In der Schweiz sind inzwischen 584 Personen am Coronavirus gestorben, 21'652 sind infiziert. Der Bundesrat hat die «ausserordentliche Lage» ausgerufen.
Basler Forscher Coronavirus
Basler Forscher analysieren, wie sich der Stress der Coronavirus und des Lockdowns auf die psychische Belastung der Schweizer auswirkt. - Nau
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Coronavirus breitet sich in der Schweiz aus. Erfahren Sie alle News im Ticker.
  • 21'652 Personen wurden bisher positiv getestet, 584 sind verstorben.
  • Neueste Zahlen vom 6. April: +552 Infizierte, +25 Tote innerhalb von 24 Stunden.
  • Unter 058 463 0000 hat das BAG eine Hotline aufgeschaltet.

Hier gibt es die aktuellsten Corona-News!

19.30: Das Coronavirus und die Pandemie stellen eine bisher nie dagewesene Belastungssituation für die Menschen dar. Da ist nicht nur die Angst vor dem Coronavirus, sondern auch die Angst vor Kündigungen und Jobverlust.

Coronavirus - Schweiz
Ein Musiklehrer gibt am Bildschirm per Videokonferenz Musikunterricht für einen jungen Trompeten spielenden Schüler, der während der Coronavirus-Pandemie zu Hause bleiben muss. - dpa

Schüler wissen nicht, wie es weitergeht, wann sie den Unterricht wieder regulär besuchen können. Das Spitalpersonal gelangt an seine psychischen und physischen Grenzen. Und: Jegliche direkten sozialen Kontakte fallen flach.

Dominique de Quervain, Neurowissenschaftler an der Universität Basel, und sein Team starten deshalb die Swiss Corona Stress Study. Diese will die Auswirkungen der Krise auf das psychische Befinden in der Schweiz eruieren.

Uni Basel Coronavirus
Dominique de Quervain erforscht unter anderem, wie Stress das Gedächtnis beeinflusst. In seiner neuen Studie will er die Auswirkungen des psychischen Stresses aufgrund des Coronavirus eruieren. - Uni Basel

Coronavirus Studie: Hoffnung auf Ergebnisse in zwei Wochen

«Die Studie ist eine grossangelegte, schweizweite Umfrage. Teilnehmen kann, wer 14 Jahre und älter ist», so de Quervain. Tendenzen zu den Ergebnissen liessen sich derzeit noch keine ausmachen.

schlafen coronavirus schlafstörungen
Der psychische Stress durch das Coronavirus führt bei vielen Menschen auch zu Schlafstörungen. - Keystone

Tatsache ist: «Stress kann sich unter anderem in Schlafproblemen, Ängsten oder deprimierter Stimmung bemerkbar machen.» Deshalb gibt es am Ende für die Teilnehmenden individuelle Tipps zur Stressreduktion. Die unterschieden sich je nach Person und Bereich. So beispielsweise das eingeschränkte Sozialleben, die beruflichen Kontakte, Freizeit, Existenzängste oder Konsumverhalten.

«Je mehr Teilnehmende um so besser. Wir hoffen, dass wir in zwei Wochen einen aussagekräftigen Datensatz zusammen haben», so de Quervain. Die Ergebnisse sollten dann in rund vier Wochen vorliegen.

18.30: Schweizweit bieten immer mehr Privatpersonen an, den Risikogruppen unter die Arme zu greifen. Doch nicht immer mit grossem Erfolg. Ein junger Mann aus Bern, der anonym bleiben möchte, erzählt gegenüber Nau.ch: «Meine Freunde und ich haben schon sehr viel positives Feedback erhalten.» Doch obwohl sie ihre Dienste via Zetteln an Berner Hauseingängen bekannt machen, seien sie nicht sehr ausgelastet. «Wir kaufen je für bis zu drei Haushalte wöchentlich ein.»

