«Kein Covid»: Deshalb werden Schutzanzüge beim Hantavirus eingesetzt

Masken und Schutzanzüge drängen das Bild einer Pandemie auf. Doch Experten beschwichtigen: Das Hantavirus sei «kein neues Covid». Wie passt das zusammen?

Evakuierung Schutzanzüge
Ausgestattet mit Ganzkörper-Schutzanzügen, Masken und Schutzbrillen evakuieren die Behörden die Passagiere. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Ausbruch des Hantavirus an Bord des Kreuzfahrtschiffs «Hondius» lässt aufhorchen.
  • Schutzanzüge und Masken vermitteln das Bild, die nächste Pandemie nahe.
  • Experten dementieren: Die Vorsichtsmassnahmen seien angemessen.

Der Ausbruch des Hantavirus zeigt exemplarisch, dass die Corona-Pandemie noch immer in den Köpfen der Bevölkerung nachhallt. Begriffe wie «Patient Null», «Isolation» oder «Virus-Übertragung» lösen sofort Alarmstimmung aus.

Bilder der Evakuierung vom Atlantik-Kreuzfahrtschiff «Hondius» zeigen Menschen in Masken und Ganzkörper-Schutzanzügen – und sorgen regelrecht für Schnappatmung.

Und doch betonen Fachleute immer wieder, das Hantavirus sei «kein neues Covid». Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) versucht zu beruhigen. Das Auftreten weiterer Fälle in der Schweiz sei «unwahrscheinlich».

Doch wenn die Gefahr klein ist – weshalb wirken die Schutzmassnahmen dann so drastisch?

Behörden wollen «auf Nummer sicher gehen»

Jürg Utzinger, Direktor des Schweizer Tropeninstituts, spricht gegenüber Nau.ch von einem «Spannungsfeld».

Zwar könne sich das Virus grundsätzlich auch von Mensch zu Mensch übertragen. «Die Wahrscheinlichkeit ist aber praktisch null, da es dafür einen sehr engen Kontakt braucht.»

Dennoch würden die Behörden auf «Nummer sicher gehen und weitere Sekundärinfektionen verhindern» wollen. Anders als bei Corona handle es sich beim Hantavirus allerdings nicht um eine neue Erkrankung. Man kenne das Virus bereits und wisse grundsätzlich, wie man damit umgehen müsse.

«Trotzdem ergreifen die Behörden bewusst strenge Massnahmen», so Utzinger. «Auch weil ein grosser Teil der Weltbevölkerung die Corona-Pandemie noch in Erinnerung hat.» Eine ähnliche Situation wolle man deshalb «unbedingt vermeiden».

Für Behörden wie die Weltgesundheitsorganisation WHO sei das eine heikle Gratwanderung.

«Reagieren Sie zu wenig stark und es kommt zu weiteren Sekundärinfektionen, war es ein Versagen», erklärt Utzinger. Reagieren Sie sehr strikt und alles läuft gut, könne die Wahrnehmung entstehen, die Massnahmen seien übertrieben gewesen.

Virologin: «Angemessene Vorsichtsmassnahmen»

Auch die Virologin Isabella Eckerle hält das Vorgehen der Behörden grundsätzlich für nachvollziehbar.

Sie erklärt gegenüber Nau.ch: «Das Virus ist nicht leicht übertragbar.» Dennoch sei eine Übertragung bei engerem Kontakt möglich. Die Konsequenzen bei Ansteckung seien für die Betroffenen «massiv».

Gerade bei der Evakuierung der Passagiere seien die Schutzmassnahmen deshalb sinnvoll gewesen. Die Betroffenen seien erst nach dem Verlassen des Schiffs medizinisch untersucht und getestet worden.

Bereitet dir der Hantavirus-Ausbruch Sorgen?

«In meinen Augen sind das angemessene Vorsichtsmassnahmen», betont Eckerle. Insbesondere in einer Evakuierungssituation, in der noch nicht klar sei, wer infiziert ist und wer nicht.

Inkubationszeit kann bis zu sechs Wochen dauern

Ganz ausschliessen lassen sich weitere Fälle allerdings nicht. Die Inkubationszeit könne bis zu sechs Wochen dauern.

«Es handelt sich um ein Virus mit sehr grosser Ähnlichkeit zu bereits bekannten Hantaviren aus dieser Region.» Dieses könne mit den bestehenden Diagnostiktests erkannt werden.

Die Virologin bekräftigt: «Das Virus hat kein Potential für eine grössere Epidemie.» Insbesondere, wenn man nun Quarantäne und Isolation berücksichtige.

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Kommentare

User #6967 (nicht angemeldet)

Warum werde Massnahmen der vergangenen zensiert und nicht als Vorbereitung für die anstehende Pandemie genutzt?

User #8775 (nicht angemeldet)

Wirren schwirren zirka 1,3 Meter über dem Boden. Man kann sie sitzend bekämpfen.

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