Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben
Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie seine Galerie in Salzburg unter Verweis auf seine Familie mitteilte.

Baselitz wurde gerne als «Wutkünstler» bezeichnet. Sein Lebensmotto war: Widerspruch! Selbst die Gesetzmässigkeit der Natur stellte Baselitz auf den Kopf: Er malte verkehrt herum, Füsse und Wurzeln oben, Kopf und Baumkrone unten. Es wurde zu seinem Markenzeichen. 1969 entstand mit «Der Wald auf dem Kopf» das erste «Umkehrbild».
Er malte schon immer abseits vom Trend: gegenständlich, als in der Kunst das Abstrakte angesagt war, und gross, als Kleinformatiges besser verkauft wurde. Er experimentierte mit verschiedenen Malstilen, mal impressionistisch, mal kubistisch.
Museen und das Publikum liebten den Unangepassten. 2023 gab es im Jahr seines 85. Geburtstags mehrere grosse Ausstellungen, darunter «Nackte Meister» im Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien.
Die von Baselitz selbst ausgewählten Werke aus 50 Schaffensjahren handelten von der Nacktheit des Malers und seiner Frau, und sie wurden im Dialog mit Ölbildern alter Meister gezeigt, die sich mit Nacktheit befassten. Deutlich wurde: Baselitz lehnt idealisierte Schönheit als hohles Pathos ab.
Baselitz wurde in Sachsen geboren, mit bürgerlichem Namen Hans-Georg Kern. Der Künstlername ist eine Hommage an seinen Geburtsort Deutschbaselitz.
Schon seine erste Ausstellung kam 1963 mit Ansage und Eklat. Die Sittenpolizei sah Pornografie in seinen Ölbildern «Nackter Mann» (mit einem überdimensionalen Penis) und «Die grosse Nacht im Eimer» (mit einem onanierenden Jungen) und beschlagnahmte sie. Auf den Skandal hatte er es angelegt, wie er freimütig sagte, um trotz der Ablehnung, die ihm überall entgegengeschlagen sei, Aufmerksamkeit zu bekommen.
Seine monumentalen Bilder hängen in den wichtigsten Museen der Welt. 2004 erhielt Baselitz den japanischen Preis Praemium Imperiale, einen der weltweit wichtigsten Preise für Kunst. 2019 wurde er in die ehrwürdige Akademie der bildenden Künste in Paris gewählt.