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Mit solchen Zetteln bieten Helfer den Seniorinnen und Senioren ihre Hilfe an. - zVg

Denn: Viele Senioren holen sich offenbar trotzdem noch selber Brot und Käse. «Viele ältere Personen nutzen das Einkaufen wahrscheinlich, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten», spekuliert der Berner. Daher seien noch nicht so viele Anrufe wie erwartet bei ihnen eingegangen. Viele ältere Personen würden wohl eine Weisung von einem Arzt oder aussenstehenden Person brauchen, um wirklich zu Hause zu bleiben..

Auch Vereine und Geschäfte bieten ihre Hilfe durch Einkaufs-Dienste an. Der FC Breitenrain beispielsweise. Wie Marco Hurter, Mitglied des Vereins und Verantwortlicher der Einkaufs-Truppe, erzählt, sei das Feedback durchwegs positiv.

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Hilfslieferung des FC Breitenrains. - zVg

Doch auch hier ist die Resonanz noch bescheiden. Bis jetzt haben sie sieben Personen beim Einkauf unterstützt, alle haben sich laut Hurter sehr gefreut. Die freiwilligen Helfer folgen nichtsdestotrotz dem Appell des Bundesrats und BAG. Diese empfehlen Risikogruppen, nicht nach draussen zu gehen und sich helfen zu lassen.

17.08: Die Hilfe für den von der Coronakrise stark gebeutelten Kultursektor steht bereit. Das haben das Bundesamt für Kultur (BAK) und die Dachorganisation der Kulturschaffenden am Montag mitgeteilt.

Unzählige Videokonferenzen hätten stattgefunden, sagt Nicole Pfister Fetz, Präsidentin von Suisseculture Sociale, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Suisseculture Sociale ist ein Verein, der sich auf politischer Ebene für die soziale Sicherheit professioneller Kulturschaffender einsetzt. Er verfügt zudem über einen Sozialfonds für Nothilfe. Ein Instrument, das von besonderer Bedeutung ist für eine Branche, die auch ohne Corona-Pandemie unter prekären Umständen arbeitete. In der Kulturbranche liegt das Median-Einkommen bei 40'000 Franken pro Jahr.

Nicole Pfister Fetz
Nicole Pfister Fetz, Präsidentin Suisseculture Sociale. - gsk.ch

«Der Bund stellt uns 25 Millionen Franken für die Nothilfe zur Verfügung», sagt Pfister Fetz. Dieser Betrag ist vorgesehen für die Zeit vom 21. März bis 21. Mai. Dabei werde aber Suisseculture Sociale zusammen mit den anderen Akteuren die Lage laufend beobachten. Eine Verlängerung kann der Bund prüfen.

Betroffen sind beispielsweise Musiker oder Autoren, die eine Konzerttournee oder Lesetour geplant hatten und nun alle Auftritte abgesagt wurden. Jene Menschen könnten einen Antrag stellen, «sei es für die Miete, den Lebensmitteleinkauf oder den Zahnarzt», erklärt Pfister Fetz.

15.45: Die Corona-Pandemie belastet derzeit die Kantone unterschiedlich stark. Der grösste wirtschaftliche Einbruch droht dem Kanton Tessin. Im Rahmen des nationalen Finanzausgleichs könnte der Südkanton allerdings frühestens in vier Jahren über den Ressourcenausgleich mehr Mittel für die Folgen dieser Krise erhalten.

Am nationalen Finanzausgleich sind im Zusammenhang mit der Corona-Krise keine Anpassungen vorgesehen, wie Philipp Rohr, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, erklärte.

Die Berechnung der Ausgleichszahlungen zwischen den Kantone erfolge auf Basis der Wirtschaftskraft jedes Kantons (steuerbare Einkommen und Vermögen der natürlichen Personen und steuerbare Gewinne der juristischen Personen). Wenn die Wirtschaftskraft eines Kantons stark respektive stärker als in anderen Kantonen zurückgehe, dann erhalte der betroffene Kanton, mehr Gelder.

