchs Sam auf. Unten der Gottesdienst-Saal, oben die Wohnung. - zVg

Aber da gab es herausfordernde Dinge. Je älter ich wurde, umso mehr empfand ich die Bibel als Drohbrief.

Sintflut als drohender Horror

Natürlich las ich Bibelverse, die von einem lieben Gott berichten. Aber ich kannte auch die anderen Geschichten, wie Gott zum Beispiel aus Zorn die ganze Erde unter Wasser setzte.

Verschiedene Umstände führten dazu, dass ich viel zu lange davon ausging, dass Gott ein böser Gott sei. Einer, der mich hasse.

Liest man die Bibel in der Annahme, Gott sei boshaft, kann die Heilige Schrift zu einem schrecklichen Angstmacher werden.

Trotzdem zwang ich mich, die Bibel zu lesen. Weil man das als guter Christ doch so machen sollte. Ich richtete damit mehr Schaden als Nutzen an und Gott wurde in meiner Vorstellung immer schrecklicher.

Wenn Bestreben hemmt

Wie kommt man aus diesem Teufelskreis raus? Ich versuchte es zu oft mit Anstrengung, Gott gefallen zu wollen und mir so Liebe zu «erkaufen».

Bis ich plötzlich realisierte, dass ich einer Lüge glaubte und mich diese Lüge komplett lahmlegte. Die Lüge, dass Gott mich hassen würde.

In der Bibel steht: «Die Wahrheit wird euch frei machen». Das wollte ich ausprobieren: Selbst wenn mich fortan Christen verletzten oder Träume platzten, sagte ich hundertmal vor mich hin: «Gott liebt mich!»

Am Anfang veränderte sich nicht viel. Es fühlte sich eher wie ein Lippenbekenntnis an, daran glauben fiel mir schwer.

Gottes Liebe schafft Freiheit

Aber da wuchs in mir diese Gewissheit, dass Jesus mich tatsächlich liebt. Und diese Liebe nahm immer mehr Bereiche meines Lebens ein.

Bereiche, in denen ich zuvor jahrelang kämpfte und krampfte und fromme Leistung erbringen wollte. Wie zum Beispiel beim Bibellesen «aus Gehorsam».

Jesus schenkt mir seit diesem Jahr eine Liebe zur Bibel, die ich mir vorher drei Jahrzehnte lang wünschte.

Lieben Sie die Bibel?

Die Bibel wird oft missverstanden und missbraucht. Aber was immer man Ihnen auch weismachen wollte, die Wahrheit ist: Gott ist ein guter Gott.

Ein Gott, der Sie unendlich liebt. Ein Gott, der Sie von Verzweiflung, Angst und Verbitterung befreien möchte.

Ich wünsche Ihnen fürs kommende Jahr, dass auch Sie Jesus als Befreier erleben und dass Sie ihn nicht daran hindern, Ihre Lügen wegzusprengen oder behutsam zu eliminieren.

Jesus
Der Blick auf Jesus bringt Freiheit. - AdobeStock

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Zum Autor:

Sam Urech ist 37-jährig, verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam ist selbständiger Kommunikationsberater und Online-Seelsorger.

Er liebt seine Familie, Gimmelwald, Schwarzmönch Black Ale, den EHC Wetzikon, Preston North End, Darts und vor allem Jesus Christus. Sam schreibt wöchentlich auf Nau.ch über seine unverschämt altmodischen Ansichten. Wenn Sie hier klicken, finden Sie alle seine Halleluja-Kolumnen.

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