Sind sportliche Schüler auch besser in der Schule? Ein Team unter der Leitung der Uni Genf ging dieser Frage auf den Grund.
Studie
Sportliche Schülerinnen und Schüler haben es nicht nur einfacher im Turnunterricht, sondern schneiden laut einer neuen Studie auch in Mathe- und Grammtikprüfungen besser ab. (Themenbild) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Uni Genf untersuchte den Zusammenhang zwischen Sport und der schulischen Leistung.
  • Dazu rekrutierten sie 189 Schüler im Alter zwischen acht und zwölf Jahren.
  • Fitte Schüler schnitten im Schnitt besser in bestimmten Schulfächern ab.

Je ausdauernder Schülerinnen und Schüler rennen können, desto besser schneiden sie in bestimmten Schulfächern ab. Davon berichtet ein internationales Team unter Leitung der Uni Genf im Fachmagazin «Medicine & Science in Sport & Exercise». Sport verbessert unter anderem das Arbeitsgedächtnis, die Fokussierung auf das Wesentliche und hilft beim Multi-Tasking.

Aber hängt die körperliche Fitness tatsächlich auch mit den schulischen Leistungen der Kinder zusammen? Dieser Frage ging ein Team um die Genfer Forschenden Marc Yangüez und Julien Chanal auf den Grund.

198 Schüler im Alter zwischen 8 und 12 Jahren

Dafür rekrutierten sie insgesamt 198 Schülerinnen und Schüler zwischen 8 und 12 Jahren aus fünf Genfer Primarschulen. Um den Fitnessstand der Studienteilnehmenden zu messen, liessen sie diese einen sogenannten «Shuttle Run Test» zu absolvieren. Bei diesem Test gilt es, eine Strecke von zwanzig Metern in einem immer höheren Tempo zu absolvieren.

Anschliessend liessen die Forschenden die Schülerinnen und Schüler neun kognitive Aufgaben lösen. Dabei mussten sie etwa eine Zahlenreihenfolge auswendig lernen oder Zahlen und Buchstaben in aufsteigender Reihenfolge verbinden. Demnach berechnete das Team, dass körperliche Fitness mit dem Arbeitsgedächtnis sowie der kognitiven Flexibilität korrelieren.

Sportstudie
Nach dem Sport lösten die Schülerinnen und Schüler kognitive Aufgaben. (Symbolbild) - Keystone

In einem nächsten Schritt verglichen die Forschenden die Noten der Schüler in Mathematik und Französisch. Sie fanden heraus, dass es insbesondere statistische Zusammenhänge zwischen der Herz-Kreislauf-Fitness, der kognitiven Flexibilität und guten Noten in Mathematik sowie Grammatik, Rechtschreibung und Wortschatz in Französisch gibt.

In Textverständnis und Aufsatzschreiben zeigte sich dieser Effekt jedoch nicht. Ein Grund könnte sein, dass die Bewertung mehr von subjektiven Faktoren abhänge. Dies sei bei Mathematik oder Grammatik weniger der Fall. Das erklärte Yangüez gemäss einer Mitteilung der Uni Genf vom Dienstag.

Die Forschenden merken an, dass es sich bei den Ergebnissen um Korrelationen und keine kausalen Zusammenhänge handelt. Auch könnten die Schulnoten verzerrt sein, da die Prüfungen nicht unbedingt in allen untersuchten Schulen gleich schwierig sind.

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