15.14: Der Bundesrat will laut Gesundheitsminister Alain Berset bis spätestens am 16. April sagen können, wie es in der Schweiz nach dem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens weiter geht. Jetzt müssten die Anstrengungen aber fortgesetzt werden, «auch wenn wir Opfer bringen müssen», betonte er.

Berset sagte dies am Montag nach einem Besuch eines Spitals und weiterer Einrichtungen des Walliser Gesundheitssystems an einer Medienkonferenz in Sitten. Daran nahmen auch der Walliser Regierungspräsident Roberto Schmidt und die Walliser Vorsteherin des Departementes für Gesundheit und Soziales, Esther Waeber-Kalbermatten, teil.

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Bundesrat Alain Berset desinfiziert sich bei der Pressekonferenz im Wallis die Hände. - keystone

Mit Blick auf Österreich, das ab dem 14. April die Einschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise lockern will, sagte Berset, er nehme den Entscheid zur Kenntnis. «Auch wir werden Schritt für Schritt zurückkehren in die Normalität.»

Zugleich betonte der Gesundheitsminister, dass Österreich halb so viele Fälle habe wie die Schweiz. «Wir beobachten sehr genau, was in anderen Ländern passiert.» Der Ausstieg solle so schnell wie möglich erfolgen, aber die Gesundheit habe immer noch Priorität.

«Der Bundesrat wird bis spätestens am 16. April sagen können, wie es weiter geht», fügte Berset hinzu. Es müsse auch beachtet werden, dass in der Schweiz die Zahl der Infizierten nach wie vor steige. «Wir sind noch nicht am Peak.» Aber auch wenn dieser erreicht sei, sei die Zeit für Lockerungen noch nicht gekommen. «Erst wenn die Zahlen runter gehen, kann man anfangen zu lockern.»

13.01: In Zürich ist mit einem Airbus der Swiss eine erste Schutzmaterial-Lieferung für Zürcher Spitäler aus China eingetroffen. Es handelt sich laut der Gesundheitsdirektion um «dringend benötigte» Schutzkittel. Weitere Flüge sind geplant.

Die Schutzausrüstung traf am Sonntagabend aus Shanghai am Flughafen Zürich ein, wie die Gesundheitsdirektion mitteilte. Damit beliefert werden 34 Institutionen des Gesundheitswesens in den Kantonen Zürich und Schwyz.

In den kommenden Tagen sind weitere Flüge geplant. In den nächsten Tagen und Wochen werden die 34 Institutionen des Gesundheitswesens mit weiteren Schutzmaterialien wie Masken, Handschuhe und Sicherheitsbrillen beliefert. Über die Kantonsapotheke sollen nach Möglichkeit auch Hausärzte, Hebammen, Spitex und Heime versorgt werden.

12.50: Die Post bringt wegen des Coronavirus eine eigene Marke heraus. «Covid19 Solidarität» zeigt zum einen die Solidarität im Land. Zum anderen kommt ihr Erlös jenen zu Gute, die aktuell dringend Hilfe benötigen.

Das Geld verteilen werden die Glückskette und das Schweizerische Rote Kreuz, wie die Post am Montag mitteilte. Die einzelne Marke kostet fünf Franken. Die Marken sind im Zehnerblock zu 50 Franken erhältlich. Kundinnen und Kunden spenden damit den Betrag.

Coronavirus
Die Post hat eine Solidaritäts-Briefmarke auf den Markt gebracht. - Post

12.43: Das Bundesamt für Gesundheit hat die neuen Corona-Zahlen veröffentlicht. In den vergangenen 24 Stunden wurden demnach 552 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 25 Personen sind verstorben.

Damit haben sich gemäss BAG in der Schweiz bisher 21'652 Personen mit dem Virus infiziert und 584 Personen sind gestorben.

11.26: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt ab sofort seine Grippeberichterstattung ein. Denn die aktuelle Situation rund um die Covid-19-Pandemie habe Einfluss auf die Datenerhebung für die grippeähnlichen Erkrankungen.

