Infektiologe kritisiert Covid-Impf-Kommunikation

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Bern,

Ein Infektiologe kritisiert die Corona-Kommunikation als «einseitig positiv zugunsten der Impfung». Der Bund hätte Unsicherheiten mitteilen sollen.

corona impfung
Der Bund steht wegen seiner Kommunikation zur Corona-Impfung in der Kritik. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Corona-Impf-Kommunikation des Bundes wird kritisiert.
  • Der Bund habe mit Risiken gerechnet, darüber aber nicht informiert.
  • Ein Infektiologe rät zu einer nuancierten Kommunikation.

Kürzlich veröffentlichte der Bund die ungeschwärzten Verträge mit den Herstellern der Corona-Impfstoffe. Katja Braendle zeigt sich gegenüber «SRF» fassungslos. Denn «die Verträge zeigen, dass der Bund die Hersteller geschützt hat». Er habe die Haftung übernommen und so auf die Bevölkerung abgewälzt.

Braendle ist Vizepräsidentin des Vereins Post-Vakzin-Syndrom Schweiz, der sich für die Interessen von Personen mit Schäden durch die Corona-Impfung einsetzt. Der Bund habe mit Risiken gerechnet, sagt sie. Doch davon sei nie etwas gesagt worden, in der Kampagne sei die Impfung immer als sicher und wirksam beworben worden.

Unterstützung erhält Brändle von Philipp Tarr, einem Infektiologen der Uni Basel. Er leitete von 2017 bis 2022 das Nationale Forschungsprogramm zu Impfskepsis. Die Corona-Impfkampagne zu Beginn des Jahres 2021 bezeichnet er als «einseitig positiv zugunsten der Impfung». Das BAG habe gesagt, dass das Virus das Problem sei und nicht die Impfung.

In den Studien zu den Vakzinen gebe es keine schweren Risiken, so Tarr. Doch in solchen Studien sehe man seltene Nebenwirkungen, die einmal in 100'000 Anwendungen vorkämen, nicht. «Das ist die Unsicherheit, die man hätte kommunizieren können.» Der Bund habe sich dagegen entschieden, da er gefürchtet habe, dass die Menschen skeptisch werden könnten.

BAG: Regelmässig über Nebenwirkungen informiert

Studien aus Skandinavien hätten gezeigt, dass man «nuanciert kommunizieren darf und soll». So werde das Vertrauen in die Behörden gestärkt.

Das Bundesamt für Gesundheit rechtfertigt sich gegenüber «SRF»: Man habe während der Pandemie «regelmässig» über allfällige Nebenwirkungen der Impfung informiert. Etwa mit Faktenblättern für die Bevölkerung oder Fachpersonen sowie in den Impfzentren selbst.

Wie bewertest du die Kommunikation des Bundes während der Pandemie?

Und auch die Impfschäden nehme man ernst: «Gesuche bezüglich Entschädigungen oder Genugtuungen bei schweren Nebenwirkungen werden geprüft.»

Katja Braendle aber kritisiert, dass sich viele Impfgeschädigte im Stich gelassen fühlten. Sie fordert: «Faire und vor allem unbürokratische und angemessene Unterstützung für Menschen, die gesundheitliche und finanzielle Folgen aus dieser Impfkampagne tragen müssen.»

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Kommentare

User #1447 (nicht angemeldet)

Jeder hat ein Gehirn zum denken sowie hatte die Möglichkeit die Gesetzesartikel, welche gross und fett auf dem Dokument standen selbst zu recherchieren. Die Menschen hatten nicht gelesen sondern einfach unterzeichnet, dann ist man selbst Schuld. Damit nehme ich nicht den Bund in Schutz sondern sage nur, dass ein jeder für sich selbst Hafte, wenn das das Gesetz beinhaltet. Andere hingegen sollten eine Unterstützung erhalten, welche nicht aus Eigenverschulden krank sind. Für die Menschen welche durch die Impfe krank geworden sind gibt es keine langfristige Überlebenschance und somit greift die härte des Gesetzes. SELBST SCHULD GOAL!

User #1837 (nicht angemeldet)

Denn «die Verträge zeigen, dass der Bund die Hersteller geschützt hat». Er habe die Haftung übernommen und so auf die Bevölkerung abgewälzt. / wurde doch immer als Verschwörungstheorie abgetan.

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