«Wenn es eine Busse gibt, dann halt.» Bruno Suter, der Wirt des «Hölloch» in Muotathal SZ will sich trotz Coronavirus nicht an die Zertifikatspflicht halten.
Bruno Suter Coronavirus
Bruno Suter, Besitzer des «Gasthaus Hölloch» in Muotathal SZ, will sich nicht an die Zertifikatspflicht halten. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Beizer aus Muotathal SZ sagt klar: Bei der Zertifikatspflicht zieht er die rote Linie.
  • Die Busse von 10'000 Franken nimmt er in Kauf, er erwarte bald eine Polizeikontrolle.
  • Bis dahin werde er auch im Innenraum des «Hölloch» alle Gäste bedienen.

Seit der Einführung der Zertifikatspflicht in den Innenräumen von Restaurants am Montag hat sich gezeigt: Beizen-Besitzer, die gegenüber der Massnahmen gegen das Coronavirus kritisch sind, finden viele Schlupflöcher. So halten einige die Terrassen offen, schliessen aber die Innenräume. Denn auf der Terrasse brauchts kein Zertifkat.

Anders sieht das im «Hölloch» in Muotathal SZ aus. Schon am Sonntag erklärte Wirt Bruno Suter gegenüber «Telezüri», er werde sich nicht an die Zertifikatspflicht halten. Nau.ch sprach am Telefon mit dem rebellischen Beizen-Besitzer.

Coronavirus Zertifikatsplicht
Die Terrasse des Gasthauses «Hölloch» in Muotathal SZ. Hier wehrt man sich gegen die Zertifikatspflicht aufgrund des Coronavirus. - Google Maps

Am ersten Tag der Zertifikatspflicht habe es zumindest bis am späteren Nachmittag noch keine Polizeikontrolle gegeben, jubelt er. Die Beiz habe aber vorsorglich schon am Freitag einen Anruf von der Kantonspolizei erhalten.

«Wenn es eine Busse gibt, dann ist das halt so», meint Suter, ein ehemaliger Schwyzer Regierungsratskandidat. Er würde aber juristisch dagegen vorgehen, trotz wenig Chancen auf Erfolg: «Ich habe eine Juristin zu Rate gezogen, diese hat aber eine eher schlechte Prognose abgeliefert.»

Coronavirus: Suter übernimmt Busse von zehn Gästen

Zu den 10'000 Franken Busse, die der Wirt bei einem Verstoss gegen das Covid-Gesetz zahlen muss, könnte noch mehr kommen. Suter erklärt nämlich: «Ich übernehme die Bussen der ersten zehn Gäste bei uns.»

Was halten Sie von der Aktion des Beizen-Besitzers?

Wenn dann die unvermeidliche Kontrolle der Kantonspolizei komme, wäre es Suter lieber, wenn keine Medien anwesend seien. «Ich will nicht polemisieren, ich bin nicht mediengeil. Ich tue das für mein eigenes Seelenheil.»

Er plane auch nicht, ein «Cabaret» gegenüber den Polizisten zu machen, wie er es ausdrückt. «Sie machen auch nur ihren Job.» Da das Restaurant am Dienstag und Mittwoch geschlossen ist, erwartet er den Polizeibesuch am kommenden Donnerstag.

Will dennoch keine Schliessung riskieren

Eine Schliessung des Restaurants wegen der Gesetze zum Coronavirus werde er aber nicht riskieren. «Ich muss auch an mein Personal denken», bedenkt Suter. Nach der erwarteten Verwarnung würde man sich halt etwas anderes überlegen. So könnte sich der Besitzer des «Hölloch» vorstellen, wieder Take-Away anzubieten.

Ein Punkt ist für Bruno Suter aber ganz besonders wichtig: «Wenn die Geimpften ausgeschlossen würden, würde ich genau gleich reagieren.» Die «Spaltung der Gesellschaft» ist für ihn das grösste Problem, das Massnahmen gegen das Coronavirus verursacht.

Bruno Suter
Beizen-Besitzer Bruno Suter im Wahlkampf für den Regierungsrat Schwyz im Jahr 2012. (Archivbild) - keystone

Es ist nicht das erste Mal, dass der Muotathaler mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Beim Bericht über seinen Wahlkampf zum Regierungsrat im Jahr 2010 bezeichnete ihn der «Tagesanzeiger» als «Behördenschreck». Damals protestierte er auf ähnliche Weise gegen das neu eingeführte Rauchverbot in den Innenräumen von Restaurants.

Mehr zum Thema:

Wahlkampf Telefon Franken Gesetz Coronavirus