Einerseits seien die Symptome von Covid-19 und einer Influenza-Erkrankung ähnlich. Covid-19 könne daher in die Statistik der grippeähnlichen Erkrankungen einfliessen, schrieb das BAG am Montag in seinem wöchentlichen Bulletin.

Andererseits verändere die aktuelle Lage das Verhalten von erkrankten Personen bezüglich Arztkonsultationen. Das müsse in der Interpretation der Daten ebenfalls berücksichtigt werden. Die Daten seien aus diesen Gründen zunehmend weniger aussagekräftig für Influenza. Aus diesem Grund werde die Grippeberichterstattung ab sofort eingestellt.

10.58: Fast 5000 Armee-Angehörige stehen für die Corona-Krise im Einsatz. 4000 davon im Sanitätsbereich, wie Brigadier Raynald Droz am Samstag erklärte. Vielen Soldaten schlage die Situation auf die Psyche, führte Droz aus. Umso grösser offenbar das Bedürfnis nach Snus.

Raynald Droz, Brigadier, Stabschef Kommando Operationen Bundesamt für Verteidigung und Bevölkerungsschutz (VBS).
Raynald Droz, Brigadier, Stabschef Kommando Operationen Bundesamt für Verteidigung und Bevölkerungsschutz (VBS). - Keystone

Wie der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) in einer Mitteilung schreibt, würden die Soldaten im Sondereinsatz massenhaft Snus bestellen. Der Konzern werde von Anfragen nach Tabakprodukten überhäuft.

Sprecher Benjamin Petrzilka betont jedoch: «Wir bieten den Soldaten in dieser Situation ausschliesslich rauchlose Produkte an und achten darauf, dass diese Sendungen nur an bestehende Nikotinkonsumenten gelangen.» Der rauchlose Snus belaste die Lungen nicht, so BAT.

Snus
Rauchfreier Snus ist bei den Soldaten im Corona-Sondereinsatz besonders beliebt. - BAT

Gefährlich: Experten haben in den vergangenen Wochen immer wieder gewarnt, dass der Konsum von Zigaretten und E-Zigaretten das Risiko einer Corona-Erkrankung steigere.

10.13: Der Tessiner Krisenstab hat in Locarno und Tre Valli zwei weitere ambulante Untersuchungszentren für potentielle Covid-19-Patienten eingerichtet. Diese sollen Hausärzte und Notfallstationen entlasten. Bereits am 26. März sind vier sogenannte Covid-19-Checkpoints in Mendrisio, Lugano, Agno und Giubiasco eröffnet worden.

Die ambulanten Zentren stehen ab dem 6. April Personen mit potentiellen Coronavirus-Symptomen offen, wie der kantonale Führungsstab am Montagmorgen mitteilte.

Coronavirus Lugano Tessin
Blick in einen Behandlungsraum des Spitals Moncucco in Lugano. Die Klinik Moncucco in Lugano ist eines der medizinischen Zentren im Kanton Tessin zur Behandlung von Coronavirus Patienten. - Keystone

Potentiell Infizierte werden gebeten, sich erst nach telefonischer Absprache mit einem Arzt bei einem der Untersuchungszentren zu melden. Diese sind von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet.

Zudem meldet das Tessin 12 Todesfälle innerhalb der letzten 24 Stunden. 38 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt wurden bis Montagmorgen im Kanton Tessin 2546 Personen positiv auf das Virus getestet. 189 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben.

10.11: Vor lauter Behördenmassnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus könnten Rechtsstaat und Menschenrechte in der Schweiz in Schieflage geraten. Davor warnt humanrights.ch, eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Bern.

