Coronavirus

    Lebenserwartung durch Corona stark gesunken

    Keystone-SDA
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    Frankreich,

    Durch Corona hat sich die Lebenserwartung auf der gesamten Welt erstmals seit Jahrzehnten wieder vermindert – und das deutlicher als bisher gedacht.

    Coronapandemie lebenserwarung übersterblichkeit
    Die Coronapandemie hat laut einer neuen Studie die Lebenserwartung in den Jahren 2020 und 2021 um 1,6 Jahre gesenkt. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Das Wichtigste in Kürze

    • Dass die Lebenserwartung während der Corona-Jahre gesunken ist, war bereits bekannt.
    • Doch bisher unterschätzte man, wie stark sich die Pandemie auf die Lebensjahre auswirkte.
    • Auch die Übersterblichkeit lag höher als angenommen.

    Die Corona-Pandemie hat die Lebenserwartung weltweit stärker sinken lassen als bislang angenommen. 2020 und 2021 ist die durchschnittliche globale Lebenserwartung um 1,6 Jahre zurückgegangen, wie eine am Dienstag im Fachblatt «The Lancet» veröffentlichte Studie zeigt.

    Für die Untersuchung hatten hunderte Wissenschaftler Daten des in den USA ansässigen Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) ausgewertet. «Für die Erwachsenen in aller Welt hatte die Corona-Pandemie schwerere Folgen als alle anderen Ereignisse in einem halben Jahrhundert, darunter Konflikte und Naturkatastrophen», bilanzierte IHME-Forscher Austin Schumacher, der federführend an der Studie beteiligt war.

    Übersterblichkeit stark erhöht

    In den Jahren 2020/2021 sank der Auswertung zufolge die Lebenserwartung in 84 Prozent der 204 untersuchten Länder und Gebiete. Dies mache die «zerstörerischen» Auswirkungen neuer Viren deutlich.

    In den ersten beiden Corona-Jahren lag die Übersterblichkeit, also die Differenz zwischen der tatsächlichen Totenzahl und der Totenzahl, die ohne eine Pandemie zu erwarten gewesen wäre, laut der IHME-Studie weltweit bei 15,9 Millionen Todesfällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war bislang von einer um eine Million geringeren Übersterblichkeitszahl ausgegangen.

    Lebenserwartung hat sich erstmals vermindert

    Die Todesrate bei Männern und Jungen ab 15 Jahren stieg der Studie zufolge 2020/2021 um 22 Prozent und bei Frauen und Mädchen um 17 Prozent. Zu den Orten, an denen die Lebenserwartung in den Corona-Jahren am stärksten zurückging, zählen Peru, Bolivien und Mexiko-Stadt.

    Der Rückgang der Lebenserwartung ist umso frappierender, als die weltweite durchschnittliche Lebensdauer in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen war. Anders als bei den Erwachsenen ging die Sterblichkeit bei kleinen Kindern unter fünf Jahren laut der IHME-Auswertung aber auch in den Corona-Jahren weiter zurück. Demnach starben 2021 weltweit etwa eine halbe Million weniger kleine Kinder als 2019.

    Lebenserwartung liegt deutlich höher als früher

    Längerfristig betrachtet leben die Menschen trotz des Corona-Rückschlags immer noch deutlich länger als früher. Betrug die Lebenserwartung 1950 im weltweiten Durchschnitt 49 Jahre, seien es 2021 72 Jahre gewesen, erläuterten die IHME-Forscher.

    Die Menschheit müsse sich allerdings auf «die nächste Pandemie» vorbereiten und «die grossen Ungleichheiten zwischen den Ländern bei der Gesundheitsversorgung» bekämpfen, mahnte IHME-Forscherin Hmwe Hmwe Kyu.

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