Unter diesen Umständen können Wälder Lawinen bremsen
Eine 50 Jahre laufende Studie des SLF zeigt, dass Wälder Lawinen erst wirksam bremsen können, wenn die Bäume deutlich höher als die Schneedecke sind.

Das Wichtigste in Kürze
- Wälder bremsen Lawinen erst bei ausreichend hoher Baumhöhe.
- Das zeigt eine laufende Studie des Schweizer Lawinenforschungsinstituts SLF.
- Seit Beginn der Studie wurden 214 Lawinen erfasst.
Wälder können Lawinen wirksam bremsen – aber erst, wenn die Bäume deutlich höher als die Schneedecke sind. Das zeigt eine seit 50 Jahren laufende Studie des Schweizer Lawinenforschungsinstituts SLF am Stillberg oberhalb von Davos.
Forschende pflanzten dort ab 1975 rund 92'000 Setzlinge von Arven, Bergföhren und Lärchen auf einem steilen Berghang. Das Langzeitexperiment am Stillberg gilt wohl als das älteste und bedeutendste weltweit oberhalb der Waldgrenze. Das teilte das zum WSL gehörende SLF am Donnerstag mit.
Seit Studienbeginn beobachteten die Forschenden 214 Lawinen im Gebiet. In den ersten Jahren lösten sich regelmässig Lawinen, da die Bäume noch zu klein waren.
Lawinenrückgang durch Baumwachstum ab 1990er-Jahren
Erst in den 1990er-Jahren als die Bäume die doppelte Höhe der Schneedecke erreicht hatten, ging die Zahl der Lawinen zurück. Danach traten deutlich weniger Lawinen auf. Sie kamen fast nur noch in einzelnen Rinnen vor, in denen viele Bäume bereits früh abgestorben waren.
Nadelreiche Bäume wie Fichten oder Arven hielten zudem mehr Schnee zurück als Lärchen. Je mehr Schnee auf den Baumkronen liegen bleibt, desto niedriger und unregelmässiger bleibt die Schneedecke.
Schwachschichten, die Lawinen auslösen, entstehen so kaum. Ein reiner Lärchenwald wirkt daher laut dem SLF weniger gut als ein Wald mit Arven oder Fichten.
Die Erkenntnisse der Stillberg-Studie liefern laut dem SLF eine wertvolle Grundlage für die Planung von Schutzwäldern.