Aus medizinischer und gesundheitspolitischer Sicht seien die Massnahmen notwendig. Aus menschenrechtlicher und rechtsstaatlicher Sicht müssten sie jedoch in zeitlicher und sachlicher Hinsicht auf das absolute Minimum beschränkt werden, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Zur Bekämpfung des Coronavirus habe der Bundesrat eine Vielzahl weitreichender Massnahmen beschlossen. Sein Vorgehen zur Bewältigung der Krise beinhalte diverse Eingriffe in die Grund- und Menschenrechte. Die gesundheitspolitische Notwendigkeit der Massnahmen dürfe den Blick jedoch nicht verstellen: Nur menschenrechtskonforme Ansätze könnten die Gesellschaft nachhaltig schützen.

08.13: Das frühlingshafte Wochenende war ein zweischneidiges Schwert. So schön das Wetter auch war, so viele Schweizerinnen und Schweizer zog es an aussichtsreiche Orte. Daher sah sich der Kanton Freiburg offenbar gezwungen, den Gipfel des Mont Vully (653 m ü. M.) zu sperren.

Der Berg, welcher zwischen dem Murten-, Neuenburger- und Bielersee liegt, ist leicht zu erreichen und bietet eine schöne Aussicht aufs Seeland. Wie ein Leser berichtet, habe man am Wochenende bis fast ganz nach oben wandern oder radeln können, dann hätten Absperr-Balken den Zugang zum höchsten Punkt von mehreren Seiten versperrt.

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Eine der Zugangsstrassen auf den Aussichtspunkt auf dem Mont Vully wurde hier mit einem Balken abgesperrt.
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Trotzdem seien zahlreiche Ausflügler, aber auch Einheimische, auf den Gipfel marschiert, berichtet ein Leser.
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Es sei nirgends erklärt worden, ob die Absperrung für alle gelte.
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Auch auf der gegenüber liegenden Strasse hätte eine Absperrung das Besteigen des Gipfels verhindern sollen.
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Erst auf dem Gipfel oben sei ausführlicher erklärt gewesen, dass der Platz gesperrt sei. Daran gehalten haben sich offenbar nicht alle.

«Vielen war das aber egal, sie gingen trotzdem bis ganz nach oben. Schliesslich hatte man den gröbsten Teil geschafft, da will man doch die Aussicht geniessen», nervt sich dieser. Auch sei auf den Absperrungen nicht erkenntlich gewesen, ob diese auch für Fussgänger gelten. Erst beim Aussichtspunkt sei auf einem Schild die Sperrung ausführlicher erklärt worden.

Schlussendlich ist es den Kantonen und Gemeinden überlassen, welche öffentlichen Plätze diese sperrt, damit Menschenansammlungen vermieden werden. Ob nun noch mehr Berggipfel gesperrt werden, bleibt abzuwarten.

07.09: Die Zahl der Stellenausschreibungen in der Schweiz ist mit der Zuspitzung der Corona-Krise massiv gesunken. Sie sackte innert nur zwei Wochen um rund 26 Prozent ab, wie Spezialauswertungen im Rahmen des Adecco Group Swiss Job Market Index für die Schweizer Stellenbörsen zeigen.

Noch kurz vor dem 16. März, als der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» verkündet hatte, zeigte der Job Index im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ein Plus von 4 Prozent auf, wie der Schweizer Stellenvermittler am Montag mitteilte.

Der Einbruch der Stellenausschreibungen seither sei markant und erinnere bereits jetzt an vergangene Krisen wie etwa der Frankenschock 2015 oder die Bankenkrise 2008, meint Nicole Burth, CEO der Adecco Gruppe Schweiz. Die Ausgangslage sei hier allerdings eine völlig neue, sodass dank Kurzarbeit die Chancen für eine mittelfristige Erholung intakt seien.

05.00: Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich sieht weiteren Handlungsbedarf des Staates in der Coronavirus-Krise. Die derzeitigen Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft würden nicht ausreichen.

Dies sagte der Leiter der Institution, Jan-Egbert Sturm, den «Zeitungen der CH-Media» vom Montag. Kurzarbeit und Kredite allein reichten nicht, betonte er. «Sind nach der Krise viele Betriebe überschuldet, werden sie auf Jahre hinaus nicht investieren», sagte Sturm. Für Innovationen fehle dann das Geld und die Wirtschaft würde weniger stark wachsen.

