Coronavirus

    Coronavirus: Immer mehr Impfdosen wandern in den Müll

    Anna Baumert
    Anna Baumert

    Bern,

    In der Schweiz nimmt die Anzahl weggeworfenen Impfdosen gegen das Coronavirus zu. Die Abschätzung der Nachfrage stellt eine zunehmende Herausforderung dar.

    impfstoff
    5713 Meldungen über schwerwiegende Nebenwirkungen von Impfstoffen. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Unentschlossene sollen mit spontanen Walk-Ins von der Corona-Impfung überzeugt werden.
    • Dies bringt jedoch eine schlechtere Planbarkeit der Nachfrage mit sich.
    • Nun werden immer mehr Impfdosen gegen das Coronavirus weggeworfen.

    Die Freude war bei vielen gross, als die breite Bevölkerung sich endlich zur Impfung gegen das Coronavirus anmelden konnte. Die Vakzine waren heiss begehrt – und anfangs nur begrenzt vorhanden.

    Jetzt hat das Blatt sich jedoch offenbar gewendet. Mittlerweile scheint es zu viele Impfdosen zu geben. Denn: Immer mehr Impfstoff wandert in den Müll, wie CH Media berichtet.

    Coronavirus: Angebrochene Impf-Ampullen werden weggeschmissen

    Der Hintergrund ist, dass Impfdosen nicht einzeln geliefert werden, sondern in Mehrfachampullen. Wird eine solche angebrochen, muss sie zügig aufgebraucht werden. Finden sich innerhalb von sechs Stunden nicht genug Impfwillige, muss der Rest weggeworfen werden. In einer Ampulle des Herstellers Moderna befinden sich zehn Dosen, bei Pfizer/Biontech sind es sechs.

    Moderna Impfstoff coronavirus
    Ein Fläschchen des Moderna-Impfstoffes steht neben Spritzen. - dpa

    Dies stellt angesichts der vielen spontanen Impfungen in Walk-Ins eine Herausforderung dar: Die Nachfrage abzuschätzen, wird zunehmend schwieriger. David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, erklärt gegenüber den Zeitungen: «Je mehr Impfangebote es gibt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht verwerteter Impfstoff vernichtet werden muss.»

    Die Unentschlossenen mit Walk-In-Angeboten von der Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen, bringt also schlechtere Planbarkeit mit sich. Die Kantone versuchen bereits, so viele Impfdosen wie möglich zu retten. So werden etwa die angebrochenen Ampullen an Spitäler übergeben.

    Es kommt wohl auch vor, dass Impfwillige, die kurz vor Impf-Schluss ins Walk-In kommen, auf den nächsten Tag vertröstet werden. Dies, wenn es keine geöffneten Ampullen mehr gibt.

    BAG: Kleinere Ampullen sind «Diskussionsgegenstand»

    Eine weitere Massnahme, um die Verschwendung einzudämmen, wären kleinere Ampullen. Das BAG erklärt gegenüber CH Media, die Verkleinerung der Vials sei «Diskussionsgegenstand mit den Impfherstellern». Die Kantone würden dies begrüssen.

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    BAG-Direktorin Anne Lévy spricht an einem Point de Presse zum Coronavirus. - Keystone

    Denn nicht nur der Kanton Luzern beobachtet, dass mehr Impfdosen weggeworfen werden müssen. Genaue Kenntnisse von der Anzahl entsorgter Impfdosen habe man nicht. Ein Anstieg sei jedoch auch in Bern und Zürich zu verzeichnen. Das Niveau der weggeworfenen Impfdosen sei jedoch noch immer «tief», heisst es von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich.

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