Hantavirus: So knallhart ist Holland-Quarantäne für Schweizer

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Niederlande,

    Unter den in den Niederlanden untergebrachten Crewmitgliedern vom Hantavirus-Schiff «Hondius» ist auch ein Schweizer. Nau.ch kennt die Details.

    Teneriffa
    Am Sonntag legte das Hantavirus-Schiff in Teneriffa an. Von dort aus wurden die Personen evakuiert. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Schweizer Crewmitglied vom Hantavirus-Schiff muss sechs Wochen in Quarantäne.
    • Die Niederlanden sind für die Quarantäne zuständig.
    • Im Quarantänehotel sind keine Besuche erlaubt. Essen und Wäsche wird an die Tür gebracht.

    Sechs Wochen Quarantäne, ohne Besuch und nur kurze Spaziergänge an der frischen Luft: Dieses Programm erwartet einen Schweizer Staatsbürger in den nächsten Wochen.

    Am Sonntag traf das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» auf der spanischen Insel Teneriffa ein. Unter strengen Schutzvorkehrungen wurden die Passagiere und Crewmitglieder evakuiert und in die Heimat gebracht.

    Unter den evakuierten Crewmitgliedern des Hantavirus-Schiffs befindet sich auch ein Schweizer Staatsbürger. «Es geht ihm gut zum Glück», sagte BAG-Direktorin Anne Lévy am Wochenende. Er zeige keine Symptome.

    Schweizer in niederländischem Quarantäne-Hotel untergebracht

    Der Schweizer wurde am Sonntag allerdings nicht in die Schweiz, sondern in die Niederlande gebracht. Dort muss er sich nun sechs Wochen in Quarantäne begeben.

    Denn: Das Virus-Schiff «MV Hondius» fuhr unter niederländischer Flagge. Entsprechend sind die Niederlande für den Transport und die Quarantäne der Crewmitglieder zuständig – also auch für den Schweizer.

    Hantavirus
    Passagiere des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius steigen am 10. Mai 2026 auf dem Flughafen Eindhoven in Eindhoven, Niederlande, aus. - keystone

    Das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) gibt nun gegenüber Nau.ch die Details bekannt. «Für Besatzungsmitglieder und ausländische Passagiere, die nicht direkt nach Hause können, wurde ein Quarantänehotel eingerichtet», sagt Sprecher Coen Berends.

    Im Gegensatz dazu wurden die niederländischen Passagiere in Kleinbussen zu ihren Wohnadressen gebracht. Dort verbringen sie die Quarantänezeit in häuslicher Isolation.

    Betroffene dürfen in Quarantäne kurze Spaziergange machen

    «Während der Quarantänezeit müssen die Passagiere zu Hause bleiben. Sie dürfen kurze Spaziergänge im Freien machen. Sofern sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten und eine Gesichtsmaske tragen», sagt RIVM-Sprecher Berends.

    Die Personen werden wöchentlich auf das Hantavirus getestet. «Mahlzeiten und Wäsche werden bis vor die Tür geliefert. Besuche sind nicht erlaubt.»

    Der tägliche Kontakt konzentriere sich auf die Gesundheit der Betroffenen.

    Zusätzlich würden die Betroffenen vom kommunalen Gesundheitsdienst unterstützt. «Sie erhalten klare Anweisungen, und es besteht täglich telefonischer Kontakt», sagt er.

    Holland
    Passagiere des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius treffen am 10. Mai 2026 auf dem Flughafen Eindhoven in Eindhoven, Niederlande, ein. - keystone

    Ziel sei es, mögliche Symptome frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf sofort medizinische Versorgung einzuleiten.

    Alle zurückgeführten Passagiere wurden zudem gründlich medizinisch untersucht. Am Flughafen wurde von jeder Person eine Probe für Labortests entnommen.

    Die niederländische Regierung übernimmt zudem die Kosten der Quarantäne.

    Quarantäne soll weitere Ausbreitung verhindern

    Laut den Behörden hat sich die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsdiensten bereits bei früheren Ausbrüchen bewährt. «Menschen zu bitten, sich zu Hause in Quarantäne zu begeben, ist eine bewährte Methode zur Verhinderung der Ausbreitung.»

    Die Quarantänezeit beträgt insgesamt 42 Tage – also sechs Wochen.

    Sie begann bereits am 6. Mai. Denn: An diesem Tag gingen die mit dem Virus infizierten Patienten von Bord.

    MV Hondius
    Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» brach das Hantavirus aus. - keystone

    Rückblick: Die «MV Hondius» verliess am 1. April die argentinische Stadt Ushuaia.

    Am 11. April starb dann ein 70-jähriger Niederländer an Bord. Er gilt als Patient Null für den Hantavirus-Ausbruch.

    Das Schiff durchquerte anschliessend den Atlantik mit mehreren Zwischenstopps, wobei sich das Virus unbemerkt weiter ausbreitete.

    Erst später wurde der Ausbruch offiziell erkannt und bestätigt, nachdem mehrere Passagiere Symptome zeigten und erste Todesfälle registriert wurden.

    Bislang drei Todesfälle

    Am 6. Mai bestätigten Behörden erste Hantavirus-Fälle bei Passagieren in der Schweiz, den Niederlanden und Südafrika. Mehrere Patienten wurden per Luftrettung in europäische Spitäler gebracht.

    Besorgt dich der Hantavirus-Ausbruch?

    Gestern Dienstag gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an, dass bislang neun Menschen positiv auf das Hantavirus getestet wurden. Bei zwei weiteren Fällen geht man ebenfalls von einer Infektion aus.

    Auch in der Schweiz liegt eine Person mit dem Virus im Unispital Zürich. Zwei Kontaktpersonen befinden sich in Isolation.

    Insgesamt zählt die WHO bislang drei Todesfälle.

    Kommentare

    User #3876 (nicht angemeldet)

    Ha-ha-Hantavirus!

    User #3876 (nicht angemeldet)

    Ein Schiff wäre doch der perfekte Quarantäne-Ort. Warum bringt man die Menschen überhaupt an Land? Um wieder die nächste Virensau durchs Dorf zu treiben?

    Weiterlesen

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