Studie

    Forschungsteam untersucht Stoffwechsel von Orang-Utans

    Keystone-SDA
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    USA,

    Orang-Utans legen bei reichlichem Nahrungsangebot Fettreserven an – eine Strategie, die Menschen oft zu Übergewicht führt.

    Orang-Utans
    Orang-Utans legen gezielt Fettreserven an, indem sie in Fruchtzeiten besonders viel fressen – ein Verhalten, das Forschende mit menschlichem Überessen vergleichen. (Symbolbild) - dpa

    Orang-Utans wissen, wann sie zuschlagen müssen: Wenn reichlich Früchte hängen, essen sie im Übermass und legen Fett für schlechte Zeiten an. Forschende sehen in diesem Essverhalten Parallelen zu Menschen, die oft zu viel essen. Dies aber, obwohl Nahrung nie knapp ist.

    Das zeigt eine neue Studie in der Fachzeitschrift «Science Advances». Ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung untersuchte dafür zwischen 2003 und 2018 das Verhalten von Orang-Utans auf der indonesischen Insel Borneo. Zudem sammelten sie Urinproben der Tiere, um deren Stoffwechselaktivität zu analysieren. Geleitet wurde das Forschungsteam von der Rutgers University in den USA. Aus der Schweiz beteiligt waren Forschende der Universität Zürich.

    Fressorgien und Fastenzeiten

    Dabei zeigten sie, dass sich die Orang-Utans in Phasen des Überflusses mit energiereichen Früchten vollstopfen, Fett speichern und Muskeln aufbauen. Wenn die Früchte verschwinden, wechselt der Körper der Orang-Utans von der Verdauung von extern zugeführten (exogenen) Nährstoffen für die Energiegewinnung zur Verarbeitung intern produzierter (endogener) Nährstoffe – sie nutzen also gespeichertes Fett und Muskelprotein als Energiequelle.

    Ihre Ernährung stellen die Tiere in diesen Zeiten auf proteinreiche Blätter, Samen und Rinde um. Zugleich sparen sie Energie. Sie ruhen mehr, gehen früher schlafen, bewegen sich weniger und verbringen weniger Zeit mit anderen Orang-Utans. Diese Flexibilität erlaubt ihnen, Körperfett und Protein als Energiequelle zu nutzen, wenn nötig, und ihre Reserven bei hoher Fruchtverfügbarkeit wieder aufzubauen.

    Mensch vs Orang-Utan: Ein Stoffwechsel-Duell

    Die Forscher sehen darin einen klaren Kontrast zum modernen Menschen: Menschen hätten prinzipiell ähnliche Stoffwechsel-Fähigkeiten. Während Orang-Utans ihren Stoffwechsel flexibel anpassen und ihr Verhalten auf knappe Ressourcen einstellen, leben viele Menschen heute aber in einer Welt ständiger Nahrungsverfügbarkeit.

    Anstatt Phasen des Überflusses mit Zeiten relativer Knappheit abzuwechseln, wie es in der Evolution üblich war, konsumieren viele Menschen dauerhaft energiereiche, stark verarbeitete Lebensmittel – oft arm an Eiweiss, aber reich an Zucker und Fett. Die Folge sind Übergewicht, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, die in industrialisierten Gesellschaften weit verbreitet sind.

    Kommentare

    User #2028 (nicht angemeldet)

    Ist Selenzky Vater geworden ? Gruss vom Wallis 🥰

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