In der Schweiz wird jetzt auch mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft. Die Nachfrage hält sich jedoch bei der Lancierung in Grenzen.
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Eine Arzthelferin zieht in einer Hausarzt-Praxis eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gegen das Coronavirus auf. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz sind jetzt auch Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson möglich.
  • Ein Grossteil der vom Bund gekauften Dosen wurden allerdings noch nicht verabreicht.

In der Schweiz hat sich die Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson bei der Lancierung in Grenzen gehalten: Der Grossteil der vom Bund gekauften 150'000 Dosen wurde vorerst noch nicht verabreicht oder gebucht. Dies gemäss Angaben der Kantone.

Der Kanton Waadt verzeichnete in den ersten 24 Stunden rund 400 Anmeldungen: «Die Nachfrage ist im Moment sehr durchschnittlich.» Dies sagte der Leiter der Impfkampagne im Kanton Waadt, Blaise Genton, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage.

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Eine Fachperson verabreicht eine Impfung gegen das Coronavirus. (Symbolbild) - Keystone

Im Kanton Thurgau haben sich bisher 427 Personen für die Impfung mit Johnson & Johnson registriert. Dem Kanton stehen 4800 Dosen zur Verfügung.

In Appenzell Ausserrhoden wurden 179 Termine gebucht, zudem haben Hausarztpraxen 55 Dosen des Impfstoffs bestellt. Dem Kanton stehen total rund 1000 Dosen zu. In St. Gallen gibt es erst zehn Anmeldungen bei rund 9000 Dosen.

In St. Gallen konnten sich vorerst erst Personen anmelden, die aus medizinischen Gründen die mRNA-Impfstoffe nicht vertragen. Für alle übrigen, die eine mRNA-Impfung ablehnen, gibt es ab dem 19. Oktober Walk-in-Impfungen ohne Voranmeldung.

Im Kanton Genf, der 7200 Dosen erhalten hat, haben sich 287 Personen angemeldet. Von denen sollen zwei Drittel am Donnerstag und ein Drittel am Dienstag geimpft werden. 15 Allergiker und Allergikerinnen bekundeten Interesse am vektorbasierten Wirkstoff. Laut einem Sprecher des Gesundheitsdepartements rechnete der Kanton mit doppelt so vielen.

50 Anmeldungen im Kanton Glarus

In der Stadt Basel wurden 185 Termine vergeben. Der Stadtkanton erhält rund 3400 Dosen. Die ersten Impfungen werden am Freitag verabreicht. Der Ansturm wie zu Beginn der mRNA-Impfung blieb zunächst aus, wie es hiess.

Im Kanton Glarus meldeten sich 50 Menschen für eine Impfung mit Johnson & Johnson für den Impftag an. Dieser findet am kommenden Donnerstag statt. Dies sagte ein Sprecher der Verwaltung.

Bisher seien keine weiteren Impftage mit dem alternativen Impfstoff geplant. Dem Kanton sind 700 Dosen zugeteilt.

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Ein Gebäude des US-Konzerns Johnson & Johnson. - Johnson & Johnson

In der Schweiz begann die Impfkampagne mit dem Vektorimpfstoff des US-Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson am Mittwoch. Der Bund bestellte insgesamt 150'000 Dosen.

Mit dem Produkt sollen Allergiker zu einer Impfung bewogen werden. Sowie Leute, die skeptisch sind gegenüber der neuen mRNA-Wirkstofftechnologie von Pfizer/Biontech und Moderna. In der Schweiz ist die Impfrate geringer als in anderen Ländern, obwohl ausreichend Impfdosen verfügbar wären.

Dieser Vektorimpfstoff erfordert nur eine Injektion und kann Personen ab 18 Jahren verabreicht werden. Er ist nicht empfohlen für Personen mit geschwächtem Immunsystem oder für schwangere oder stillende Frauen.

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