Studie

    Neue Studie zeigt drastische Langzeitfolgen sexueller Gewalt

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Genève,

    Die Folgen sexueller Gewalt sind weit gravierender und langanhaltender als bislang angenommen. Eine neue Studie aus der Romandie zeigt: Noch ein Jahr nach der Tat leiden die meisten Betroffenen unter schweren psychischen, körperlichen und sexuellen Beschwerden.

    Die Folgen sexueller Gewalt sind weit gravierender und langanhaltender als bislang angenommen. (Symbolbild)
    Die Folgen sexueller Gewalt sind weit gravierender und langanhaltender als bislang angenommen. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/NICOLAS ARMER

    Dies oft mit tiefgreifenden Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben. Die vom Genfer Universitätsspital (HUG) koordinierte und am Mittwoch vorgestellte Studie basiert auf einer erstmals systematischen Nachverfolgung über zwölf Monate. Damit liefert sie ein bislang einzigartiges Bild der Langzeitfolgen sexueller Übergriffe in der Schweiz. Die Untersuchung ist breit abgestützt: auch der Spitalverbund Wallis und fünf Waadtländer Spitäler beteiligten sich daran.

    Die Zahlen sind deutlich: 71 Prozent der Teilnehmenden zeigen ein Jahr nach der Tat depressive Symptome, 68 Prozent Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung und 57 Prozent leiden unter ausgeprägter Angst. Auch die körperlichen Folgen sind erheblich – mehr als die Hälfte berichtet weiterhin über chronische Schmerzen, Schlafstörungen oder anhaltende Erschöpfung.

    Besonders einschneidend sind die Auswirkungen auf die Intimsphäre: Rund zwei Drittel der sexuell aktiven Betroffenen geben an, auch ein Jahr später unter sexuellen Funktionsstörungen zu leiden. «Diese Daten zeigen klar, dass sexuelle Gewalt ein tiefgreifendes und dauerhaftes Trauma ist», wird Studienleiterin Jasmine Abdulcadir in der Medienmitteilung zitiert.

    Die Studie bestätigt zudem bekannte Muster: In der Mehrheit der Fälle kennen die Betroffenen die Täterperson, häufig aus dem nahen Umfeld. Die Übergriffe ereignen sich meist in privaten Räumen – und viele Opfer suchen zwar rasch medizinische Hilfe, bleiben danach jedoch oft unzureichend betreut.

    Fachleute sehen dringenden Handlungsbedarf. Gefordert werden ein flächendeckender Ausbau spezialisierter Angebote, eine bessere Koordination der Versorgung sowie mehr Sensibilisierung in Gesellschaft und Gesundheitswesen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    rossmann
    80 Interaktionen
    Drogeriekette in Bern
    sdf
    12 Interaktionen
    Stau

    MEHR IN NEWS

    Starship SpaceX
    Erdumkreisungen
    Dnipro
    Russische Angriffe
    Ärmelkanal
    Im Ärmelkanal
    Diesel Tankstelle
    2 Interaktionen
    Für 30 Tage

    MEHR STUDIE

    Luchs
    36 Interaktionen
    Studie zeigt
    4 Interaktionen
    Genf
    10 Interaktionen
    Sydney

    MEHR AUS GENèVE

    desoxyribonukleinsäure
    1 Interaktionen
    Laut Genfer Forschern
    Verhütungsmittel
    43 Interaktionen
    Premiere
    4 Interaktionen
    Genf