Eine Studie zur Generation Alpha bringt erschütternde Erkenntnisse. In mehreren Bereichen erreichen Kinder mit Jahrgang 2010 einen historischen Tiefpunkt.
Kinder traurig
Eine Studie zeigt: Die Kinder der Generation Alpha (11-jährig und jünger) sind historisch traurig. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Institut für Generationenforschung hat eine Studie zur Generation Alpha durchgeführt.
  • Studienleiter Rüdiger Maas bilanziert: «Wir hatten noch nie so viele unglückliche Kinder.»
  • Neben der Corona-Pandemie werden auch die Eltern als einer der Gründe aufgeführt.

Die ersten Kinder der Generation Alpha (2010 bis 2025) sind mittlerweile elf Jahre alt. In einer repräsentativen Studie des Instituts für Generationenforschung wurde die jüngste Generation nun unter die Lupe genommen: Die Studien-Ergebnisse sind bedenklich.

Über 1200 Pädagogen, die täglich mit Kindern der Generation Alpha arbeiten, wurden bei der Studie befragt. Demzufolge stützen sich die Ergebnisse auf mehr als 22'500 Kinder ab. Und das Bild, welches die Experten zum Nachwuchs malen, ist düster: Die Kinder sind auffällig unglücklich und haben grosse motorische Probleme.

«Noch nie so viele unglückliche Kinder»

Generationenforscher und Studienleiter Rüdiger Maas bilanziert: «Es gab noch nie so viele unglückliche Kinder. Sie sind auch weniger begeisterungsfähig als noch vor zehn Jahren.» Der Psychologe fordert: «Wir sind es unseren Kindern schuldig, diesem Trend entgegenzusteuern.»

Maas
Generationenforscher Rüdiger Maas stellt bei den Kindern der Generation Alpha übermässig viel Traurigkeit fest. (Symbolbild) - Keystone

Pandemie und überforderte Eltern

Nicht überraschend spielt die Corona-Pandemie in dieser düsteren Beurteilung eine entscheidende Rolle. Maas findet, dass die Politik Eltern und Kinder in der Pandemie völlig alleingelassen hat. Er glaubt: «Da hat man vonseiten der Regierung eine ganze Generation ausgespart.»

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Kindern der Generation Alpha (ab Jahrgang 2010)?

Trotzdem habe es erste Anzeichen auf die negativen Studien-Ergebnisse auch schon vor der Pandemie gegeben. Eine grosse Rolle spielen dabei in den Augen der Experten auch die Eltern.

Eltern Kinder
Pädagogen geben an, dass viele Eltern ihre Kinder abgeben und von den «Betreuern» die Lösung von Konflikten erwarten. (Symbolbild) - Keystone

Gerade die jungen Eltern aus der Generation Z (ab 1995) – jener direkt vor Alpha – seien zunehmend überfordert.

Überbehütung als Entwicklungs-Bremse

Ausserdem ist gemäss der Studie die Überbehütung der Kinder ein grosses Problem. Rund 27 Prozent der 8- bis 9-Jährigen sollen davon betroffen sein. Die Auswirkungen sind ähnliche wie bei Vernachlässigung,

Problem Überbehütung
Ein Problem ist auch die Überbehütung von Kindern. (Symbolbild) - Keystone

Durch Eltern, die ihr Kind überbehüten und alle Probleme aus dem Weg räumen, fehlen den Jungen die Erfahrungen. Selbstständigkeit und Problemlöseverhalten leiden darunter. Ausserdem drohen sie, mit einer Fülle an Events eine Reizüberflutung bei den Kindern zu bewirken.

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