Eurovision-Klischee «Love Love Peace Peace»
In diesem Monat ist wieder Eurovision Song Contest. Wie gewinnt man eigentlich diese Show? Vor zehn Jahren präsentierten Måns Zelmerlöw und Petra Mede beim ESC-Finale in Stockholm als Pausen-Act das Klischee-Lied «Love Love Peace Peace», in dem stereotype Zutaten präsentiert wurden, die vermeintlich direkt zum ESC-Sieg führen.

Schritt eins sei ein kraftvoller Auftakt, hiess es, Schritt zwei seien Trommeln, bei denen es nicht schade, wenn sie von Männern mit freiem Oberkörper gespielt würden. «Es hat sich auch als hilfreich erwiesen, genau das Gegenteil zu tun: Nehmen Sie eine Oma.»
Hilfreich sei es etwa auch, den ethnischen Hintergrund des Landes zu präsentieren, mit einem traditionellen Volksinstrument, das niemand kenne – eher gespielt von einem alten Mann mit Bart als von einem jungen Model. «Erfinden Sie einfach etwas, niemand wird es merken!»
Siegen könne man auch mit einer Geige. Damit ein Lied nicht zu altmodisch wirke, biete sich auch ein scratchender DJ auf der Bühne an. Auch angeblich gut für Siegeschancen: eine Windmaschine, in die Fernsehkamera schauen, damit das Publikum sieht, dass man liebenswert und nicht verzweifelt ist, alte Frauen, die auf der Bühne Brot backen, ein Mann in einem Hamsterrad, eine brennende Klavier-Attrappe oder ein Russe auf Rollschuhen.
«Love Love Peace Peace» war ein Parodie. Aber wie das so ist mit Parodien: Sie sind nur gut, wenn sie irgendetwas mit der Wirklichkeit zu tun haben. Also vielleicht ist eine Windmaschine tatsächlich eine gute Idee.