Konjunkturforscher fordert mehr Massnahmen - Keystone

Daher plädierten die Forscher, dass der Staat die Unternehmen weiter entlastet. Er solle etwa Mietkosten oder Zinszahlungen übernehmen, schlugen die Wissenschaftler vor. «Es wäre eine Art von Kurzarbeit-Regime für Kapital», erklärte der KOF-Direktor. Zwar solle der Staat nicht alles übernehmen, aber eine gewisse Leistung sei angebracht. Die Betriebe, ihre Vermieter und deren Geldgeber stünden allerdings ebenfalls in der Pflicht, sagte er.

«Alles, was wir jetzt nicht tun, kommt uns später teurer zu stehen», warnte Sturm. So könne etwa die Arbeitslosenquote in der Schweiz stark steigen. Ausserdem würden inmitten der Krise kaum neue Arbeitsplätze geschaffen und auch danach seien die Unternehmen zunächst zurückhaltend. Das Land sei aber in der finanziellen Lage, solche A-fonds-perdu-Beträge zu stemmen, ohne die Grenze der Stützungsmassnahmen von 100 Milliarden Franken zu überschreiten, hiess es.

19.30: Trotz Sonnenschein und mancherorts frühsommerlichen Temperaturen über 20 Grad sind die Menschen am Wochenende nicht in Scharen ins Freie geströmt. In der ganzen Schweiz waren Polizisten unterwegs, um die BAG-Regeln durchzusetzen. Sie mussten immer wieder Gruppen ermahnen werden, sich aufzulösen und den Abstand einzuhalten.

In rund 130 Fällen musste die Kantonspolizei Basel-Stadt Uneinsichtigkeit feststellen und mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken wegen eines Verstosses gegen das Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum reagieren.

BAG
Schweizer halten sich grösstenteils an die Regeln des BAG. - keystone

Im Kanton St. Gallen ist die Polizei wegen der Vorschriften gegen die Coronavirus-Pandemie innerhalb eines Tages über hundert Mal ausgerückt. Über das Wochenende stellte die St. Galler Stadtpolizei über 120 Ordnungsbussen aus, wie sie am Sonntag mitteilte.

Auf der Nord-Süd-Achse am Gotthard blieb es sehr ruhig. Ein Sprecher der Kantonspolizei Uri gab das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn mit «keine 10 Prozent» des üblichen Ausmasses an. Es habe «keine Sekunde» Stau gegeben.

18.31: Wenige Tage nach der Ankündigung des Lockdowns machte der Bundesrat eine Kehrtwende beim Schutz von Risikogruppen. Der betroffene Artikel 10c konnte plötzlich so ausgelegt werden, dass Risikogruppen zur Arbeit gezwungen werden können (Nau.ch berichtete).

Nun konnten sich die Sozialpartner einigen, berichtet heute der «Blick». «Wir haben zusammen mit den Arbeitgebern intensiv an Lösungen und Kompromissvorschlägen gearbeitet und diese den zuständigen Departementen unterbreitet», sagt Luca Cirigliano, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds SGB.

Luca Cirigliano
Luca Cirigliano ist Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds. - Keystone

Risikogruppen sollen demnach wenn möglich von daheim aus arbeiten. Ist dies nicht möglich, sollen künftig striktere Regeln gelten. «Besonders gefährdete Arbeitnehmende dürften in diesem Fall nur eingesetzt werden, wenn es sich um eine besonders wichtige Tätigkeit handelt und wenn ein akuter, nachweisbarer Personalmangel herrscht.»

Neu braucht es eine Risikoanalyse, ob die Hygiene- und Schutzmassnahmen eingehalten werden können. Diese übernehmen die Arbeitsinspektorate oder die SUVA. Nun muss noch der Bundesrat grünes Licht geben. «Die Signale sind positiv», sagt Cirigliano der Zeitung.

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