Durch die Pandemie wurden die Verkaufszahlen von Velos in die Höhe getrieben. Auch die Nutzerzahlen der Drahtesel sind markant angestiegen.
Velo
In der Pandemie hatte das Velo einiges zu kompensieren - von der verbotenen Flugreise über das geschlossene Fitnesscenter bis zum Feierabend-Ausgang nach dem Homeoffice. 2020 wurden denn auch mehr Velos verkauft. (Archivbild) - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Noch nie wurden so viele Velos verkauft wie im Jahr 2020.
  • Auch die Nutzerzahlen stiegen teilweise um über 200 Prozent zum Vorjahr.
  • Das Velo dient in der Pandemie als Ausgleich.

In ihrer über 100-jährigen Geschichte hat die Schweizer Velobranche noch nie so viele Drahtesel verkauft wie im Corona-Jahr 2020. Gemäss der ETH-Studie «Mobis Covid» stieg die Velonutzung ab März 2020 zeitweise um über 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Velohandel freute sich über eine Steigerung des Umsatzes um satte 24,4 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Franken. So steht es in der eben erschienenen Branchenstudie «Marktbulletin Velohandel Schweiz 2021» von dynaMot, dem Fachbüro für Fahrradthemen.

Fahrradstellplatz am Bahnhof
Seit der erhöhten Velo-Nachfrage hat auch der Verkauf von Zubehör zugenommen. - dpa

Die Pandemie spielte dem Zweirad in mannigfacher Hinsicht in die Speichen. Ob Ferien im Inland, Ausgleich zum Homeoffice oder alternatives Sport- und Familienprogramm viele fuhren Velo.

Gemäss dynaMot hat die Branche aber auch ein Quäntchen Glück gehabt: Weil im Jahrhundertsommer 2018 der Veloverkauf florierte, stockten Importeure und Händler im Laufe der Saison 2019 ihre Lager tüchtig auf. Dadurch konnte der Bedarf an Stahlrössern in der Pandemie von Beginn an befriedigt werden. Das Fachbüro dynaMot hat berechnet, dass etwa ein Fünftel der Lagerbestände von 2019 in die Saison 2020 übertragen wurden.

Auch Velobranche hat Engpässe wegen Pandemie

Das war auch bitter nötig, denn wegen Lockdowns in aller Welt mangelte es an Nachschub. Die Inlandanlieferung (Importe plus Schweizer Montage) von Velos und Elektrovelos sank 2020 um 0,9 Prozent auf rund 552‘500 Stück. Allein von Februar bis Mai wurden rund 70‘000 Velos weniger in den Schweizer Handel geliefert als im Vorjahr. Einige Rückstände konnten in den Sommermonaten wieder aufgeholt werden, doch insgesamt hinkte die Fertigung im Jahr 2020 der Nachfrage hinterher.

Dank der Vorratshaltung der Schweizer Händler konnten dennoch etwa 640‘000 neue Velos und Elektrovelos verkauft werden, wie dynaMot ausgerechnet hat. Allerdings durfte man nicht pingelig sein. Kunden, die ein bestimmtes Modell suchten, mussten teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

E-Bikes nach wie vor sehr gefragt

Der Siegeszug des E-Bikes dauerte an: Zum ersten Mal wurden über 200‘000 Elektrovelos in den Schweizer Markt geliefert, 10,7 Prozent mehr als 2019. In Stückzahlen waren konventionelle Velos mit einem Marktanteil von 63,2 Prozent immer noch in der Mehrzahl. Und die motorlosen Kategorien Kindervelo und Rennvelo konnten sogar um 2,4 beziehungsweise 6,3 Prozent zulegen.

E-Bike akkumulator elektrofahrrad
Ein E-Bike. (Symbolbild) - Keystone

Aber beim Verkaufswert fuhren E-Bikes ihren muskelbetriebenen Verwandten davon: 2020 waren Fahrräder mit Hilfsmotor für 65 Prozent des Fahrzeugverkaufsumsatzes im Schweizer Velohandel verantwortlich.

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