Hantavirus: Passagiere umarmten Witwe von Patient Null

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Cabo Verde,

Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» kam es zu einem Hantavirus-Ausbruch, der zunächst nicht erkannt wurde. Ein Passagier berichtet.

MV Hondius
Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» brach das Hantavirus aus. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Passagiere umarmten die infizierte Witwe auf der Hantavirus-Kreuzfahrt.
  • Die Crew informierte zunächst falsch über den Todesfall an Bord.
  • Der Hantavirus-Ausbruch auf der «MV Hondius» forderte mehrere Todesopfer.

Vom Hantavirus wusste an Bord zunächst niemand etwas!

Auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» löste ein erster Todesfall an Bord eine Kette von Ereignissen aus. Diese stellten sich später als Teil eines Hantavirus-Ausbruchs mit mehreren Todesopfern heraus.

Besonders im Fokus steht dabei der Umgang der Crew und Passagiere unmittelbar nach dem ersten Todesfall. Und die Fehleinschätzung der Lage durch die Schiffsleitung.

Wie der Passagier Ruhi Cenet gegenüber der «Daily Mail» schilderte, informierte der Kapitän am 12. April über den Tod eines 70-jährigen Niederländers. Dabei habe er betont, es handle sich um «natürliche Ursachen» und es bestehe kein Grund zur Besorgnis.

Diese Einschätzung sollte sich später als falsch herausstellen. Nach dem ersten Todesfall kam es laut Cenet zu emotionalen Szenen an Bord.

Die Passagiere hätten die Witwe des Verstorbenen getröstet und sie vielfach umarmt. Ohne zu wissen, dass sie selbst bereits infiziert war.

Witwe starb wenige Tage später im Spital

Cenet erinnert sich: «Alle hatten so viel Mitleid mit ihr. Sie haben sie umarmt und mit ihr gesprochen. Die Leute wollten sie einfach unterstützen, weil sie ihren Mann verloren hatte. Sie nannte uns ihre Schutzengel.»

Die Frau habe als freundlich und warmherzig gegolten.

Wenige Tage später erkrankte sie selbst schwer und wurde schliesslich in ein Spital gebracht, wo sie starb.

Machen dir die Hantavirus-Fälle Sorgen?

Der Bordalltag ist laut dem Passagier zunächst normal weitergegangen: Mit gemeinsamen Mahlzeiten, Ausflügen und Aktivitäten in enger Nähe unter den Reisenden.

Erst später habe sich gezeigt, dass sich ein Virus an Bord verbreitet hatte.

Erkrankter wird in Zürich behandelt

Insgesamt sind nach bisherigen Angaben mindestens drei Personen im Zusammenhang mit dem Ausbruch eines Hantavirus gestorben. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden sechs Fälle im Labor als Hantavirus-Infektion bestätigt.

Die Behörden verschiedener Länder sowie die WHO sind in die Abklärungen eingebunden, während weltweit Kontaktpersonen der Passagiere nachverfolgt werden.

Ein Erkrankter wird derzeit auch im Zürcher Universitätsspital behandelt.

Zudem ist eine Person aus Genf nach einem Flug mit einem Hantavirus-Erkrankten unter Beobachtung.

Crewmitglied ist Schweizer

An Bord des Kreuzfahrtschiffs «MV Hondius» befindet sich auch ein Schweizer. Er gehört laut der BAG-Direktorin Anne Lévy zur Crew.

«Er hat zum Glück keine Symptome, es geht ihm gut», sagt Lévy. Der Schweizer gelte aber als Kontaktperson.

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Kommentare

User #1719 (nicht angemeldet)

Patient null...es hat nur noch patienten auf dem planeten

User #3058 (nicht angemeldet)

Trotz Umarmung blieben alle Gesund. Wie gesagt nicht Mensch zu Mensch und in Genf seit Tagen ein Verdachtsfall der nicht Krank ist, weil nicht von Mensch zu Mensch. Fragg doch Mal wo due Krankem gleichzeitig warem, was für eine Touristen Tour die gemacht haben.

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